Archive for Dezember, 2006

26.12.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (90)

von Helmut Höge

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Den gelben Poller dübelte der erste Hausmeister eines zum Hightech-Standort umgewandelten  Schöneberger Gewerbehofs ein, sein Nachfolger gab dann zum Schutz des Pollers diesen dreibeinigen Poller, den er dann auch noch rot-weiß anstreichen ließ,  in Auftrag. Ein klarer Fall von kreativem Facility Management.

26.12.2006 von Helmut Höge
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Orts- und Splittergruppen

von Helmut Höge

In der taz-Weihnachtsnummer gibt es eine Interview-Beilage – in der die “üblichen Verdächtigen” (taz-intern) einige “übliche Verdächtige” (taz-extern) über dit und dat ausfragen. An mir ist das alles vorbeigegangen, weil ich mich – als taz-Aushilfshausmeister zwischen Weihnachten und Neujahr – gedanklich darauf vorbereitete, das taz-Archiv unterm Dach des gegenüberliegenden Bürohauses zu räumen – und dort in den 1.Stock zu schaffen, wo eigentlich gar kein Platz mehr ist. Aber bis zum 1.1. muß der Raum – mit 70 Meter Regalen – leergeräumt sein.

Die Hauseigentümer wollen aus dem ganzen Gebäude ein Galerie- und Kunsthaus machen. Eine tolle Idee, die auch schon an 22 anderen Ecken Berlins voll verwirklicht wurde. Anscheinend zieht es noch immer in Massen solche – nunmehr Prekären – nach Berlin, die im Rechnen einen fünf und im Malen eines eins hatten – und die stellen dann hier sofort ihre Hochstaffelei auf und legen los.

Als Brigadier, verantwortlich für… weiter lesen

24.12.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (89)

von Helmut Höge

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Ausgesucht hat diesen Poller einer der Kuratoren eines Museums in Wien, aber kunstvoll eingebuddelt hat ihn einer der Hausmeister dieser Institution.

24.12.2006 von Helmut Höge
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Echt, unecht, lebensecht

von Helmut Höge

Es geht hier um “Fakelore” (zu diesem Begriff fand 2004 auch bereits eine Großveranstaltung der “mobilen Akademie” von Hannah Hurtzig statt):

Der Tierfänger Carl Hagenbeck – durch seinen Hamburger Zoo berühmt – wollte Ende des 19. Jahrhunderts im Berliner Arbeiterbezirk Wedding einen “Kolonialpark” mit afrikanischen Tieren und Menschen eröffnen. Sein Projekt zerschlug sich jedoch – wahrscheinlich am Widerstand der Aktionäre des Berliner Zoos, die das Projekt als Konkurrenzunternehmen begriffen. Stattdessen entstand dort zwischen 1896 und 1908 das Afrikanische Viertel – eine moderne Wohnsiedlung, ab 1910 wurden auch die restlichen Freiflächen dort noch bebaut – unter anderem von Mies van der Rohe und Bruno Taut. Die Straßen dazwischen hatte man nach deutschen Kolonien und Kolonisatoren benannt: Uganda-, Tanga-, Otawi-, Lüderitz-, Swakomunder und Windhuker Straße. Daneben gab es dort auch bald eine Kleingarten-Dauerkolonie namens Togo: Sie ist älter als der gleichnamige Staat. 1939 benannte man außerdem noch eine Allee nach Carl Peters… weiter lesen

24.12.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (88)

von Helmut Höge

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Dieses filigrane Kunstwerk mit Pollerfunktion schuf der gelernte Drahtzieher aus Wiesenburg und jetzige Hausmeister eines Mixed-Use-Komplexes in Berlin-Mitte – Jens Düttmann.

24.12.2006 von Helmut Höge
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Siemens – als Running Gag

von Helmut Höge

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Kleinfeld wußte zwar laut Berliner Zeitung/Tagesspiegel und taz über “dubiose Geschäfte im Zusammenhang mit Beraterverträgen”, aber “im Zusammenhang” mit Einzelheiten hat er plötzlich böse “Gedächtnislücken”, wie er selber aussagte – er hatte also wie weiland Helmut Kohl in der Flick-Bestechungsaffäre ein regelrechtes “Black-Out”!

Die FAZ wählte eine geschicktere Formulierung: “Spätestens seit Mitte 2004 wußten Vorstand und Aufsichtsrat, dass es bei Beraterverträgen nicht immer mit rechten Dingen zugegangen sei”. Ein Berater erhielt z.B. einen “Luxuswagen – einen Jaguar”, dessen Farbe die investigativen deutschen Topjournalisten bestimmt auch noch rauskriegen werden.

Und während die Süddeutsche Zeitung heute vermeldet: “‘Der Verdacht erhärtet sich’, teilte der leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld mit” – ging der von Siemens angeheuerte US-Vernebler das erste Mal in die Bütt. Darüber berichtete sogleich das “Manager-Magazin”:

“Der von Siemens in der Korruptionsaffäre eingesetzte Aufklärer, der Amerikaner Michael Hershman, kritisierte derweil die Münchner Staatsanwaltschaft wegen ihrer Informationspolitik. ‘Mich beunruhigen die undichten… weiter lesen

22.12.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (87)

von Helmut Höge

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Diesen mobilen Poller baute der Hausmeister einer kleinen Kreuzberger Metallfabrik aus Beton und einer alten Eisenstange, wobei er einen alten Eimer ohne Boden nahm, den er umdrehte und mit Zement füllte, anschließend drückte er die Stange in die Mischung und ließ sie aushärten. Auf meine Frage, wozu der Poller gut sein soll, antwortete er mir: “Den kann man überall gebrauchen”.

22.12.2006 von Helmut Höge
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Siemens – Neuigkeiten

von Helmut Höge

Was machen gemeinhin ein Unternehmen, ein Staat, ein Verbrecherorganisation – wenn  jemand irgendwas Unerfreuliches ans Licht zerrt? Ihn kaufen (den Gärtner zum Bock machen), umbringen oder – noch besser – sich selbst umbringen lassen!

1. Laut „Financial Times Deutschland“ hält der zukünftige Chef der Siemens-internen Antikorruptionsabteilung, Daniel Noa, eine so weit reichende Untersuchung für „betriebswirtschaftlich und unternehmenspolitisch sinnvoll“. Strafrechtlich relevant seien allerdings nur die vergangenen zehn Jahre. Daniel Noa ist zurzeit noch Oberstaatsanwalt in Stuttgart, soll aber im Januar als Koordinator der konzern-internen Antikorruptionsarbeit zu Siemens wechseln. Er wird damit zu einer Schlüsselfigur in der Aufklärung des Korruptionsskandals, bei dem der Verbleib von mindestens 420 Millionen Euro in den vergangenen Jahren untersucht werden soll.

Wie er der Zeitung sagte, wurde Noa bereits vor acht Jahren von Headhuntern für die Aufgabe angesprochen. Damals sei allerdings nichts daraus geworden. „Siemens hat sich wohl gefürchtet vor jemandem, der im Dreck rumwühlt und nicht

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21.12.2006 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (86)

von Helmut Höge

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Dieser alte Betonpoller auf einem der Firmenhöfe in der Berliner “Siemensstadt” wurde vom dortigen Hausmeister – Mehmet Tollar – schon zwei Mal gerade gebogen und mit Zement kunstvoll repariert. Es nützte jedoch nichts: “Irgendein Idiot hat das Ding schon wieder umgenietet!” Inzwischen ist der Hausmeister aber nicht mehr bei der Siemens Gebäudemanagement und Services GmbH & Co beschäftigt, sondern beim Baukonzern “Hochtief”, dessen Hochtief Facility Management GmbH (HTFM) 2004 diesen Siemensbereich deutschlandweit übernahm. Merkwürdigerweise annoncierte Siemens 2005 noch: “Praktikant im Bereich Real Estate Management gesucht – möglichst mit Fachrichtung Immobilienwirtschaft, Vertiefung Facility Management.” Einsetzen wollte man den Studenten-Praktikanten im “Siemens Real Estate District Nord (SRE N LM3) Berlin”, und dort u.a zur “Mieterbetreuung,/Beratung” sowie in den “Services” und zur “Unterstützung bei Instandhaltungsprojekten”. Dazu dürfte dann eventuell auch das Geradebiegen und die Ausbesserung des obigen Pollers zählen – aber dass man dafür neuerdings ein “abgeschlossenes Grundstudium in Wirtschaftsingenieurwesen” bei Siemens… weiter lesen

21.12.2006 von Helmut Höge
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Siemens – eine Firmenchronik

von Helmut Höge

“160 Jahre sind kein Grund zum Feiern!” heißt es auf einer Interim-Seite. Ihr Autor Henry Mathews fährt sodann fort – in einer Firmenchronik bis 2000:

Im Jahr 1997 ließ die Leitung des Siemens-Konzerns weltweit das 150. Jubiläum der Firmengründung feiern. Kritikerinnen und Kritiker der Unternehmenspolitik erinnern derweil an zahlreiche Schattenseiten der Firmengeschichte: an Kartellabsprachen, Waffengeschäfte, Aussperrungen, staatliche Protektion und Bestechungen, an nationalsozialistische Zwangsarbeitslager und vor allem an drei Jahrzehnte Atomkraftwerksbau, den die Konzernführung auch heute noch um jeden Preis gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit fortsetzen will.

Der ,Koordinationskreis Siemens-Boykott’, in dem sich mehr als 120 Organisationen zusammengeschlossen haben, ruft die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, alle Siemens-Produkte zu boykottieren, bis der Konzern seine Atombetriebe geschlossen hat und den Beschäftigten umweltverträgliche Arbeitsplätze anbietet. Gleichzeitig fordert das ,Aktionsbündnis 150 Jahre Siemens – Entschädigung jetzt!’ vom Konzern Entschädigungszahlungen für seine ehemaligen Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und deren Hinterbliebene. (Beide Aufrufe finden sich weiter unten auf dieser… weiter lesen