Dieser letzte Poller – in der Pollerreihe vor der sogenannten Schweinemensa der Freien Universität Berlin – wurde von einem der FU-Hausmeister quasi verarztet. Das rechtfertigt es vielleicht, hierbei von Hausmeisterkunst zu sprechen.
Archive for Februar, 2007
Kaum kuckt man mal ein paar Tage nicht hin, gibt es gleich jede Menge neue Siemens-Meldungen:
1. Das österreichische Magazin ‘profil’ berichtet unter Berufung auf einen deutschen Zeugen, den ehemaligen deutschen Siemens-Manager Reinhard Siekaczek, dass auch aus der österreichischen Niederlassung der Siemens-Sparte Telekommunikation, kurz Com, an Briefkastenfirmen so genannte Provisionszahlungen geflossen seien. Der Zeuge nannte konkret den Namen des amtierenden Siemens-Finanzvorstandes Harald Wasserburger, der zur fraglichen Zeit dem Bereich Siemens Com vorstand. Ein Sprecher von Siemens Österreich wies “den Vorwurf ungesetzlicher Handlungen schärfstens zurück” und kündigte an, rechtlich gegen solche Anschuldigungen vorzugehen. Bisher hatte Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer jede Verwicklung ihres Konzernteils in den Korruptions-Skandal in Abrede gestellt. Dieses Saubermann-Image gerät nun ins Wanken, meint Heise.de.
Die zypriotische Briefkastenfirma, deren Geschäftsführer Siekaczek persönlich in Wien getroffen haben will, dürfte nicht am Hungertuch genagt haben. Laut profil taucht sie als Geldempfänger unter der Rubrik “Foreign Corruption Practices” in jenem Bericht auf, den… weiter lesen
Sinnend steht hier Siegfried K. (29), Hausmeister bei der Allianz-Versicherung in München, vor einem der Objekte in der ADAC-Ausstellung “Moderne Straßenmöblierung”: “Soll das etwa einer der berühmt-berüchtigten Berliner Poller sein?”
Jetzt, da Siemens der SZ juristisch gekommen ist, beschäftigt die Zeitung sich erst mal nur noch ganz allgemein mit Kartellen. Das aber um so heftiger:
1. der heutige Kommentar “Wenn Konzerne betrügen”:
“Sie treffen sich in unauffälligen Hotels. Sie tarnen sich mit Ökokongressen. Sie verschlüsseln ihre Deals und verwenden anonyme E-Mail-Adressen. Und bei alledem verfolgen deutsche Manager nur ein Ziel: ihre Kunden zu betrügen.” Na na! Aber es geht in diesem Stil weiter: “Solche Kartelle kosten Verbraucher und Firmenkunden hunderte Millionen Euro im Jahr. Natürlich sind sie verboten. Aber das scheint die Täter nicht zu stören. Noch wogt die Aufregung über Schwarzgeld und Koruption bei Siemens…” Aber schon fliegen weitere Konzerne auf: Thyssen-Krupp muß 480 Mio Euro Bußgeld zahlen, Siemens 420 Mio Euro…” Zuvor traf es BASF, Degussa, VW…Die Ermittlungen gegen die beiden größten deutschen Energiekonzerne RWE und Eon laufen noch. Diese Fälle werfen ein grelles Licht…Das Siemens-Kartell für Schaltanlagen… weiter lesen
Die zwei Reihen Waschbetonpoller setzte das Tiefbauamt in Teltow, aber das kleine Törchen zwischen den letzten beiden Pollern – hier im Vordergrund – stammt von dem Charlottenburger Straßenmeister Norbert Radermacher, über dessen Kunst ich bereits berichtete. Damals war mir nur sein Name entfallen, eine Lesermail klärte mich dann auf.
“Die politische Ökonomie befaßt sich keineswegs mit der ‘Produktion’, sondern mit den gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen in der Produktion…” (Lenin)
Aus der “jetzt.de” der armen Süddeutschen Zeitung, die einmal Klartext schrieb – und gleich von Siemens eine reingewügt bekam in Form einer deftigen Unterlassungsklage:
Pilotversuch zur Einführung einer Grußordnung für die Mitarbeiter
In Ermangelung einheitlicher Regelungen und gesetzlicher Bestimmungen sind die innerbetrieblichen Grußgewohnheiten völlig dem Zufall überlassen. Dies führt zwangsläufig immer wieder zu – Missverständnissen – Untergrabung der Autorität – Spannung zwischen Gleichgestellten, zwischen Vorgesetzten und – Untergebenen, Jüngeren und Älteren wie männlichen und weiblichen Beschäftigten. Um diesen Missstand zu beseitigen, wurde vom arbeitspsychologischen und arbeitspädagogischen Arbeitskreis der Siemens AG München eine Grußordnung erarbeitet, die alle Fragen des Grüßens im Betrieb erschöpfend behandelt.
Richtlinien: Es ist zu unterscheiden zwischen Grußrecht und Grußpflicht. Grußrecht genießen grundsätzlich Vorgesetzte gegenüber Mitarbeitern. Bei betrieblich Gleichgestellten genießt die Dame Grußrecht vor dem Herrn, der (die)… weiter lesen
Für diese Poller-Sessel-Installation war der Hauswart des Hauses am Heinrichplatz verantwortlich, in dem sich die Kneipe “Goldener Hahn” befindet. Über diese berichtete ich neulich:
“Wer nichts wird, wird Wirt – wer auch das verpasst, bleibt Gast”
Ich war nur einmal im Goldenen Hahn am Heinrichplatz – mit einer kleinen Abspaltung einer großen bayerischen Reisegruppe, die die Grüne Woche besuchte. Die Abspaltung hatte in den Medien viel von Kreuzberg gehört: Randale, Punks, Türken und “Kreuzberger Nächte sind lang”. Das alles und noch viel mehr wollten sie endlich selber sehen und erleben. Und weil sie mich am Bayernstand so großzügig eingeladen hatten, lotste ich sie im Gegenzug in den Goldenen Hahn – nicht wissend, dass Ausländer, und dazu gehörte auch ich, dort eigentlich nicht gerne gesehen waren. “Werbung machen?”, rief die Wirtin Inge einst auf die Frage des Autors und Stammgastes Thomas Kapielski entsetzt. “Bist du bescheuert? Dann kommen ja Fremde!”… weiter lesen
1. aus “media reloaded” (12.1.07):
“Siemens gewinnt gegen Süddeutsche Zeitung” – Der Technologiekonzern Siemens kann in einem Streit mit der Süddeutschen Zeitung über deren Kommentierung der Schwarzgeld-Affäre einen juristischen Erfolg verbuchen.
Das Blatt hatte in einem Kommentar zu den Schmiergeldvorwürfen gegen Siemens-Mitarbeiter geschrieben:
“Es war Teil der Siemens-Kultur. Wer beim Schmieren aufflog, wurde den Strafverfolgern geopfert und mit einer hohen Sonderzahlung ruhiggestellt. Es war ein zynisches Geschäft: Lebenslange Versorgung für die ganze Familie gegen Stillschweigen; die Mafia lässt grüßen.”
Das Landgericht München urteilte am Mittwoch, das Blatt dürfe die Behauptung nicht mehr wiederholen. Ein Verstoß gegen das Verbot werde mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro belegt, hieß es. Eine schriftliche Begründung liegt noch nicht vor.
2. “Kritische Loyalität” forderte das Handelsblatt – auch und gerade von Siemensianern:
“Wenn über Jahre hinweg beträchtliche Summen für schwarze Kassen abgezweigt werden, besteht das Problem nicht bei einzelnen Personen, sondern bei der… weiter lesen
Diese zwei beweglichen Poller – Pilone – stellt der Hausmeister einer Tiefgarage in Westberlin auf – oder besser gesagt: Er stülpte sie über zwei innenbeleuchtete runde Lampen, deren Birnen jedoch immer kaputtgingen und die zudem schwer auszuwechseln waren. Seine Pilone erinnern hier nun zudem an den großen Pilonenforscher Dida Zende, der in Berlin-Mitte eine “Freie Internationale Tankstelle” /FIT) als Kunstort eröffnete, wo nun regelmäßig “Events” stattfinden, bei denen nicht selten Pilone zum Einsatz gelangen. Und das nächste Kunstereignis findet bereits demnächst statt, wie ich einer Pressemeldung von FIT entnehme:
liebe freunde,kollegen,normalsponsoren u. supersponsoren,mitglieder, das jahr gibt gummi.zum erstenmal präsentiert sich FIT auf einer kunstmesse. der frisch ins leben gerufenen TEASE ART FAIR in köln,19.04.07-22.04.07. nun, da FIT schon immer neue wege beschritt und beschreitet,wir ja keine kommerzielle tankstelle waren oder sind,hoffen wir auf unterstützung eurer. werdet unsere neu geschaffene krafteinheit werdet personal sponsor (PS). hier unser angebot: ihr "kauft"
Man könnte hierbei vielleicht auch von einer “schleichendgeistig-moralischen Wende” sprechen. Als taz-aushilfshausmeister, aber auch als alter taz-autor mag ich manchmal gar nicht mehr so genau hinkucken – bei dem einen oder anderen taz-artikel. Aber dieses “Wegkucken” bringt es natürlich auch nicht, im Gegenteil.
Heute waren es u.a. ein oder zwei Artikel, die sich mit dem australischen Glühbirnenverbot befaßten: Dort will man demnächst nur noch “Energiesparlampen” dulden – aus ökologischen Gründen. Die taz-autoren haben das mehr oder weniger heftig begrüßt – a là “warum erst jetzt?”.
Dazu ist zu sagen: Die sogenannten “Energiesparlampen” – das sind umgebogene Leuchtstoffröhren, die viel zu teuer verkauft werden, sie sind giftig – quecksilberhaltig, was Entsorgungsprobleme macht und auch Gesundheitsprobleme, wenn sie einem im Haushalt zerbrechen. Sie werden großenteils in China unter menschenunwürdigen Sklavenbedingungen hergestellt. Im Sockel haben die elektronischen Bauteile eine eingebaute Lebensdauerbegrenzung, d.h. nach etwa 1000 mal ein und ausknipsen sind sie hin. Bei… weiter lesen