Archive for März, 2007

30.03.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (137)

von Helmut Höge

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Diese drei “hausgemachten” DDR-Poller wurden nach der Wiedervereinigung ausrangiert und an den Straßenrand gestellt: Sie fielen gewissermaßen der Ausmistung der DDR-Ministerien in Berlin-Mitte zum Opfer. Ihre Bauweise besticht durch Simplizität und Transparenz – und läßt sich als Schrott-Recycling charakterisieren: Es sind sozusagen Sero-Poller.

30.03.2007 von Helmut Höge
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Siemens-Sumpf-Schlagzeilen

von Helmut Höge

“Schon jetzt ist absehbar, dass sich die Siemens-Skandal-Schlagzeilen das ganz Jahr über halten werden,” schreibt das Compliance-Magazin.de. “Die Mühlen der Staatsanwaltschaft arbeiten offensichtlich langsam und gewissenhaft. Man darf abwarten, wann Heinrich von Pierer und Siemens-Chef Klaus Kleinfeld in die Primetime-Schlagzeilen geraten.

Mit der Möglichkeit der Staatsanwaltschaften, sie als Zeugen vorzuladen, wäre der erste Schritt getan.
Und man beginnt langsam zu ahnen, warum sich sowohl der Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld als auch der Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer bereits im Dezember 2006 eines kampferprobten Rechtsbeistandes versichert haben. Im Mannesmann-Prozess haben beide ganze Arbeit geleistet: So wird Klaus Kleinfeld von Klaus Volk beraten, der den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verteidigte, und von Pierer von Sven Thomas, der Klaus Esser erfolgreich vertreten hat.”

An neuesten Siemens-Skandal- bzw. Sumpf-Nachrichten ist die Verhaftung eines “ehemaligen und eines noch aktiven Siemens-Managers” zu vermelden, sie wurden jedoch wenig später wieder freigelassen, sowie die Einschätzung der IG Metall, dass Schelskys… weiter lesen

28.03.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (136)

von Helmut Höge

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Der Hauswart in der Muskauerstraße (Kreuzberg) durfte nie einen Poller im Hof oder auf der Straße einpflanzen, deswegen verlegte er sich auf die Pflege seiner Innenpoller im Treppenaufgang des Vorderhauses. Den ersten im Erdgeschoß hat er – als Visitenkarte des Hauses – besonders liebevoll leuchtend rot gestaltet. Leider steht das Photo davon auf dem Kopf. Ich setze hierbei meine Hoffnung auf unseren Blogwart Broeckers, der es umdrehen kann. Gleiches gilt für die ständig als Blog-Kommentare eintrudelnden Spammails, mit denen Inzestpornos, Viagra und Paxil – die drei Dinge, die jeder anständige US-Bürger gelegentlich braucht – angeboten werden. Zwar hat der taz-online-programmierer kürzlich einen neuen Spamschutz dagegen installiert, aber diese schweinösen US-Computer haben ihn schon nach wenigen Tagen wieder ausgetrickst.

28.03.2007 von Helmut Höge
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W. Kaminer über Siemens und Deutschland aus postsowjetischer Sicht

von Helmut Höge

In der April Ausgabe der Zeitschrift „Konkret“ werde ich in einem Interview zum Thema „Selbstbeteiligung der Bergbevölkerung beim Wiederaufbau Tschetscheniens“ mit dem Satz zitiert, „Wenn sie einen Berg vollgekackt hatten, zogen sie weiter“. Das Gespräch wurde in einer lauten Kneipe aufgezeichnet. Ich glaube inzwischen doch gesagt zu haben
„Wenn sie einen Berg vollgeharkt hatten, zogen sie weiter“ was als eine Anspielung auf regelmäßige landwirtschaftliche Aktivität der Bergbewohner verstanden werden soll.

Gremliza: Mit den Erzählungen Russendisko und dem Roman Militärmusik sind Sie zum Liebling des Feuilletons geworden. Die “Frankfurter Allgemeine” rühmt Sie, die Springer-Presse preist Sie, die “Taz” liebt Sie, KONKRET hat Ihr jüngstes Buch Küche totalitär als Abo-Prämie ausgelobt. Dabei stehen Sie für vieles, was deutsche Journalisten sonst gar nicht mögen: Sie machen sich über nationale Gefühle, ethnische Identität und das Selbstbestimmungsrecht der Völker lustig, ziehen den Antikommunismus durch den Kakao. Und obendrein sind Sie auch noch ein Ostjude.… weiter lesen

28.03.2007 von Helmut Höge
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Neues von Siemens

von Helmut Höge

Es herrscht doch keine Schweigepflicht bei der Kapitalpresse über Siemens – die FAZ berichtet heute auf Seite 1: “Die Affären des Elektronikkonzerns Siemens um Korruption und Beraterverträge weiten sich aus. Am Dienstag wurde das Siemens-Vorstandsmitglied Johannes Feldmayer verhaftet. Feldmayer gilt im Zentralvorstand als der zweite Mann hinter dem Konzernchef Klaus Kleinfeld. Der Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wegen Fluchtgefahr steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen mehrere Mitarbeiter von Siemens und den inzwischen zurückgetretenen Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), Wilhelm Schelsky. Schelsky ist seit Mitte Februar in Untersuchungshaft. Mit dem ehemaligen Betriebsrat von Siemens und selbständigen Unternehmensberater hatte Feldmayer 2001 für Siemens einen Vertrag für Beratung, Training und Schulung von Mitarbeitern und Betriebsräten geschlossen.

Der verhaftete Feldmayer zählte bis 2004 zu den engsten Anwärtern auf den Vorstandsvorsitz von Siemens, ehe Kleinfeld zum Nachfolger Heinrich von Pierers bestimmt wurde. 2003 wurde er Mitglied des Zentralvorstands. Zwischenzeitlich leitete Feldmayer die Strategieabteilung des Konzerns.… weiter lesen

25.03.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (135)

von Helmut Höge

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Was der Hausmeister des Meditationszentrums der Berliner Wasserbetriebe (“Wasser ist unser Auftrag”) sich dabei gedacht hat, diesen handgeschnitzten Weichsteinpoller so tief einzubuddeln, dass jeder zweite Besucher darüber stolpert, ist unklar. Vielleicht gehört es mit zum Meditationsprogramm: das Stolpern und das anschließende Nachdenken über den viel zu tief eingebuddelten Poller – an dieser und keiner anderen Stelle? Vorher befand er sich etwa 1 Meter 20 entfernt vor dem verputzten Mauersockel, wo jetzt noch  ein  Zementfleck zu sehen ist.  Aber das war dem Hausmeister zu funktional: “Es sah aus, als solle er die Verandakante religiös überhöhen”.

25.03.2007 von Helmut Höge
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Hausmeister-Traum

von Helmut Höge

“I treat my Facility-Manager good/And I am friendly to Strangers” (aus einem irisch-amerikanischen Lied)
Aus einer bisher noch unveröffentlichten Erzählung von Gennady Braginsky “Wie ich in Hamburg Deutsch gelernt habe”:

“Dass ich ganz gut Deutsch lernen könnte, wurde mir klar, als ich einmal im Traum anfing, mit unserem Hausmeister Deutsch zu sprechen. Er zeigte sich lange nicht, und als er dann endlich kam, entschuldigte er sich damit, dass er in Tunesien im Urlaub gewesen sei. Da es gerade einen Anschlag auf der Insel Djerba auf deutsche Touristen gegeben hatte, fragte ich ihn, ob er denn keine Angst vor arabischen Terroristen gehabt habe. Er antwortete scherzend: „Natürlich nicht, ich bin ja selbst ein deutscher Terrorist.“ In der nächsten Nacht erschien er mir im Traum, aber, Gott sei Dank, nicht als Terrorist, sondern als Hausmeister. Und ich sprach mit ihm auf Deutsch. Ich fragte ihn: „Was ist mit dem Wasserhahn? Tropft… weiter lesen

18.03.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (134)

von Helmut Höge

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Kein Poller! Aber ich sah, wie der Hausmeister des Gebäudes der Akademie der Wissenschaften der DDR am Platz der Akademie (heute Bullenmarkt) dieses feine Transparent sozusagen eigenhändig an die braune Blechabsperrwand hängte. Dahinter befand sich gleich der Haupteingang. Was immer er damit sagen wollte, er hatte recht: Schon wenig später wurde die Akademie mit dem Stasihammer quasi wegevaluiert. Manchmal hält einer der Philosophen noch einen Vortrag in einem der vielen Nachbarschaftsclubs in Ostberlin, was ja auch nicht zu verachten ist

18.03.2007 von Helmut Höge
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Fahrstuhlführer

von Helmut Höge

Die Fahrstuhl-Hersteller haben gegenwärtig auch eine saftige Kartellamtsstrafe wegen Preisabsprachen zu erwarten. Darum geht es hier aber gar nicht. Der Fahrstuhl gehört zu den Grundwerkzeugen von Hausmeistern und Aushilfshausmeistern – neben Sackkarre, Hubwagen und Schlüsselbund. Neulich stand ich im taz-Fahrstuhl, um einen neuen Zettel mit Hausmeisterprosa anzubringen. Es ging darum, dass die nächtlichen Putzfrauen wiederholt mit der Schnur ihres Staubsaugers in die Lichtschranke gekommen waren, damit den Fahrstuhl zwischen den Etagen gestoppt hatten – und dann nicht weiter wußten. Sie brauchten bloß einen roten Kippschalter umzulegen, der den Speicher für den Etagenhalt löschte und ihn dann neu programmieren, dann setzte er sich wieder in Bewegung – das mußte man ihnen aber erst mal verklickern.

Als ich dazu einen Zettel im Fahrstuhl anbrachte, kam Norbert Blüm herein – er war bei der Chefredakteurin gewesen und wollte das Haus verlassen – zusammen mit einer jungen weiblichen Begleitperson. Zu mir meinte er aufgeräumt:… weiter lesen

17.03.2007 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (133)

von Helmut Höge

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Im Gegensatz zur “Hausmeisterkunst Nr. 131″  machte hier – auf der Nr. 133 – der Hausmeister (der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg) gute Erfahrungen mit dem Schutz der Hecke durch einen Poller, der zusätzlich mit einem rotweißen Warnband umwickelt wurde.