23.08.2007 von Helmut Höge

Diesen Poller entdeckte und photographierte Peter Oeltze von Lobenthal (Povl) in Kassel. Dazu schrieb er uns: “anbei noch ein Poller, diesmal von der Documenta – aufgenommen vor dem Friedericianeum. Die Dinger stehen vor jedem Ausstellungsort, aber halten eigentlich keinen Verkehr auf. Der Poller ist damit also in der offiziösen Kunst angekommen” – mithin echte “Hausmeisterkunst” – als Genre – geworden. Das bekomme auch ich als blogger zu spüren, denn immer mehr Künstler schicken mir Photos von Pollern, meist industriell gefertigte und vom Staat aufgestellte, die sie bemalt oder sonstwie verkunstet haben.

Diesen Poller photographierte Povl in Doha, der Hauptstadt von Katarr. Die dort lebenden Araber mögen keine Poller, deswegen fahren sie sie gerne um. Aufgabe der dortigen Hausmeister ist es dann, sie mit Zement oder einem Schweißgerät oder sonstwie wieder aufzustellen. Bei dem umgefallenen Poller auf dem Bild ist das noch nicht… weiter lesen
23.08.2007 von Helmut Höge
Aufgeschnappt:
Eine Nachbarin klagt: Bei ihr gegenüber sei 2005 ein Mitarbeiter von Schäuble eingezogen, ein Computerspezialist, der nie verreise, dafür jedoch die härtesten SM-Spiele veranstalte. Durch die dünne Wand höre sie jede Nacht lautes Geschrei, Stöhnen, Geheul, Bellen, Kettenklirren…Auf die Dauer sei das nicht auszuhalten. Dann würden noch die Drogendealer den Keller neuerdings als Waren-Depot benutzen und der Hausverwalter, der dagegen einschreiten müsse, tue nichts anderes als im Internet zu surfen und zu hacken, auch in ihren Computer habe er sich schon reingehackt. Seitdem habe sie einen zweiten – ohne Internetanschluß, den sie für ihre privaten Aufzeichnungen benutze.
Nach der Wende wurde eine ganze Reihe von NVA-Offizieren in die Bundeswehr übernommen. Einigen ist das jedoch nicht gut bekommen: Im Benjamin-Franklin-Krankenhaus müssen sie sich nun psychiatrisch behandeln lassen. Ihnen war nach 1990 die schwerste Aufgabe zugefallen: Sie mußten die einstigen “Gegner” plötzlich als Vorgesetzte, “Partner” und Kameraden akzeptieren – und… weiter lesen
22.08.2007 von Helmut Höge

Bei diesen “Hawaii-Pollern”, die Antonia Herrscher in der Kreuzberger Oranienstraße photographierte, handelt es sich in Wahrheit um die im dortigen Bezirk zu tausenden eingepflanzten und wegen Kreuzberg extra ankerverstärkten Wellmann-Poller. Sie wurden vom Hausmeister der angrenzenden Immobilie bloß mit Bastmatten ummantelt – damit sie besser zum Ambiente der in der Immobilie domizilierten Amüsierpöbel-Bar passen, wo jede Menge “Hawaii-Gelumpe” (bunte Cocktails) angeboten wird – zu Spottpreisen während der “Happy-Hour”.
22.08.2007 von Helmut Höge
Die marxistische Soziologie, Hauptfach der Studentenbewegung, wurde in den Achtzigerjahren mit Beginn des Neoliberalismus vom CIA-Urbanismus und der Pop-Kulturwissenschaft abgelöst. Aber noch lebt sie - die Soziologie. Seitdem der Ostberliner Urbanismus-Soziologe Andrej H. in Haft genommen wurde, kommen weltweit die Soziologen aus ihren Löchern gekrochen – und fordern seine Freilassung. In der taz von heute kommen dazu zwei zwar nicht besonders marxistische, dafür aber umso prominentere Soziologen zu Wort: Richard Sennett und Saskia Sassen. Der eine lehrt in England Soziologie, die andere in den USA:
Das Verbrechen der Soziologie
“Terrorismus” hat zwei Gesichter. Es gibt wirkliche Bedrohungen und echte Terroristen, und dann gibt es da noch eine Sphäre namenloser Ängste, vager Verdächtigungen und irrationaler Reaktionen. In Letzterer scheint sich derzeit das deutsche Bundeskriminalamt zu bewegen: am 31. Juli durchsuchte es die Wohnräume und Arbeitsplätze von Dr. Andrej H. und Dr. Matthias B. sowie von zwei anderen Leuten, allesamt in höchst… weiter lesen
20.08.2007 von Helmut Höge

Diesen sogenannten mobilen “Deutschherren-Poller” photographierte Antonia Herrscher in Münnerstadt (Rhön) in einem Biergarten. Der dortige Hausmeister bastelte ihn aus Abfällen: Er nahm einen weggeworfenen großen Suppentopf, füllte ihn mit flüssigem Beton und steckte ein verzinktes Eisenrohr da rein. Fertig.
20.08.2007 von Helmut Höge
Immer näher rückt die Gefahr, dass die US-Immobilienkreditkrise sich zu einer internationalen Banken- und Währungskrise ausweitet. Alle möglichen Medien versuchen das derzeitige Geschehen zu begreifen, einige warnen bereits vor einem ernsthaften “Crash”, vor allen Dingen glaubt man jedoch den ganzen “Experten” nicht mehr, die zur Ruhe mahnen und behaupten, die Währungshüter hätten alles im Griff.
“Der Crash muß kommen,” meint Professor Dr. Eberhard Hamer, Leiter des Mittelstandsinstituts in Niedersachsen, der dazu in einem Interview mit der “Aula” Näheres ausführte, wenn ich das richtig sehe, ist diese Zeitschrift ein rechtes (“freiheitliches) Organ österreichischer Studenten. Vielleicht gilt Ähnliches auch für Prof. Hamer, der mal ein “Handball-Spitzensportler” war. Wer mehr weiß melde sich. Hier das Interview:
Aula: Was verstehen Sie unter Globali-
sierung?
Hamer: Globalisierung ist Welt-
dimension ganz neutral. Es gibt
Weltdimensionen im ökonomischen
Bereich, das ist die Weltwirtschaft, es
gibt sie im politischen Bereich, das… weiter lesen
17.08.2007 von Helmut Höge

Diesen schönen Tigerenten-Poller eines Hausmeisters knipste Antonia Herrscher in Bischofsheim (Rhön)
17.08.2007 von Helmut Höge
Offener Brief an die Generalbundesanwaltschaft gegen die Kriminalisierung
von kritischer Wissenschaft und politischem Engagement
Am 31. Juli 2007 wurden die Wohnungen und teilweise auch die Arbeitsplätze von Dr.
Andrej Holm und Dr. Matthias B. sowie von zwei weiteren Personen durchsucht. Dr.
Andrej Holm wurde festgenommen, mit einem Hubschrauber zum Bundesgerichtshof
nach Karlsruhe geflogen und dort dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem befindet er sich
in Untersuchungshaft in Berlin. Der Vorwurf lautet bei allen, “Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung gemäß § 129a StGB”. Sie sollen Mitglieder einer “militante
gruppe” (mg) sein. Wie im Rahmen der Hausdurchsuchungen bekannt wurde, läuft das
Ermittlungsverfahren unter diesem Vorwurf gegen die vier bereits seit September 2006
und sie wurden seitdem rund um die Uhr observiert.
Wenige Stunden vor den Hausdurchsuchungen wurden in Brandenburg Florian L.,
Oliver R. und Axel H. festgenommen. Ihnen wird versuchte Brandstiftung auf… weiter lesen
17.08.2007 von Helmut Höge
Der Umzug einiger taz-Abteilungen hat viele böse intranet-mails losgetreten – von Betroffenen, sich dadurch belästigt Fühlenden, Genervten etc., was auf eine dadurch noch mehr gesunkene Arbeitsmoral schließen läßt, die das frühere politische Engagement der tazler ersetzt hat. Dazu trägt aber auch der komische Sommer sowie das taz-café bei: immer mehr Mitarbeiter sitzen immer länger dort unten – im Garten und diskutieren. Das Lesen der eingesandten Texte durch die Redakteure dauert immer länger, die Arbeitszeit wird immer kürzer gestaltet, die Ansprüche (neue Tische, Bürostühle etc.) werden immer größer, die in der Zeitung behandelten Themen immer mainstreamiger…Hinzu kommt noch ein wachsender Ressort- bzw. Abteilungsegoismus in Verbindung mit einer sich verschärfenden Trennung von Hand- und Kopfarbeit, die mit dem Idiotenbegriff “Professionalisierung” verkleistert wird. Das geht so weit, dass z.B. eine taz-mitarbeiterin nach unten in den Ersten Stock läuft, um sich dort eine Tasse Kaffee einzuschenken – dann sieht sie aber, dass die Kannen… weiter lesen
16.08.2007 von Helmut Höge

Der Hausmeister einer Plastikfabrik namens “P.P.” sollte einen Teil des Parkplatzes abpollern. Dazu nahm er neun ausrangierte Plastikeimer, die er rotweiß anstrich, mit Erde füllte und bepflanzte. Nun muß er nur regelmäßig das Gras mähen, damit sie auch weiterhin so ordentlich aussehen. Photographiert hat sie Peter Grosse, auf einer Filmtour nach Mestre (VE). Demnach handelt es sich wahrscheinlich um die Poller einer norditalienischen Plastikfabrik – dafür spricht auch die Stilsicherheit des Pollerkünstlers.