31.12.2007 von Helmut Höge

Diesen reichlich verwickelten Poller nahm Peter Grosse mit seinem Handy in Bremen auf. Ganz eindeutig hat der Hausmeister bei seiner Herstellung starke künstlerische Ambitionen entwickelt. Sie triumphierten denn auch schließlich über die Funktionalität: Eigentlich hätte er diesen dyckerhoffweißen Laokoon-Poller nämlich vier Meter weiter rechts neben der Hofeinfahrt aufstellen müssen/wollen/sollen – zum Schutz der Mauerkante, die immer wieder von Lastwagen ramponiert wurde, aber dann war ihm seine Pollerkunst doch derart wertvoll geraten, dass er sie vor unvorsichtigen LKW-Fahrern geradezu schützen wollte und sie deswegen in einer sicheren Ecke aufstellte, wo sie nun jedoch quasi sinnlos ist. Dass das Photo hier verkehrt rum steht, hat damit aber nichts zu tun. Ich hoffe, dass Blogwart Broeckers hierbei noch einmal Hand anlegt – und es um 90 Grad dreht.
31.12.2007 von Helmut Höge
Seltsam und scheinbar widersinnig: Auf allen antiislamistischen Webpages wird auch und zugleich gegen die “Klimalüge” zu Felde gezogen, also gegen die Warnungen von Umweltschützern vor einer Klimaerwärmung, die diese mit Forderungen nach einem anderen – rationaleren – Umgang mit den fossilen Brennstoffen verbinden. Die Stoßrichtung dieser “Antiislam-Denker”, die sich zu einer ganzen kerndeutschen Partei inzwischen zusammengeschlossen haben, ist klar: Er geht gegen die Linken, die sich sowohl für die Rechte der Palästinenser einsetzen als auch für eine andere “Klimapolitik” engagieren – und die darüberhinaus auch immer wieder gerne gegen die verfluchte Ami-Weltpolitik argumentieren. Das ist Antiamerikanismus – und der ist gleich Antizionismus bzw. Antisemitismus.
Neben den Antiislamisten, die diesen schändlichen Linken den Wind aus den Segeln nehmen wollen (und dabei keine Berührungsängste vor Neonazis, US-Imperialisten, -Fundamentalchristen und hessischen Ministerpräsidenten haben), gibt es aber noch eine eine 100köpfige Protestgruppe gegen die rotgrüne “Klimalüge”, die sich auf Bali formierte, sowie auch noch… weiter lesen
28.12.2007 von Helmut Höge

So kanns gehn! Diese rund 30 von verschiedenen Hausmeistern sorgfältig aufgestellten Poller (Pilone) riß die heimtückische Oderflut um und schwemmte sie von ihren angestammten Firmenparkplätzen – oderabwärts, nur um sie wenig später an der Küstriner Festungsruine wahllos wieder an Land zu werfen, wo sie nun funktionslos geworden vor sich hin gammeln. Traurig.
28.12.2007 von Helmut Höge
Als Hans-Magnus Enzensberger 1957 die Wölfe lyrisch gegen die Lämmer verteidigte, wollte er damit über das “schwarze Schaf” Heinrich Böll hinausgehen – um die sich alles gefallen lassenden “weißen Schafe” zu demoralisieren. Inzwischen hat sich die Situation aber wieder verschärft: Keiner will mehr ein weißes oder gar schwarzes Schaf sein. “Stell dir vor”, erzählt zum Beispiel die BWL-Studentin Janna von der Frankfurter Uni “Viadrina”, “in einem Managerkurs sagte der Dozent neulich: ,Wenn man anderen beruflich was Gutes tut, tut man sich selber nichts Gutes.’ Und das haben alle um mich herum eifrig in ihre Hefte geschrieben” …
Mit seinem großen Nachkriegsroman “Wolf unter Wölfen” (1937) wollte Hans Fallada vor solchen Wandlungen bereits warnen: “Es ist ein Buch von sündigen, sinnlichen, schwachen, irrenden, haltlosen Menschen … in einer zerfallenden, irren, kranken Zeit … in der jeder für sich allein und gegen alle kämpft.” In der damaligen “Inflationszeit” bildeten sich zudem aus… weiter lesen
27.12.2007 von Helmut Höge

Dieser Poller in Emden stammt nicht vom Hausmeister des Veranstaltungssaals dahinter, wohl aber die grüne Schutzhülle, die er bei Regen, Eis und Schnee über den städtischen Poller stülpt, damit der auch noch nach Jahren wie neu aussieht. Das ist Ausdruck einer friesischen Besonderheit: Zwischen staatlichen und privaten Anliegen wird in Friesland weniger als anderswo unterschieden, d.h. wenn z.B. eine Unratecke in der Landschaft beseitigt werden muß, dann tun sich die Nachbarn zusammen und beseitigen sie, notfalls kaufen sie sogar Grünzeug, Holz für einen Zaun und Ähnliches dafür. Anders als etwa in Berlin werden solche “Privatinitiativen” auch nicht damit gekrönt, dass anschließend ein Schild angebracht wird mit den Namen der Gemeinnützlinge. (Foto: Peter Grosse)
27.12.2007 von Helmut Höge
Der Vorlesewettbewerb
Seit 27 Jahren bin ich nicht mehr in Steglitz spazieren gegangen – es hat sich dort nichts verändert, einiges ist im Gegenteil sogar schöner geworden. Das Rathaus wirbt immer noch mit dem Hinweis, dass von hier die Wandervogelbewegung losging, gegenüber das Kulturzentrum Schwartze Villa mit dem runden Autohaus, dahinter die Blindenanstalt, eine Abtreibungsklinik, ein teurer Italiener, das Frühstückscafé “Hoppegarten” für ältere Damen, sowie dasnun zum Abriß bestimmte Bezirksamtshochhaus von Sigrid Kressmann-Zschach, die früher gern goldene Kühlschränke für die Partykeller von Parlamentariern stiftete.
Ich bin in die Rothenburg-Grundschule bestellt: als Juror eines Lesewettbewerbs der 6. Klassen. Es geht um die Schulmeisterschaft. Der Sieger bzw. die Siegerin nimmt am Bezirkswettkampf teil. Heute treten sechs Schüler gegeneinander an – mit selbst gewählten Texten: der selbstbewusste Felix mit einer kalifornischen Waldgruselgeschichte “das Hexenhandy”, die große Angelina mit einer Schwangeren-Stute-Story “Reiten in den Morgen”, der bürstenhaargeschnittene Thorsten mit einer dunklen Waldgeschichte “Der Werwolf… weiter lesen
13.12.2007 von Helmut Höge

Dank an den Blogwart, dass er das letzte Pollerfoto gerade gerückt hat. Hoffentlich gelingt ihm das auch bei diesem – das ebenfalls von Peter Grosse stammt. Die hier angewandte Idee ist unter Hausmeistern verbreitet: in einen alten Reifen oder eine Felge wird Beton gegossen und in diesen mittig eine Eisenstange gesteckt. Fertig. Der Hausmeister dieses Pollers, er ist in der Wesermarsch nicht weit vom dortigen AKW entfernt tätig, hat sich noch zusätzlich etwas einfallen lassen: Nachdem er gemerkt hatte, dass die in den Beton eingelassene verzinkte Eisenstange zu kurz geraten war (rückwärts fahrende Autos konnten sie unter Umständen übersehen), verlängerte er die Stange mit einer zweiten, etwas dünneren, die er in die erste steckte.
13.12.2007 von Helmut Höge
Im Bemühen, sämtliche so genannten 68er-Einflüsse zurück zu drängen, d.h. zu liquidieren, schießt dieser Scheißstaat immer wieder übers Ziel hinaus. Erwähnt werden Elitenförderung, Excellence-Gedröhne, hohe Studiengebühren, Erziehungsgeld für Reiche, Bundeswehreinsätze in Konfliktregionen, Rauchverbot in Kneipen, Sexverbot für Jugendliche, die Kostümierung und Konditionierung von Wachtmeistern zu New York Cops (mit Plastikhandschellen, Gummihandschuhen und allem drum und dran bis hin zum Shit-for-brain), der ganze Öko-Stumpfsinn als deutsche Top-Export-Technologie, die Aufklärung des Siemens-Bestechungs-Sumpfes als “Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter”, Fingerabdrücke bei Beantragung eines dämlichen Ausweises (Paß), die Verhaftung von Soziologen (sic), die das Wörtchen “Gentryfication” in ihren Texten benutzen und und und.
Hier ist eine neue Sauerei zu vermelden (aus der Jungen Welt):
Lügen in Zeiten der Folter (von Rüdiger Göbel)
Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof hat am Mittwoch einen neuerlichen Erfolg im internationalen Antiterrorkampf vermeldet. Doch die Pressemitteilung Nr. 32 aus Karlsruhe basiert auf einer Lüge – bei dem vermeintlichen Coup gegen eine international gesuchte… weiter lesen
11.12.2007 von Helmut Höge

Diesen originellen Poller, photographiert von Peter Grosse, muß der taz-blogwart noch senkrecht stellen, gebaut und aufgestellt hat ihn der schwäbische Hausmeister Günther Geisenbach aus Künzelsau, der damit einen Hinweis auf den Ausweichparkplatz seiner Firma, einer alteingesessenen Bürstenfabrik, geben wollte – aus Anlaß des 100jährigen Betriebsjubiläums, zu dem seine Chef, aber auch die Belegschaft viele und vor allem wichtige Gäste erwartete, weswegen extra eine nahegelegene Wiese als Gästeparkplatz dazu gepachtet wurde. Alles klar?
11.12.2007 von Helmut Höge
Der Chef der Abwehr-Ausland in der nationalsozialistischen Wehrmacht Admiral Wilhelm Canaris, ein “regime-loyaler Oppositioneller”, den Hitler am 9. April 1945 zusammen mit anderen Verschwörern hinrichten ließ und den der rechte französische Autor André Brissaud als “großen Meister der deutschen Spionage” bezeichnet, der deutsche Journalist Michael Mueller hingegen als “faszinierende Persönlichkeit”, sagte am 31.März 1939 während eines morgendlichen Ausritts im Tiergarten zu seinem Begleiter Erich Kordt, Kabinettschef bei Außenminister Joachim von Ribbentrop:
“Die Polen sind keinesfalls eine zweite Front! Nicht das ist es, was die Deutschen fürchten! Ich habe über Polen mehr Informationen als ich brauche, und ich gebe sie alle an das Oberkommando des Heeres weiter. Polen bedeutet für uns keine Bedrohung! Wir werden einmarschieren, wann wir wollen. Das ist eine Leichtigkeit. Was für ein Idiotenvolk sind doch diese Leute in London! Wenn sie Deutschland einkreisen wollen – und das ist heute die einzige Möglichkeit, Hitler aufzuhalten – dann wird… weiter lesen