Archive for Januar, 2008

31.01.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (229)

von Helmut Höge

Siegen hausmeister4.JPG

Siegen Hausmeister3.JPG

Diese Poller baute der Hausmeister eines Mietshauses in Siegen, der eigentlich nur der Bruder des Hausbesitzers ist und im Haus selbst mit wohnt, so dass er sich gelegentlich eben als Hausmeister nützlich macht.  Er ist halb im Bild sichtbar – während er uns erklärte, wie er aus welchen gefundenen Teilen diese drei Poller zusammenschweißte. Je ausführlicher er erzählte, desto unsicherer wurden wir uns jedoch, ob er die drei Poller wirklich meinte, denn es ging in seiner Geschichte  irgendwie darum, dass seine Tochter, die Kunst studiert, ein sesselähnliches Objekt baute als Hausarbeit, zu dem er dann ein durchsichtiges Plastikrohr sowie eine Lichtquelle beisteuerte. Eigentlich kann er damit die drei Poller hier auf den zwei Photos nicht gemeint haben, seine Bastelerzählung war nichtsdestotrotz interessant, um nicht zu sagen ergreifend, so dass wir ihn nicht unterbrechen wollten. Außerdem war seine Erzählung auch so schon langatmig genug und es regnete, zudem hatten… weiter lesen

31.01.2008 von Helmut Höge
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Retro-Moden und -Morde

von Helmut Höge

Der Dichter Ezra Pound, der nach der Niederlage des Faschismus in die Irrenanstalt kam (und dort dann sinnigerweise von einem Dr. Kavka behandelt wurde!), schrieb 1942 als Mussolini-Berater – an die Adresse der seiner Meinung nach hoffnungslos verjudeten US-Elite: Eure  “Melting-Pot-Theorie” ist im Arsch, das “Experiment” ist gescheitert, jetzt gehöre der “Züchtung von Reinrassigen” (und die Liquidierung der rassisch  Minderwertigen) die Zukunft. Klingt das nicht ganz aktuell? – “Eure Multikulti-Idee war ein Irrtum, Nun geht es um anpasslerische Integration, notfalls mit militärischem Zwang – oder um Ausweisung!”

Der Faschismusforscher Klaus Theweleit gibt angesichts einer solchen “Retro” jedoch zu bedenken: “Die faschistische Moderne” will eine Welt, in der alles unterm “männlich/technischen Zeugungsprinzip untergeordnet bleibt”,  während “die zivilisatorische Moderne  eine künstliche Welt unter Einschluß und Beteiligung der Frauen, der Künste und der Technologien will”. Der US-Ökonom Richard Florida hält darüberhinaus zur “Messung des Kreativ-Potentials von Großstädten” im Standortwettbewerb sogar einen “Boheme- und… weiter lesen

29.01.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (228)

von Helmut Höge

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Der Hausmeister einer Moskauer Lebensmittelkette hat gleich einen Leuchtpoller aufstellen lassen, um der aggressiven Geländewagenkundschaft, die es vor allem Abends liebt, ihre Produkte einzukaufen, zu trotzen, da sie sonst gleich bis an die Ladentheke vorfahren würden - schreibt der Photograph dieses Bildes Peter Voßwinkel.

															
29.01.2008 von Helmut Höge
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Siemens schon wieder

von Helmut Höge

Als die französische Bank 5 Milliarden Euro “verspielt” hatte – und dafür einem ihrer Angestellten die Schuld gab, lachte die halbe Branche – über diese alberne Alleinschuld-These.

Bei Siemens passierte und passiert aber genau das selbe: dass man einzelnen Mitarbeitern vorwirft, sie hätten sich korrupt verhalten bei der Jagd nach lukrativen Aufträgen für Siemens. Langsam mischen sich jedoch auch andere Meinungen in den Chor der Kommentatoren, die sich über Siemens auslassen. So z.B. nach der Siemens-Hauptversammlung in der Süddeutschen Zeitung am 25. Januar: Auf Seite 4 fordert da Heribert Prantl, “nicht nur einzelne Personen, sondern auch Konzerne (juristische Personen) gehören bestraft” (was das deutsche Strafrecht jedoch noch nicht hergibt).

Auf Seite 19 der SZ meint Karl-Heinz Büschemann “Siemens hat mehr zu bewältigen als eine Korruptionskrise”, denn – an die Adresse des neuen Siemenschef Peter Löscher – “einen Konzern wie Siemens in kurzer Zeit neu zu organisieren und ihm auch noch… weiter lesen

24.01.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (227)

von Helmut Höge

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Ein Poller und eine sehnsuchtsvolle Frau – mehr braucht es anscheinend nicht. Dieses Poster, das Peter Grosse photographierte, hängt im Spind des Hausmeisters eines Siemens-Betriebsbereichs in Berlin-Spandau.

24.01.2008 von Helmut Höge
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Verarmung

von Helmut Höge

Eben kam ich an den ganzen vom Kreuzberger Arbeitsamt ausgelagerten Job-Centern, -Beratungen etc. vorbei, gegenüber der Springerstiefelpresse: Es gibt bald keine deprimierendere Meile mehr in Berlin. Und dazu herrscht dort wegen des falsch konstruierten Öko-Hochhauses der amerikanisierten Wohnungsbaugesellschaft GSW auch noch ständig ein scharfer Wind.

In einem JW-Bericht über die USA heißt es heute:

US-amerikanische Städte gehen in jüngster Zeit entschieden gegen Symptome der um sich greifenden Verelendung breiter Bevölkerungsschichten vor. Wie die Los Angeles Times (LAT) am Sonntag berichtete, häufen sich die drastischen Verordnungen gegen alle möglichen Arten von Straßenverkauf, die viele Stadtverwaltungen erlassen. Von »Boston bis Honolulu« hätten die Kommunen ihre Verordnungen gegen Betteln verschärft und deren »entschlossenen Durchsetzung« durch die Sicherheitskräfte forciert. Als besonders rabiat tat sich die Stadtverwaltung von Tacoma im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA hervor. Deren neuesten Vorschriften drohen für das Betteln in bestimmten öffentlichen Bereichen Gefängnisstrafen von bis zu 90 Tagen an.… weiter lesen

11.01.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (226)

von Helmut Höge

pelican.jpg

Dieses schöne Photo von einem Poller in Gesellschaft von zwei Möven und zwei Pelikanen wurde während des Filmfestivals in Havanna von Peter Grosse aufgenommen, den ich hier umständehalber einfach als Hausmeister einführen möchte.

11.01.2008 von Helmut Höge
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Filmfilmstadt Berlin

von Helmut Höge

Andauernd laufen irgendwelche Filmteams durch die taz. Dabei habe ich noch nie einen Beitrag von ihnen gesehen. Aber auch im Weichbild der Stadt sind laufend welche unterwegs, die sich dort noch wichtiger nehmen – und ganze Straßenzüge für ihre Dreharbeiten absperren.

Warum tut keiner was dagegen?  Mit einer Filmkamera kann man anscheinend eine ganze Stadt in Schach halten! Wenn es früher darum ging, koste es was es wolle in die Medien zu kommen – muß man es in der jetzigen Mediengesellschaft geradezu krampfhaft vermeiden. Aber die meisten linken Gruppen und Künstler haben das noch nicht begriffen – und wenden sich immer zuerst an die Medien mit ihren “Projekten”. Ich bekomme mindestens 30 Mails pro Tag mit solchen Annoncements.

In der taz hat Stefan Heidenreich gerade geunkt, es könnte den Geisteswissenschaften bald genauso ergehen wie einst der Theologie – dass sie zu Orchideenfächern werden:

“Gesucht wird also nichts dringender als Köpfe,… weiter lesen

02.01.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (225)

von Helmut Höge

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Dieser weiß-graue Betonpoller an einer Einfahrt auf ein Postverteilerzentrum in Hessen wurde immer wieder von LKW-Fahrern  übersehen und gerammt, mindestens geschrammt. Schließlich war es der Facility Manager des Zentrums leid und er dübelte einen quietschroten Pilonen oben drauf. Aber auch dieser  wurde seltsamerweise ziemlich schnell ramponiert. Der Hausmeister ist davon überzeugt, dass der oder die Täter eine Botschaft hinterließen. Sie lautet “AAAWW fitzy!” und weist mit Pfeil auf den Abdruck eines Reifenprofils hin, den es an dieser Stelle überhaupt nicht geben dürfte. “Das ganze ist mehr als rätselhaft,” so der Hausmeister. Photo: Peter Grosse

02.01.2008 von Helmut Höge
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Unter Nichtrauchern und Mitschwimmern

von Helmut Höge
Seit neuestem darf man nun auch nicht mehr im taz-café rauchen, es bleiben die eiskalten Etagenflure im Lieferanten-Treppenhaus mit ihren großen Stehaschenbechern. Viele Wirte in Berlin halten sich gottlob erst mal noch nicht an das staatlich verfügte Rauchverbot in ihren Kneipen. Erstaunlicherweise leisten jedoch fast alle türkischen Wirte vorauseilenden Gehorsam – haben die Scheißdeutschen sie schon so weit klein gekriegt. In Berlin, so hofft man dennoch, wird sich der Widerstand gegen das Rauchverbot konzentrieren, denn hier wurde während und mit der Revolution 1848 das Rauchen in der Öffentlichkeit erkämpft – es war das einzige Zugeständnis der Obrigkeit an die revoltierenden Bürger. Und nun soll auch das wieder wie so viele andere Errungenschaften rückgängig gemacht werden. Später hat Willy Brandt sich als Kanzler gegen eine Besteuerung des Tabaks zum Selbstdrehen ausgesprochen – mit dem Argument: Der Tabak sei für die Zigaretten des kleinen Mannes und dessen wenige Freuden dürfe man ihm

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