Archive for Juni, 2008

10.06.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (258)

von Helmut Höge

FelgenStaender.jpg

Der Hausmeister dieses Wohnblocks in Berlin-Kreuzberg (36), Dieter Blau, war in seinem früheren Leben Metallbildhauer gewesen – deswegen! Dann wurden die Hausmeister dort, aber auch woanders, von Dienstleistungsunternehmen abgelöst. Sie versprachen, das Facility noch viel besser zu managen – als diese ganzen Penner und Suffköppe. Dieter ging daraufhin wieder seinem früheren Metall-Freiberuf nach – und als Künstler ließ er sich dann auch weiterqualifizieren: zu einem 3D-Computerbild-Designer oder wie man das nennt. Legendär wurde sein 3D-Brötchen für eine Werbekampagne der Berliner Bäckerinnung 1997. Da die Dienstleistungsfirmen jedoch nicht immer zum Vorteil der Mieter waren, wie neulich wieder das Immobilien-Magazin der Berliner Zeitung hervorhob, griffen stattdessen immer mehr Hausverwaltungen wieder auf die guten alten Hausmeister zurück. Auf diese Weise wurde auch Dieter wieder Festangestellter. An seinem ersten 3D-Spielfilm “Der Schrippenkrieg” arbeitet er nun nur noch nach Feierabend. Photo: Antonia Herrscher

09.06.2008 von Helmut Höge
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Produktivgenossenschaften

von Helmut Höge

Wie bereits kurz erwähnt arbeitet der Bildhauer Andreas Wegner derzeit an einem bundeskulturstiftungsgestützten Kunstprojekt namens “Le Grand Magasin“. Es besteht erst einmal darin, ausgewählte Waren von Produktivgenossenschaften aus ganz Europa in der Galerie des Kunstamts Neukölln ab dem 19. September zum Verkauf ausgestellt werden. Von da aus weitet sich das EU-geförderte Projekt nach Usti nad Labem, Budapest und an den Plattensee aus, außerdem kommen eine Reihe von Künstlerinnen, die sich mit Genossenschaften beschäftigten, mit ins Spiel, sowie Diskussionen, Veranstaltungen etc.. In diesem Zusammenhang, quasi im Vorfeld, soll deswegen hier auch immer mal wieder von Genossenschaften die Rede sein.Die taz ist übrigens ähnlich wie die Junge Welt eine (Leser-) Konsumgenossenschaft, in der dann eine Produktivgenossenschaft (der Mitarbeiter, die vorher einen Verein mit diversen GmbHs bildeten) aufging. Dies war die “kleine Lösung” (zur Behebung der bis dahin immer wiederkehrenden “taz-Krisen”) – vor allem der Nicht-Redakteure, die damit die “große Lösung” der Redakteure… weiter lesen

09.06.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (257)

von Helmut Höge

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Diesen Kugelkopf-Poller ließ der Hausmeister einer Wohnsiedlung in Berlin-Mitte nach seinen Angaben von einer Firma anmalen: “Sieht doch gleich viel gepflegter aus! Und wenn etwas gepflegt wird, dann wird es auch nicht so schnell von den Jugendlichen angegriffen,” meint er. Photo: Antonia Herrscher

09.06.2008 von Helmut Höge
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Siemens – wird unterwandert

von Helmut Höge

“Where we failed was leadership culture, not company culture” (Siemenschef Peter Löscher)

Die 12.000 Siemens-Beschäftigten und 3.000 Leiharbeiter bei Siemens in Berlin wurden von der IG Metall heuer quasi persönlich Heraus zum 1.Mai gebeten. Die Vertrauensleute hatten extra einen Stand vor dem Brandenburger Tor aufgebaut. Der Konzern will demnächst rund 7000 “Siemensianer” entlassen. Seine Telefonanlagensparte wird mit Millionenzuschüssen verkauft – wahrscheinlich an den Finanzspekulanten “Cerberus”. Die Finanzkrise zeigt erste “Bremsspuren”, wie der Siemenschef es ausdrückte. Und die Korruptionsaffäre ist inzwischen so weit gediehen, dass sich die SiemensTopmanager gegenseitig verklagen…

“Was geht uns das an?” mögen sich die Berliner Siemensbeschäftigten gefragt haben, denn es fanden sich nur wenige am IG Metallstand ein. Drei von ihnen, die ich von der Betriebsräte-Initiative her kannte, sprachen mich am tazpresso-Mobil an: Sie kritisierten meine blog-berichte über Siemens. Ich hätte den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt, meinten sie. Es ginge längst… weiter lesen

09.06.2008 von Helmut Höge
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Hausmeisterkunst (256)

von Helmut Höge

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Zwei Tage war Willi, Hausmeister einer Firma im Bremer Freihafen, allein damit beschäftigt, die acht Scheißlöcher in den Beton zu bohren, um darin mit Dübeln seine zwei Poller von der Firma “Segensreich” auf Oberkochen zu befestigen. Jedesmal, wenn man ihn fragte, wozu die Poller in der Lagerhalle überhaupt gut sein sollten, bekam man nur zur Antwort “Wat mut dat mut!” Photo: Peter Grosse

09.06.2008 von Helmut Höge
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Stiften Gehen

von Helmut Höge

Die kommunistische Ostberliner Junge Welt gründete vor einigen Jahren eine Genossenschaft, um zu überleben. Zuvor hatte bereits die alternative Westberliner tageszeitung eine  (Leser-) Konsumgenossenschaft gegründet, in der dann eine  Produktivgenossenschaft (der Mitarbeiter, die vorher einen Verein mit diversen GmbHs bildeten) aufging. Dies war die “kleine Lösung” (zur Behebung der bis dahin immer wiederkehrenden “taz-Krisen”) – vor allem der Nicht-Redakteure, die damit die “große Lösung” der Redakteure ausstachen. Diese favorisierten zuvor ein Sanierungs-Konzept, das darin bestand, sich z.B. an den Spiegelverlag/Augstein zu verkaufen. Etwa so wie der aus einem Wagenbach-Putsch einst entstandene Rotbuch-Verlag an Rowohlt. Ähnliches unternahm zuvor auch das taz-Vorbildprojekt  “Liberation”, indem es sich mit dem “Big Business” verband. 2006 wollte der Kapitalgeber das weiterhin Verluste machende Blatt jedoch wieder loswerden und versuchte, es ausgerechnet an den deutschen Springerverlag  zu verscherbeln, wo dann wahrscheinlich der ehemalige Frankfurter “Autonomie”-Herausgeber Thomas Schmid für die “Libé” verantwortlich gewesen wäre, der einst gegen den… weiter lesen