Deppengalerie nennt sie Richard Kelber, der sie zusammenstellte. Das ist vielleicht etwas hartherzig ausgedrückt – von einem Rechtschreibungs- und Grammatik-Profi. Mit Christian Morgenstern sollte man hierbei bedenken: “Doch die Wissenschaft, man weiß es, achtet nicht des Laienfleißes.” Es handelt sich dabei zum großen Teil um Hinweisschilder von Einzelhändlern und Filialmitarbeitern, einige stammen aber auch von Hausmeistern bzw. von Leuten mit hausmeisterlichen Funktionen. Gleichzeitig setzt diese Schilder- oder Anzeigentafelserie aber auch die zu Beginn dieses blogs begonnene Serie von Hinweisschildern aus dem taz-redaktionsgebäude fort. Sie greift damit sozusagen – aus der Aushilfshausmeisterperspektive gesehen – ins Freie (Dudenfreie):
Archive for September, 2008
Der Artikel 1981 – über die Hausbesetzerscene in Westberlin und danach bis heute, in der Sondernummer “30 Jahre taz” war bei Erscheinen schon teilweise wieder überholt. Hier folgt die sozusagen aktualisierte Fassung:
Autonome Freiräume
“Die meisten Leute können nicht squatten, sie lassen sich schon von einem Stuhl korrumpieren.” (Santu Mofokeng, Künstler aus Soweto)
“Von kommunistischer Hand zentral gesteuert finden in diesen Tagen über ganz Deutschland verteilt, Hausbesetzungen statt,” heißt es in einem Flugblatt, das der RCDS 1981 in Kreuzberg verteilte. Auch die Springerstiefel-Presse gefiel sich in dieser antikommunistischen “Hetze”, nur ging es diesmal nicht gegen internationalistische Studenten, sondern gegen eher “kiez-”, d.h. freiraumversessene” Hausbesetzer/Punks. Aber auch hierbei: Nicht nur in Deutschland, auch in England, in Italien und in anderen Ländern motivierte “Moskau” die Jugendlichen, Häuser zu besetzen – selbst in der Schweiz: Für kurze Zeit führte Zürich sogar die diesbezügliche “Randale-Hitliste” an, die von der taz eine zeitlang geführt wurde.… weiter lesen
Beim Kreuzberger SPD-Spanier “Sol y Sombre” (Licht und Schatten) am Oranienplatz nahm ich regelmäßig an einer “Hausmeisterkonferenz” teil – als man dort noch rauchen durfte. Wir hechelten da die Zeit- und Weltläufte durch. Als Grundlagentext diente uns die Kreuzberger Zeitung “Kiez und Kneipe”, die vom DGB-Hausmeister Marenke gegründet wurde, der sich davon jedoch gerade verabschiedet hat. Die Ergebnisse unserer “Konferenz” kamen gelegentlich meinem taz-blog “Hier spricht der Aushilfshausmeister” zugute. Dort schrieb ich irgendwann auch über die “1. Berliner Hausmeisterkonferenz”, die 2007 im Neubau der Springerpresse stattfand: “Wenn u.a. die BZ dazu aufruft, den ‘Hausmeister des Jahres’ zu wählen, und Vattenfall das ‘unterstützt’ – dann kann es sich dabei nur um etwas zutiefst Menschenverachtendes handeln, auch die ‘Hausmeister-Arbeitskleidungs-Modenschau’ verspricht ein rechter Ekelspaß zu werden! Hoffen wir, dass sie im Anschluß wenigstens auch noch Freizeitkleidung für Hauswartsfrauen, ‘die viel erahnen läßt’ (Karl Lagerfeld), vorführen.” Die Veranstaltung wurde organisiert von “star search” –… weiter lesen
Der schwäbische Seewart Eddi Kienzle (48) brauchte geschlagene viereinhalb Jahre, bis ihm das Landratsamt im Dreiländereck dieses Schild genehmigte – und finanzierte. Die Behörde bestand dann auch noch darauf, das Schild selbst aufzustellen – und nicht nur das hier im Bild (photographiert von Gerald Wildgruber, zur Zeit Basel), sondern noch weitere zwölf rund um den See. “Das ist ja alles schön und gut,” so Kienzle, “aber was mich das an Korrespondenz all die Jahre gekostet hat, das geht auf keine Kuhhaut. Ich bin nämlich ein schlechter Korrespondierer, jeden Brief muß ich erst mal vorschreiben.”
Der Regisseur Christo Bakalski, unser Kontaktmann für Produktivgenossenschaften in Bulgarien, hat die Arbeit an Vera Wilschewski in Sofia abgegeben. Vom Leiter des Ausstellungsprojekts “Le Grand Magasin” in Neukölln Andreas Wegner bekam er die bisherigen Recherchen in Bulgarien geschickt:
1)
Central Cooperative Union
99, G.S. Rakovski Str.
1000 Sofia / Bulgaria
0359 2 98 17 806
2)
NUWPC
NATIONAL UNION OF WORKERS’ PRODUCTIVE CO-OPERATIVES
Stilian BALASOPOULOV, President
Fax (359/2) 87 03 20
Petia ATANASOVA
11 Dondukov blvd
BG – 1000 SOFIA
Mit NUWPC stehen wir in Kontakt, von dort schickte man uns folgende Hinweise auf bulgarische Produktivgenossenschaften:
TPK “Chernomorka” – children’s fashion
TPK “Dimitar Blagoev” – lady’s ready to wear clothes
TPK “Saglasie” – ready to wear clothes
TPK “Rodina” – wide range of ready-to-wear clothes
TPK “Nov sviat” – lady’s topcoat and sportswear
TPKI “Maritsa” – man’s and woman’s tailor made… weiter lesen
Wo bleiben die Neukölln-Poller? fragte jemand. Wir machten uns daraufhin auf – nach Britz, Buckow, Rudow – beginnend bei der schon zu Schönefeld gehörenden und einst im Grenzbereich liegenden Siedlung Großziethen. Von dort gingen wir dann rüber nach Buckow. Hier stießen wir auf die Stadtvilla des pensionierten Liegenschaftsamts-Hausmeisters Schröder, der sich 2004 drei dicke innenbeleuchtete Poller, wie sie, zum Teil versenkbar, vor Banken und US-Botschaften stehen, besorgt hatte. Zwei betonierte er an der Einfahrt zur Garage ein, den dritten direkt vor seiner Haustür. Photo: Antonia Herrscher
1.
“Sie werden doch nicht sagen wollen, daß wir in Bälde eine Welt nach dem Muster der amerikanischen Plutokraten einrichten wollen: Overalls, alles aus dem gleichen Stück, aus dem gleichen Stoff, Hüte dazu mit Krempen so breit wie die Schutzschirme von Jahrmarktshändlern und Jeans für alle?” Fragte der Besitzer eines Obstgutes, Höhler, seinen Erntehelfer Erwin Strittmatter 1945. Doch, doch, genau das wollte er. Und später in seinen Romanen (u.a. in “Der Laden” Band 2 und 3) hat Strittmatter darauf bestanden, dass auch der Osten, schier die ganze Welt, sich nach dem Krieg amerikanisiert hat – bis unter die Haarwurzeln sozusagen. Wir erinnern uns: die erste Jeans – Made in the GDR – wurde sogar stolz im Ostberliner Museum unter den Blinden ausgestellt: in einer Glasvitrine. Neben dem letzten Zollstock des DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck, ein gelernter Tischler. Als in den Achtzigerjahren die amerikanisch-russischen Beziehungen einfroren, gingen einige US-Aktivisten von “Citizen… weiter lesen
Statt der Ich-AG eine Wir-eG, so hieß ein Beitrag auf einem Kongreß über “Anders arbeiten”, den ich gerade suche, aber nicht finde.
Daneben kommt mir immer wieder ein schon etwas zurückliegender “Dossier”-Beitrag von Sascha Becker in der Jungle World in den Sinn. Er heißt “Und täglich grüßen die Reformen”. Es geht darin um das Elend der Kapitalmedien, aber daneben oder darüberhinaus um eine Reihe von “Statements” des Bundespräsidenten Horst Köhler. Und vor allem um zwei verschiedene “Wir” – um ein wir und ein we, könnte man sagen. Dieser Text – von Sascha Becker – legt nahe, dass man sich auch noch mit den langweiligsten und schwachsinnigsten Reden, Interviews, Artikeln von Prominenten in den Massenmedien befassen sollte – es lohnt sich. Ich kann das leider nicht, mir ist es schon zu viel des Schlechten, wenn ich morgens auf dem Weg ins taz-Büro an drei Dutzend Reklamewänden vorbeikomme – und es nicht… weiter lesen
Manchmal kommt es in Bukarest noch zu einer Art friedlicher Koexistenz – zwischen privaten Hausmeister-Pollern und schweinösen Staatspollern, schweinös – weil der Staat Millionen für diesen Quatsch ausgibt und noch, weil der Staat so etwas z.B. in Deutschland schon lange nicht mehr duldet: dass da ein selbstgemachter Billig-Poller eigenmächtig auf den Bürgersteig gepflanzt wird: Wie sieht das denn auch! Wenn das alle machen würden! Da könnte ja jeder (Hausmeister) kommen! Photo: Stefanie Peter

















