Als die RAF abtauchte – d.h. in den Untergrund ging, fand sie für ihr Verschwinden als urbane Guerilla die dafür passenden Räume durch eine situationistische “Entwendung” bzw. Brechtsche “Umfunktionierung” dessen, was der Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser dann mit Alexander Mitscherlich als “die Schandflecke sozialer Anomalie in den Vorstädten, die Anonymität der Wohnblocks” nennt, “wo keiner mit den Nachbarn redet und wo Einkaufen, Dienstleistung und Konsumbeziehungen die Lebensqualität definieren.” In solch einer tristen Plattenbau-Wohnung richtete die RAF dann auch ihr “Volksgefängnis” ein. “Nicht einmal der Hausmeister konnte sich später daran erinnern, wer genau darin gewohnt hatte.”
Dieses Nicht-Erinnern-Können der Hausmeister als langgeübte Polizei- und Hausbesitzerspitzel sowie Blockwarte wurde dann geradezu zum Prüfstein für die gelungene oder mißlungene Mimikry der antiimperialistischen Terroristen an den imperialistisch-terroristischen sozialen Wohnungsbau – als ihr neues Umfeld zum Untertauchen (“Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt,” so Bertold Brecht).
Es waren gerade solche… weiter lesen