06.08.2009 von Helmut Höge
1. …Berlin unsicher machen
Dass man von den Amerikanern im 100er-Bus Unter den Linden entweder gefragt wird: “Who was Linden?” oder ihnen den Weg zu den Originalschauplätzen von “Cabarett” zeigen soll - daran hat man sich gewöhnt. Aber die Touristen lassen sich immer wieder was Neues einfallen: Kürzlich stellten einige koreanische Touristen in der Reichenbergerstraße (Kreuzberg), wo früher ein Lidl-Supermarkt war und nun ein Biomarkt der “LPG”-Kette, die Frage, ob man dort auch Hundefleisch kaufen könne. Auf die erstaunte Rückfrage: “Wie bitte?!” zeigten sie auf ein halbdutzend Hunde, die gerade von ihren Besitzern zum Biomarkt gezerrt wurden bzw. bereits zitternd davor angeleint worden waren und mehr oder weniger kläglich jaulten. Man mußte ihnen umständlich erklären, dass die armen Fleischfresser im Gegenteil bereits ahnten – sie würden wieder mit teurem vegetarischen Hundefutter abgespeist werden.
Über der “Hasenheide” kreisten zwei Polizeihubschrauber, die neugierig herbeigeeilten Touristen wurden Zeuge, wie man 12 junge Männer… weiter lesen
05.08.2009 von Helmut Höge
Der folgende Text ist quasi die Fortsetzung des blog-eintrags vom 14.7. – über Milchbauern, ich schrieb ihn für die heutige JW-Beilage von Jana Frielinghaus “Land & Wirtschaft”:
Unheilige Kühe
In diesem Jahr standen und stehen nicht die Erntehelfer, sondern die Milchbauern im Mittelpunkt der Agrar-Berichterstattung. Wegen des Milchpreisverfalls geht es ihnen besonders schlecht. So erwirtschaftet z.B. das Ehepaar Dammeyer, das in Sachsen-Anhalt eine LPG erwarb, mit ihren 240 Kühen derzeit laut FAZ 13.000 Euro Verlust im Monat. Dass ein einziger Familienbetrieb so viele Kühe hat, ist jedoch selbst schon eine Katastrophe, denn dazu braucht es einen Kuhstall, der eher dem Fließbetrieb einer Autofabrik ähnelt als einem Bauernhof, wie wir ihn kannten und wie er noch in der Werbung des Bauernverbandes, des Agrar-Tourismus und der Lebensmittelindustrie “lebt”.
Abgesehen davon, dass aus der “Klonkuh Uschi” schon ganz viele geworden sind und von den “Turbokühen ‘Marlene’, ‘Biene’ und ‘Flittchen’” künstlich befruchtete Eizellen in… weiter lesen