ich bin noch nicht ganz verstummt, nur erstummt, weil Gelderwerb und Selbstverpflichtungen keinen Raum für wabernde Sprachschwaden lassen.
morgens im Reichenower Bett erwacht. Bereit, Kontakt mit der Welt aufzunehmen. Aber wie?
die Zeitung? Bäh. Radio? Schmoinz schmoinz. Fernsehen? Soweitkommtsnoch, morgens um 9! Thomas auflauern, wenn er die Zeitung aus dem Postfach holt? Zu spät.
Gestern hab ich das erste mal gechattet, also in einem space, irgendwo in magnetwolken: diese mischung aus Reden und Schreiben, das machen schon Millionen und Abermillionen Menschen. Diversifizierung der Kommunikation, Hybrid-Kommunikation: irgendwas zwischen Sprechen, Schreiben und Zeigen; was ja noch viel weiter gehen wird: Wir schicken uns Bildchen und Filmchen und Geräusche. Also wir telefonieren nicht, sondern montieren Gesprächsfetzen. Oder Handyfilmchen mit vorgefertigten eingeblendeten Sprechblasen, wie das smilie-Gedöne. In dem Chat, in dem ich nun also Mitglied bin, gibt es eine Smilie-Taste (das ist wahrscheinlich auch ganz normal, bloß ich kenns nicht) Da… weiter lesen
Archive for Juni, 2009
Ich bin im Fürsorgerausch. Ch.’s Wohnung habe ich im Griff. Er wollts ja so. ODER NICHT? Mit den Ämtern und anderen Stellen, die von ihren Kunden und Klienten Beachtung und Zahlung fordern, ist es schwierig. Ch.’s Vollmacht taugt nicht so richtig dafür. Hoffentlich kommen keine dickeren Rechnungen, dann weiß ich nicht weiter. Dann muss ich zum Gericht, alles offiziell einspuren lassen. Dann kann ich die Fürsorge nicht mehr lustvoll verströmen, sondern dann wird sie mir in streng eingeteilten Portionen abgemolken.
Weiter die Hoffnung, dass Ch.’s Umnachtung sich lichtet. Er mag nicht essen, wird schwächer, atmet noch schlechter, kriegt noch weniger Luft, lebensbedrohlich. Gestern hab ich ihm mit Macht eine Suppe und einen Kakao eingetrichtert, mit der Drohung, dass er stirbt, wenn er sich nicht anstrengt, und das will er doch nicht. ODER? Nein, das will er nicht. Damit kann ich aber auch nicht dauernd kommen.
heute:
tauche… weiter lesen
wieder keine Zeit. Wäsche waschen. Versicherungen von Ch. anrufen, um seine Geschäfte wahrzunehmen. Überweisungen für ihn machen. Den anderen Finanzkram in Ordnung bringen. Ein paar wichtige mails. Die Papierstapel auf dem Schreibtisch sichten und das Wichtige rausfischen.
Gestern Europawahl in Reichenow. Eine Geschichte für sich, die hier aber nicht erzählt werden kann.
Nachher wieder nach berlin. Vielleicht ist da mehr Zeit. Sorry.
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zurück auf dem Land. Im Bauwagen. Die Sonne scheint durch das neu eingebaute Seitenfenster. Ihre Strahlen fallen duch die Blätter der siamesischen Baumzwillinge – eine Ulme und eine Robinie, die sich in ihrer Jugend so verschlungen haben, dass ihre Stämme zusammengewachsen sind. Die Schatten ihrer Blätter huschen als Muster über den Laptop. Ich versuche, die Formen der Ulmenblätter von denen der fiedrigen Robinienblättchen zu unterscheiden – aber da ist schon wieder eine Wolke vor der Sonne und stellt das Bild unscharf.
In der letzten Woche blieb Ch. an Schläuchen. Mal mehr, mal weniger. Die Lunge kriegt Sauerstoff durch den Schlauch, der Magen das Essen durch eine Nasenleitung. Am Hals werden Medikamente durch eine verzweigte Batterie von Anschlusshähnchen zugeführt. Am Ohr, wo die Haut dünn ist, wird der Puls genommen. Unten wird das Ausgeschiedene aufgefangen und abgeleitet. Aber das ist nicht genug. Auf der anderen Halsseite wird das Blut… weiter lesen
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Da hab ich eine Meldung vergessen, die hing noch auf dem Desktop und wird jetzt nachgeliefert.
gestern: Vattenfall-Veranstaltung in Neuhardenberg mit dem tapferen Herrn Lautsch, der dafür hoffentlich gut bezahlt wird, dass er sich beschimpfen lassen muss. Die Leute sind aufgebracht, dass ihnen das Kohlendioxid unter den Hintern gepumpt werden soll. Niemand redet anders.
Ich denk über die CO2-Bilanz nach, während ich auf dem Roller durch die Abendsonne fahre. 1,5 Mio Bäume müssten gepflanzt werden, damit der CO2-Ausstoss neutralisiert wird, wahrscheinlich auf Deutschland bezogen. Aber das ist ja nur ne Kompensation, wenn die Bäume nicht später wieder verbrannt werden. Denn in den Bäumen wird das CO2 nur zwischengespeichert. Also Bäume pflanzen entweder zum Binden von CO2 oder für ne holzgestützte Energiewirtschaft. Beides geht nicht, sonst hat man den Ertrag daraus doppelt ausgegeben. Man müsste konssequent mit Holz bauen, überall. Alelrdings darf das nicht irgendwann mal abbrennen.… weiter lesen