Die Neue Dorfstraße heißt bei den Leuten im alten Dorf noch immer Stalinallee. Aber nur der hintere Teil, die Nummern 8 bis 26. Der vordere Teil war früher einfach das Schloss mit allen seinen riesigen Landwirtschaftsgebäuden.
Die Reichenower Stalinallee ist vielleicht noch breiter als die Berliner ehemalige Stalinallee. Sie ist voller köstlicher Leere, eine weite Graspiste, in der ein Schotterweg mal rechts, mal links verläuft. Niedrige Häuser mit Dächern in unterschiedlichen Rottönen sind von zu groß gewordenen Büschen halb verdeckt. Darüber sind Wolken, die in niedriger Höhe in die Ferne treiben. Morgens ist der Himmel rosa, abends sieht der Mond, der hinter den Scheuen aufsteigt, groß und gelb aus.
Neben dem Weg aus Schottersteinen, mit denen die Schlaglöcher immer wieder aufgefüllt werden, stehen Holzmasten, an denen Straßenlaternen befestigt sind und zwischen denen die sanft durchhängenden Leitungen den dafür notwendigen Strom weitertransportieren. Die Masten sind aus Robinienholz, der hier… weiter lesen
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30.08.2011 von Imma Luise Harms