Der Film läuft seit mehr als fünf Jahren. Die Kulisse ist ein Ladenlokal in der Tellstraße. Der Titel des Langzeitprojektes: ‚Musenstube’.[1] Die Besetzungsliste ist lang, neben den Stammmusen haben einige Temporärmusen ihren Gastauftritt (auch mal gehabt).
Obermuse Annette Köhn arbeitet seit Spätherbst des letzten Jahres mit ihrem Jaja Verlag an den Büchern zum Film. Zehn ‚kleine feine illustrierte Machwerke’, acht Bücher und zwei Kalender, sind im ersten halben Jahr erschienen.
Die Idee einen Verlag zu gründen hatte Annette schon lange. Die erste Skizze zum Logo entstand vor gut drei Jahren. Dann nach ein paar guten Aufträgen, mit trotz alledem einem verschwindend geringen ‚Startkapital’, bei dem wahrscheinlich jeder Unternehmensberater abgeraten hätte, schlug Annette mit ‚Adagio N° 1’ von Maki Shimizu die Verlagslaufbahn ein. Jaja, der Name ist Programm, unerschrocken positiv und doppelt hält besser.
Nachdem in all den Jahren die Musen freie Produkte entwickelt und Vernissage um Vernissage… weiter lesen
Anfang 2001 werden Touristen auf den Philippinen von einer islamistischen Terror-Organisation entführt. Bis sie letztendlich befreit werden, ziehen mehr als 370 Tage ins Land.
Brillante Mendoza, das Enfant Terrible der philippinischen Kinoszene und zuletzt mit seinem Skandalfilm “Kinatay” in Cannes aufgefallen, erzählt diese Geschichte auf den ersten Blick überraschend einfach und direkt nach. Doch nach und nach wird die Umgebung selbst Hauptdarsteller, wirkt der Urwald, in den die Geiseln verschleppt werden, mindestens so unheimlich und gefährlich wie die Terroristen selbst.
Dafür bleiben leider aber die meisten Charaktere Leerstellen, Mit kaum einer Figur, egal ob Geisel oder Geiselnehmer, kann der Zuschauer eine Beziehung aufbauen, alle wirken austauschbar. Mendoza scheint mehr am generellen Beziehungsgeflecht zwischen Geisel und Entführer interessiert zu sein als… weiter lesen
“Raubmordkopieren war Gestern. Heute wird terrorkopiert! UrhG dem Staatsschutz übergeben!” Twitterte vor zehn Minuten Bundesoberpirat Sebastian Nerz und hängte als Hashtag eben jenen #Kopierterrorist an.
Die erste Antwort darauf kam von Jens Bethge: “Kopierterrorist – ist ein schönes Wort, das werd ich mir auf´s T-Shirt schreiben.”
Die zweite vom Wortisten: Kopierterrorist bzw. Kopierterrorismus sind in der Tat hervorragend geeignet, um in den Kampf gegen ACTA und andere Dreistigkeiten der Content-Mafia zu ziehen. Das kandidelt die Strategien der Geistigeigentumsschützer so über, dass es fast so aussieht, als wären Raubkopierer wirklich Robin Hoods.
In “The Connection” von Shirley Clarke, der Verfilmung eines erfolgreichen Broadwaystücks, warten die Jazz- Musiker auf ihren Dealer. Und ein Filmteam nimmt das aus dokumentarischen Gründen auf. Eine kleine, alte Frau von der Heilsarmee ist auch dabei. Der Film wurde als er 1961 rauskam gefeiert, dann aber gleich verboten und als er zwei Jahre später dann endlich in die Kinos kommen konnte, hatte er leider schon den Zeitpunkt verpasst, in dem er ein Riesenhit hätte werden können. Man sollte den Film, der aufwändig (nein: aufwendig sieht einfach besser aus!) restauriert wurde vielleicht mal im Doppelpack mit Yoni Leisers Film über Burroughs zeigen.
Rechtsextreme Taten: Immer Stoff für spannende Geschichten.
Das Bundeskriminalamt hat also Ermittlungsdaten gegen die Zwickauer Nazibande gelöscht. Was auch immer das heißen soll oder nicht, der Eindruck, dass hier die Öffentlichkeit nur streng ausgewählte Irgendwie-Informationen bekommt, verstärkt sich jedenfalls. Vielleicht wird in fünfzig Jahren bekannt werden, was hier wirklich passiert ist, vielleicht auch nicht. Das derzeit nicht annähernd das ans Licht kommt, was man die Wahrheit nennen könnte, steht jedenfalls praktisch fest. Die Äußerung des Vorsitzenden des Innenausschusses des Bundestags Bosbach jedenfalls kann als kaum mehr als Satire verstanden werden, wenn er sagt: „Es darf nicht einmal der Verdacht entstehen, dass etwas verheimlicht werden sollte.“ Ein paar Fragen dürfen vielleicht gestellt werden:
1. Wie konnte den Sicherheitsbehörden der Seriencharakter der Morde entgehen? Angeblich wurden die Morde alle mit der selben Tatwaffe verübt. Wie konnte den Behörden entgehen, dass die ballistischen Analysen übereinstimmten? Weil der eine Mord in… weiter lesen
Niedrigwasser 1. Alle Photos: Mathias Königschulte
Im vergangenen Jahr ging die taz-Reise nach Friesland, Ostfriesland und Westfriesland. Nun bleibt uns für dieses Jahr noch Nordfriesland.Vom 7. – 11. Juli 2012.
Wir beginnen die Nordfriesland-Reise in Husum, wo wir während der fünf Tage auch übernachten. Mit dem Bus klappern wir dann die “Highlights” der Region ab:
Das Emil-Nolde-Museum an der dänischen Grenze, die Windkraftanlagen-Werke in und um Husum, den Nationalpark schleswig-holsteinisches Wattenmeer, die Tourismus-Entwicklung am Beispiel von St. Peter-Ording, die Erinnerungsorte an die Landvolkbewegung und die Polderlandschaft von Dithmarschen, die Holländersiedlung Friedrichstadt und die musealisierten Reste der 1362 im Sturm untergegangenen Stadt Rungholt im Wattenmeer vor der Halbinsel Nordstrand, eventuell auch noch das “Nordfriisk Instituut” in Bredstedt, auf alle Fälle jedoch das “Nissen-Museum in Husum.
Wiewohl sich alle Friesen, zusammengeschlossen in einer Art Eidgenossenschaft, von den Deutschen zu unterscheiden wissen, sind die Nordfriesen die widerständischsten: Mehrmals schlugen sie alle… weiter lesen
Friseursalon auf der Hauptstraße in Berlin
* * *
Keine Branche, außer Kneipen und Hundesalons, erfindet sich derart seltsame, kalauernde Firmennamen wie die Friseure. Einige davon werden wir von Zeit zu Zeit hier festhalten.
Bei der schönen Veranstaltung mit Christopher Just kürzlich im ‘KIOSK’ ist ein Dokumentarfilm entstanden, der von den Machern unter dem treffenden Titel ‘ABDANCEN MIT JOACHIM LOTTMANN’ ins World Wide Web gestellt wurde. Man hört mich dort z.B. ausgiebig über eine biographisch wichtige Begegnung mit Kim Wilde im Jahre 1981 plaudern, und dabei spielt Christopher Just ihren damaligen Nr. 1 Hit ‘Kids …in America’. Das ist sehr amüsant anzusehen, zumal auch Außenstehenden durch das Filmdokument vermittelt werden kann, was dieser legendäre Ausdruck bedeutet, also “abdancen”, noch dazu “mit Joachim Lottmann”: das ist ganz offensichtlich dann gegeben, wenn das ganze Haus sich im Rhythmus bewegt, die Beine, die Arme, die Kleidung, die Zigaretten, das Vodkaglas, die Mauern, die Kleiderständer, die Rauchwolken… alles vibriert, alles pulsiert, alles durchblutet sich gegenseitig oder sich selbst, ob mit oder ohne Musik, all night long… Aber seht selbst:
Dokumentarfilm, Deutschland 2012. Der legendäre Abend vom 19.… weiter lesen
SALON UNDINE
Einmal im Monat lädt der Salon Undine alle Kieznachbarn ein,
sich im Wasserturm Undine in entspannter Atmosphäre über Gott und die Welt auszutauschen –
insbesondere über Kultur und Politik im Chamissokiez.
Dreizehnter Salon
am Dienstag, den 7. Febuar 2012, 19.30 Uhr
im Wasserturm Kreuzberg / Kopischstraße 7
Die Chamisso-Bohème (2)
Das Kreuzberg der Künstler und Käuze hatte Konzentrationspunkte, einer von ihnen war der Chamisso-Kiez. Die erste Generation mit ihrem Übervater Kurt Mühlenhaupt ist schon fast verschwunden, es starben Günther Thews, Matthias Holz, Bob Lennox …
Grund genug für den SALON UNDINE, die überlebende Bohème vorzustellen, bevor sie das Feld räumt für die Designer von Pixelpark und die Kreativen an der Theke des Bio-Buffet.
Nach der Urbohème zunächst der Cartoonist, Fotomonteur und künstlerische Lügenbold
Ernst Volland.
Ernst ist dem Kiez seit über 30 Jahren verbunden, arbeitet in der Zossener Strasse
und… weiter lesen
Ich bin nun wirklich kein Experte für italienische Medien, aber wenn mich nicht alles trügt, dann ist die einst von Berlusconi persönlich verlegte Zeitung “Il Giornale” im groben das, was für Deutschland die “Bild-Zeitung” ist: ein rechtes, aufgeregtes Kampfblatt ohne Anstand und Stil.
Der Blick aus dem Dortmunder Hauptbahnhof fällt derzeit auf ein großformatiges Projektplakat: DFB
Ab 2014 ist die Dortmunder Museumsmeile um eine Attraktion reicher.
Die Stiftung DFB-Fußballmuseum hat jetzt den Auftrag für die Bauwerksplanung des nationalen Fußballmuseums an HPP Architekten aus Düsseldorf vergeben.
Nach außen wird das Fußballthema über eine perforierte Metallfassade mit sechseckigen Feldern kommuniziert.
Der Gebäudeentwurf: Transparent, funktional, dynamisch – diese Attribute kennzeichnen den Neubau des DFB-Fußballmuseums, der von HPP Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner aus Düsseldorf geplant und realisiert wird. In seiner architektonischen Gestalt soll das Museum für den deutschen Fußball zu einem herausragenden gesellschaftlichen Anziehungsort werden.
Ein übergroßer Flachbildschirm für verschiedenste Projektionen an der Stirnseite des Museums trägt den multimedialen Charakter des Hauses nach außen.
Schon der großzügige Museumsvorplatz wird zur imposanten Bühne und kündigt Großes an. Vielfältige Einblicke von außen in das Gebäude wecken bei Tag und Nacht die Neugierde auf ein… weiter lesen
In Südafrika, bei 35 Grad, hat Tischgespräch-Autorin Anke es mitunter nicht leicht, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Doch wenn sie an den leckeren, veganen Rollbraten vom letzten Mahl denkt, klingen die Glöckchen. Ein Rezept zum Fest.
Gerade habe ich mein Buch aus der Tasche gezogen, da mischen sich sanft langgezogene Töne in das Rattern der S-Bahnräder. Die Töne steigen zu einem zarten Zirpen auf und sinken herunter in eine samtige Getragenheit. Dann sind sie kaum noch zu vernehmen. Ich wende mich um. Am Ende des Abteils hat jemand eine Geige ausgepackt. Der Mann mit dunklem Brillengestell und langem, dunklem Haar, das unter einer Wollmütze hervorquillt, hat sich an das Geländer gelehnt, das den letzten Sitz von der Tür trennt. Er streicht seine Fidel. Sie kommt mir groß vor; es ist wohl eher eine Bratsche. Die Finger eilen über die Saiten und verhalten zitternd an einer Stelle, um den Bogenstrich abzuwarten. Manchmal klingt ein zweiter Ton mit. Es ist wie das „Oh“ oder „Ach“ einer teilnehmenden Zuhörerin.
Die Musik hat etwas angenehm Unaufdringliches. Ich hole mein Portemonnaie heraus. Einen Euro ist mir das wert. Ich nehme… weiter lesen
nach dem papstbesuch, der einen auch als journalisten geradezu überrollt hat, so dass man kaum zum nachdenken kam, bin ich immer noch in gedanken, was diese reise denn nun gebracht hat – und was nicht.
nach den reaktionen meiner protestantischen freundinnen und freunde zu urteilen, war der besuch in sachen ökumene eher kontraproduktiv – sie hatten da doch sehr viel mehr erwartet.
was die katholische kirche in deutschland angeht, frage ich mich nach wie vor, was diese beiden praktisch letzten reden des papstes (beim zdk und im konzerthaus) eigentlich sollten: was hat der papst damit eigentlich erreicht, außer die katholikinnen und katholiken in deutschland zu brüskieren?
übrigens möchte ich diesen blog gerne weiter führen, da ich glaube, dieses diskussionsforum könnte, abseits des papstbesuchs und angehängt an der taz, ganz sinnvoll sein.
Aber der Sommer war nicht nur verregnet. Es gab auch durchaus sonnige Tage. Einige wenige Male sogar perfektes Prinzenbad-Wetter mit strahlend blauem Himmel und super Temperaturen.
Lustige Schwimmbadszenen.
Inspirierende Gespräche auf der Cafeteria-Terrasse.
Viel Platz zum Schwimmen.
Im Spiel versunkene Kinder.
Graue Tage, die für mich persönlich die schönsten Schwimmtage im Prinzenbad sind. Dunkle Wolken am Himmel, die das Wasser um mich herum in eine tiefe Stille tauchen.
Einen Scube-Park im Prinzenbad mit Schlafboxen, in denen die Vertretungsbloggerin Verena in einem Selbstversuch übernachtete, während ich meine Bahnen im Kitsilano-Pool in Vancouver schwamm.
Pfirsich Melba, das kennt jeder. Der Nachtisch animierte Hausfrauen wie Köche zu immer neuen Kreationen auf der Basis eines Pfirsichs bzw. einer Pfirsichhälfte. Von den 60er bis weit in die 80er Jahre hinein in Spanien außerordentlich populär war der „Pijama“ (Pyjama), ein Dessert, das bei keiner Hochzeit, Kommunion oder häuslichen Festen fehlen durfte. Dabei handelte es sich einfach um einen fertig gekauften Pudding oder Flan, der auf den Teller gestürzt und mit einer Pfirsichhälfte aus dem Glas und vielleicht noch anderen Dosenfrüchten wie Ananas und mit Schlagsahne ausgarniert serviert wurde. Manchmal kam auch noch eine Scheibe Eis, ein sogenannter Corte, dazu.
Das letzte Gericht, das am 30. Juli im El Bulli serviert wurde, ist eine Destruktion des berühmten „Pfirsich Melba“, eine Hommage an die klassische französische Küche und deren Vater, Auguste Escoffier (1846 – 1935), der das Dessert 1893 für Nellie Melba erfand, als die australische Sopranistin im Londoner Covent Garden mit der… weiter lesen
Nichts ohne Voraussetzung
Wie wird der Alte aus dem Gang kommen, wo sich die Katze in den Schwanz beißen soll, kurz vor Ende der Einleitung zur Hegelkritik. Da nimmt er Luthers Reformation als deutsche Vorlage für eine Kulturrevolution. Da soll der nur einfach – zum inneren Glauben – befreite deutsche Protestant nun zum doppelt freien Menschen erhoben werden. Für eine solche radikale, menschliche Revolution fehle den Deutschen aber eine Art englischer oder französischer politischer Revolution. Aber nicht die menschliche Revolution versichert sich Marx, sei ein utopischer Traum, die politische. Die entscheidende Voraussetzung des deutschen Sturms auf die Bastille sei, dass das Bürgertum sich wirtschaftlich bereits durchgesetzt habe, also „alle Geld und Bildung beliebig erwerben können“. Das aber eben hat es nicht. – Da wären wir ganz nah dran an der vollen Zivilgesellschaft, rufe ich aus. Wir haben heute Geld und Bildung zuhauf, ja geradezu überschüssig und für Marx… weiter lesen
Als ich noch glaubte, ich würde mit den Engländern bis zum Anapurna Base Camp trekken, hatte ich mir in Pokhara nicht nur grässliche Bergsteigerstiefel, sondern auch einen großen, schweren Rucksack geliehen … weiter lesen
Unser experimentelles Blog-Projekt ist am Ende angelangt, und trotzdem gibt es noch viele spannende Geschichten, die sich erzählen ließen. In Schuhen steckt eben mehr als nur ein Fuß – auch musikalische Inspiration: Über Schuhe wurden schon viele schöne Lieder geschrieben. Zum Abschied haben wir unsere liebsten Schuh-Songs für Sie ausgewählt. Wir wünschen viel Vergnügen beim Hören und dass Sie auch weiterhin die Ohren spitzen, wenn Schuhe Geschichten erzählen.
Johanna Emge: „Dancing Barefoot“ von Patti Smith
„Ich war im letzten Sommer mit Freunden in einem Club. Es war furchtbar heiß und wir haben ausgelassen getanzt und irgendwann hat einer von uns spontan seine Schlappen abgestreift. Der Türsteher wollte ihn rauswerfen – da haben wir alle unsere Schuhe ausgezogen und barfuß weiter getanzt. ‚Dancing Barefoot‘ von Patti Smith bedeutet für mich nicht nur Freiheit für meine Füße, sondern auch Freiheit und Revolution gegen äussere Zwänge.“
Nach längerer Blogpause heute endlich mal wieder ein Eintrag. Ich war unterdessen allerdings nicht untätig und habe zusammen mit Ziska einen neuen Comic gemacht. Soeben ist eine erste Pressemitteilung dazu erschienen. Voila:
KRAFT DURCH FREUNDE
Unter diesem provokanten Titel parodieren sie das virtuelle Freundesammeln, den hemmungslosen Datenvampirismus im Überwachungsstaat, und den von Geilmärkten entfesselten Konsumrausch.
Der Mond hat die Menschheit schon immer fasziniert. Der leuchtende Erdumkreiser inspirierte Werwölfe, Schlafwandler, Verschwörungstheoretiker und Comiczeichner. Heisenberg meint, der Mond sei nur da, wenn jemand hinschaut. Doch ab heute ist er immer da, und zwar genau über Deinem Kopf, denn ‘Your Personal Moon’, ein kugelförmiges Ultrasmartphone, schwebt stets über seinem Besitzer und begleitet ihn überall hin. Der Moon ist der neue Trend – weg mit dem peinlichen alten iPhone!
Der Moon kann einfach alles, er ist Kamera, Telefon, Bankaccount, Musikbox, Navigator, Schlummerlicht… Klaus Dieter Freund, Eigentümer des Superkonzerns Kraft durch Freunde, landet… weiter lesen
In meiner mehr als nur politischen Jugend las ich einmal einen im Endeffekt sehr suggestiven Roman, der zur Zeit des Kapp-Putsches spielte und von der Entstehung, dem Kampf und der Niederlage der Roten Ruhrarmee erzählte, und das war ein sehr dramatisches, düsteres Buch voller Endzeitstimmung, und die zwei Protagonisten, beide Kämpfer und Anführer der Roten Ruhrarmee, überlebten die ganze furchtbare Sache nur sehr, sehr knapp, um sich dann aber, im letzten Kapitel, völlig überraschend einige Zeit später bei sonnigem Wetter am Rheinufer im Düsseldorf wiederzutreffen. Dort saßen sie dann auf einer Terasse, bestellten einen Kaffee und plauderten ein wenig, wie’s denn so geht usw. Starker Kontrast. Ganz normales Leben plötzlich. Nichts mehr von Kampf bis zum Ende, keine Roten Armeen mehr, keine Märsche auf die Zitadelle Wesel usw., stattdessen weißes Porzellan, Sonnenschein, draußen gibt’s nur Kännchen und das ganze Programm. Sehr beeindruckend.
Ganz ähnlich mein Gefühl, als zwei Tage… weiter lesen
Kostbare Lebenszeit der verehrten Leser und Leserinnen bleibt vom Somnambulen Salon unberührt und unbelästigt, weil er so unglaublich selten erscheint. Wie viel mehr davon könnten die Leser und Leserinnen doch gewinnen, wenn auch andere so wenig schreiben würden wie ich! Auch weiterhin werden wir uns in diesem Blog durch konsequentes Nicht-Bloggen allen gut gemeinten Weck- und Ordnungsrufen widersetzen, da uns die Disziplin des Bleibenlassens nun einmal in die Wiege gebloggt ist. Tagsüber sind wir gekommen um zu bleiben, nachts bleiben wir um zu lassen. Schlafwandler sind große Lassende, Profis in der Produktion von Nichts und wieder Nichts, und ihr Ehrgeiz besteht darin, dieses elegant zu steigern, dabei Hegel zustimmend, der festgestellt hat, dass im Buch der Geschichte das GLÜCK auf dessen leeren Seiten zu finden sei. Somit haben Sie bei der vorliegenden Lektüre den größten Nutzen, wenn Sie sich die Sätze als Statthalter für ein glückliches Nichts denken, behelfsweise als ein seidenes Negligé, mit dem… weiter lesen
Die tazblogs sind die Blogplattform auf taz.de. Hier schreiben taz-Autoren, Freunde und -innen aus der taz, aus aller Welt, aber vor allem darüber, was ihnen persönlich wichtig ist.
Der Blogwart empfiehlt
1up !
Die Premiere war zwar schon am vergangenen Samstag, aber ein Blick auf den Fotoblog Streetart lohnt immer noch, denn da werden exklusiv einige Werke… weiter lesen