Wer hätte das gedacht – dass irgendwann die große, unerfüllbare Hoffnung der Hinterbliebenen von verschwundenen Opfern der Diktatur sich in ihr Gegenteil verkehren würde? Dass sich der schreckliche Verdacht und, später, die schreckliche Gewissheit doch als falsch herausstellt – und keiner freut sich darüber? Nachdem Mitte November ein Mann in Argentinien aufgetaucht war, dessen Name auf der langen Liste der detenidos desaparecidos stand, gibt es jetzt neue Zweifel in drei weiteren Fällen – von offiziell anerkannten 1.183. Für Organisationen wie die Vereinigung der Familienangehörigen Verschwundener (AFDD) ist das ein schwerer Schlag – denn es liefert den ewiggestrigen Pinochetanhängern und der rechten Opposition willkommenes Futter.Im Gegensatz zu dem seit Jahrzehnten im argentinischen Mendoza wohnhaften Germán Cofré, den die Fernsehkameras in Fleisch und Blut einfangen konnten, sind zwei der jetzt in Frage stehenden Personen offenbar längst tot.