Morgen ist in Bolivien wieder autofreier Wahlsonntag – allerdings wird der Unterschied zu einem normalen Sonntag nicht so deutlich sein wie sonst: der Autoverkehr hat in den letzten Monaten merklich abgenommen, erzählen Freunde aus Cochabamba – im öl- und gasreichen Bolivien herrscht seit ein paar Wochen chronischer Benzinmangel. Die staatliche Ölfirma YPFB hat Probleme, die Nachfrage nach dem Treibstoff zu decken, und so lassen viele Bolivianer, statt stundenlang an der Tankstelle anzustehen, ihr Auto in der Garage.
Auf die Popularität von Evo Morales, der YPFB im ersten Jahr seiner Regierungszeit verstaatlicht hatte, hat das keinen Einfluss: Die überwiegende Mehrheit wird morgen allen Prognosen nach für die Verfassung stimmen, die eine klare Handschrift des Movimiento al Socialismo (MAS) trägt und von der Opposition als inkohärent und nicht vereinbar mit der UN-Menschenrechtserklärung kritisiert wird. Spannend ist nur, ob Evo Morales das Ergebnis des Referendums vom August 2008 noch übertreffen… weiter lesen