Beide haben den Tod schon als Kinder viel zu oft miterlebt; beide wissen wie es ist, wenn der Hunger alle anderen Sinne und Gedanken betäubt; beide konnten erst in späten Jahren ihre Schulbildung beginnen bzw. vollenden. Beide haben erst auf Drängen Dritter ihr Leben schriftlich niederlegt in zwei kleinen Büchlein, die im Dezember in Lima vorgestellt wurden. Die beiden Titel könnten unscheinbarer nicht klingen: „Erinnerungen eines unbekannten Soldaten“ von Lurgio Gavilán das eine ; „Kleine Mosaiksteine aus meinem Leben“ von Pilar Coll das andere. Hinter den nichtssagenden Titeln stecken zwei ausserordentliche Lebensgeschichten.
Mit 14 Jahren war Lurgio Gavilán bei vielen Morden dabeigewesen und erwartete nun bange seinen eigenen Tod. Eine Militärpatrouille hatte den Kind-Soldaten des „Leuchtenden Pfades“ 1985 in den Bergen von Ayacucho gefangengenommen.
Auch der ihm seit zwei Jahren eingehämmert Glaube, dass es eine Ehre sei, für Marx, Mao und vor allem für den Kameraden Gonzalo alias… weiter lesen