Frankfurt a. M. (epd). Nach dem Urteilgegen Folterer der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) fordert der Göttinger Strafrechtsprofessor Kai Ambos eine Aufarbeitung der Rolle Deutschlands bei der Verfolgung lateinamerikanischer Staatsverbrechen. Es sei zwar zu begrüßen, dass Deutschland in dem Prozess gegen die Verantwortlichen des Folterlagers “El Vesubio”, in dem auch die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann getötet wurde, als Nebenklägerin auftrat. “Aber das reicht nicht, wenn man glaubwürdig für Menschenrechte eintreten will”, sagte Ambos in einem epd-Gespräch.
Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude in Buenos Aires vor der Urteilsverküngung am Donnerstag (Foto: ECCHR)
Vielmehr müssten die Geschehnisse jener Jahre untersucht werden. Deutschlands Justiz und Diplomatie stehen in der Kritik, in den 70er und 80er Jahren nicht genug unternommen zu haben, um Elisabeth Käsemann und andere deutsche Opfer südamerikanischer Diktaturen zu retten. “Die Nebenklage zeigt das schlechte Gewissen”, sagte der Völkerrechtler. Den Fall Käsemann könnte man als Ausgangspunkt für… weiter lesen
Der ehemalige chilenische Formel-1-Pilot Eliseo Salazar, Teilnehmer der diesjährigen Dakar-Rallye durch Chile und Argentinien, ist schon am vergangenen Dienstag mitsamt seinem Hummer aus dem Wettbewerb ausgeschieden, angeblich wegen Problemen mit der Schaltung. Ein im Netz kursierendes Video lässt er grobe Orientierungsprobleme vermuten.
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PS: Am Donnerstag starb während der 11. Etappe in Argentinien (Chilecito-San Juan) ein 42 Jahre alter Einheimischer beim Zusammenstoß seines Kleinlasters mit dem Toyota-Team Eduardo Amor/Horacio Alejandro Fenoglio (Argentinien). Er ist das 60. Todesopfer in der Geschichte der Rallye. Der Mann aus Tinogasta war Landarbeiter, er hinterlässt Frau und Kinder. Die beiden Rallye-Fahrer erlitten keine ernsthaften Verletzungen.
Dass die Erderwärmung vor dem ewigen Eis der Südhalbkugel nicht haltmacht, beweisen diese beiden Fotos des Ameghino-Gletschers in Patagonien. Und ob man angesichts dieser Entwicklung wirklich ein Frohes Jahr 2011 wünschen kann, fragt sich Greenpeace Argentina (gefunden von: Jürgen Vogt).
Néstor “El Pingüino” Kirchner ist heute in Patagonien einem Herzinfarkt erlegen.
Damit verliert Lateinamerika einen seiner wichtigsten Staatsmänner des letzten Jahrzehnts. Als argentinischer Präsident sorgte der Linksperonist wie kein zweiter dafür, dass die Schergen der Militärdiktatur (1976-83) vor Gericht und im Knast landen – nirgendwo in der Region wird die Aufarbeitung dieser Schreckensära gründlicher vorangetrieben als in Argentinien.
In November 2005 hatte Kirchner seinen wohl größten Auftritt, als er in Mar del Plata zusammen mit dem Brasilianer Lula und Hugo Chávez aus Venezuela das US-Projekt der gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA platzen ließ. Im folgenden Ausschnitt von South of the Border erzählt er von einem Wortwechsel mit George W. Bush.
Noch ein Highlight von der Frankfurter Buchmesse: Die Präsentation der liebevoll edierten zweisprachigen Anthologie Neue argentinische Dichtung (luxbooks, Wiesbaden 2010).
Es lasen die Autoren Fabián Casas (2. v. l.), Washington Cucurto (2. v. r.) sowie die Herausgeber Timo Berger (l.) und Gustavo López (r.).
Eine Kostprobe von Washington Cucurto:
Die Frau aus Paraguay sagt über dieses Land
“Ein mit allen Wassern gewaschener lüsterner Araber wird der zweite Präsident, / der zum dritten Mal die Blauweiße küsst.” (…) Aber ist an dem Ganzen nicht der Araber schuld? / Da antwortet die Frau aus Paraguay: / “Schuld sind wir selbst, weil wir so bescheuert sind.”
Der argentinische Schriftsteller und taz-Autor Ariel Magnus stellte auf der Frankfurter Buchmesse seinen wunderbaren Roman Ein Chinese auf dem Fahrrad vor.
Magnus las aus der deutschen Übersetzung vor und stellte sich anschließend den Fragen seines jungen Publikums. Ein schönes Interview mit ihm findet sich hier.
Auch in Lateinamerika hat Bob Dylan eine große Fangemeinde, wie ich vor zweieinhalb Jahren bei einem denkwürdigen Konzert in Buenos Aires miterleben konnte. An einem lauen Sommerabend im Stadion von Vélez Sarsfield erwies dem Meister eine erlauchte Vorgruppe die Reverenz: der “argentinische Dylan” León Gieco, Rock-Legende Charly García und Oscar-Preisträger Gustavo Santaolalla. Tage später radelte Dylan in Frauenklamotten durchs uruguayische Schickeria-Seebad Punta del Este.
In vielen Teilen Brasiliens dürften sich solche Vorsichtsmaßnahmen gegen lästige Glotzer erübrigt haben. Und dass Dylan seine Brasilien-Aufenthalte zu malerischen Studien genutzt hat, weiß man erst seit kurzem. Das Ergebnis ist ab heute in Kopenhagen zu sehen, wo die Dylan-Ausstellung The Brazil Series eröffnet wurde.
Eine Auswahl der ausgestellten Werke findet sich hier. Das Buch dazu erscheint demnächst beim Prestel-Verlag, der schon den Katalog zu Dylans 2007er-Ausstellung in Chemnitz veröffentlicht hatte.… weiter lesen
So richtig gönnt man diese Popularität der Sealife-Kette ja nicht, die weltweit Schulklassen und Familien für teuer Geld durch ihre Aquarien treibt und nichts daran findet, manch tierischen Schützling auch noch zum Clown zu machen. Aber das muss man ihren Marketingleuten lassen: Krake “Paul”, der in Oberhausen WM-Tipps abgibt, hat es tatsächlich zu internationaler Berühmtheit gebracht. Was dieser argentinische Cartoon belegen mag, dessen Wortwitz freilich nicht recht zu übersetzen ist (In etwa: Bislang sprachen die Kirchners von einem Rednerpult [púlpito] herab – jetzt verlassen sie sich auf einen kleinen Kraken [pulpito].)
Joelma Lima aus Porto Alegre wusste es schon wenige Minuten nach dem Abpfiff: Mick Jagger ist schuld an Brasiliens WM-Absturz!
Der Rolling Stone, der zum Holland-Spiel mit seinem brasilianischen Sohn auf der VIP-Tribüne aufgetaucht war, “hat doch schon vorher den Amis und England Pech gebracht”, sagte die Obstverkäuferin augenzwinkernd.
Brasiliens Twitter-Gemeinde, die bis zum späten Freitagabend die weltweiten trending topics dominierte, machte – in dieser Reihenfolge – drei Hauptschuldige aus: Mick Jagger, Trainer Dunga und den Unglücksraben Felipe Melo.
Ein typischer Tweet:
Matemática da copa: Mick Jagger FDP + Felipe Melo FDP + Juíz inexperiente + Dunga Burro – Ronaldinho Gaúcho = Adeus Hexa + Maradona Pelado
Keine zwei Monate hat er sich auf seinem Posten gehalten: Miguel Otero, im April von Präsident Sebastián Piñera als Botschafter im Nachbarland Argentinien eingesetzt, hat am Dienstag sein Rücktrittsgesuch eingereicht, das von der Regierung in Santiago umgehend angenommen wurde. Gestolpert ist der fast 80-Jährige über seine stramm reaktionären Ansichten, insbesondere eine Apologie des Putsches und der Pinochet-Diktatur. Für Piñera bedeutet die Abdankung seines Parteifreunds eine weitere Blamage nach diversen unglücklichen Personalentscheidungen (wie zuletzt im Fall Iván Andrusco).
Was war passiert? Der Jurist Otero, renommierter Anwalt und in den Neunzigerjahren Senator für die rechte Partei Renovación Nacional, hatte sich geärgert, weil die argentinische Tageszeitung Clarín anlässlich seiner Ernennung eine recht ätzendes Porträt verröffentlicht hatte – das Porträt eines enthusiastischen Putschisten, der in leitender Funktion an der Universidad de Chile Razzien gegen linke Dozenten und Studenten mitverantwortete, später an der demokratisch nicht legitimierten Gesetzgebung der Militärjunta mitwirkte und sich… weiter lesen