Archive for the ‘Haiti’ Category

30.07.2011 von Gerhard Dilger
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Ricardo Teixeira am Pranger

von Gerhard Dilger

Brasiliens Fußballfans proben den Aufstand, denn allzu schamlos geht es im Vorfeld der WM 2014 zu. Der geballte Unmut über soziale Verwerfungen, die Milliardengeschäfte von Baufirmen, die Bevormundung durch den Mediengiganten Globo und die Willfährigkeit der Politik konzentriert sich dabei auf einen Mann: Ricardo Teixeira, den skandalumwitterten Chef des nationalen WM-Organisationskomitees; den brasilianischen Fußballverband CBF leitet er seit 1989.

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Während der heutigen Auslosung der Gruppen für die WM-Qualifikation in Rio finden gleich mehrere Proteste statt. 20 Basisorganisationen prangern die Zwangsumsiedlungen tausender Familien allein in Rio an. Das Umfeld der Stadien, Stadtzentren und Zufahrtswege soll aber auch in den anderen elf Austragungsorten von armen Brasilianern “gesäubert” werden. Gegen Teixeira wird freilich gesondert demonstriert.

Seit letzter Woche läuft die Internetkampagne Raus mit Ricardo Teixeira auf Hochtouren. Auf Twitter gehört das Thema zu den brasilianischen Topthemen. Als die Macher des sozialen Netzwerks das entsprechende… weiter lesen

12.01.2011 von Hans-Ulrich Dillmann
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Chronologie einer angekündigten Katastrophe

von Hans-Ulrich Dillmann

12. Januar 2010: Um 16.53 Uhr (21:53 Uhr UTC) bebt rund um Port-au-Prince insgesamt 43 Sekunden lang die Erde. Das Epizentrum liegt 25 Kilometer westsüdlichwestlich der haitianischen Hauptstadt in der Nähe der Kleinstadt Léogâne in einer Tiefe von etwa 13 Kilometern und dauert. Die Stärke beträgt Angaben des United States Geological Survey (USGS) 7,0 auf der Momenten-Magnituden-Skala. In der Bucht wurden durch die Wucht der Erschütterungen zwei kleinere Tsunamis mit einer Wellenhöhe von rund drei Metern ausgelöst. Noch drei Nachbeben folgten.

Der Flughafen von Port-au-Prince wurde schwer beschädigt, kann jedoch weiter genutzt werden. Beim Beben wird der Präsidentenpalast völlig zerstört. Die katholische Kathedrale von Port-au-Prince stürzt ebenso ein wie die anglikanische Holy Trinity Cathedral. Fast 50 Prozent der Gebäude in Port-au-Prince sind zerstört oder schwer beschädigt. Das Hotel Montaña, Wohnsitz von vielen Diplomaten und Mitgliedern der UN wird ebenso wie das Hotel Christopher zerstört, dem Hauptquartiert der UN-Blauhelmtruppen Minustah. Aus… weiter lesen

17.01.2010 von Knut Henkel
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Neuerliche Eiszeit über der Straße von Florida

von Knut Henkel

Kuba hat den USA das Überfliegen des kubanischen Luftraums gewährt, damit schneller und effektiver Hilfe nach Haiti gebracht werden kann. Eine humanitäre Geste Havannas, denn das Verhältnis zwischen Havanna und Washington ist alles andere als entspannt. … weiter lesen

14.01.2010 von Gerhard Dilger
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Eduardo Galeano über Haiti

von Gerhard Dilger

Die apokalyptischen Bilder aus Haiti verdecken eines: Der westliche Teil der Insel Hispaniola war nicht immer ein “Katastrophenland”.

Der weiße Fluch

von Eduardo Galeano

Am ersten Tag diesen Jahres wurde die Freiheit 200 Jahre alt. Keiner hat es bemerkt, oder beinahe keiner. Einige Tage später bekam Haiti, das Geburtstagskind, ein wenig Platz in den Medien. Nicht aufgrund des Jahrestages der universellen Freiheit, sondern wegen eines Blutbads, das schließlich zum Sturz des Präsidenten Aristide führte.

Haiti war das erste Land, in dem die Sklaverei abgeschafft wurde. Allerdings schreiben die bekanntesten Enzyklopädien und die meisten Lehrtexte England diese historische Ehre zu. Es stimmt, dass das Weltreich, das zuvor Weltmeister im Sklavenhandel war, eines Tages die Meinung änderte; doch die Abschaffung durch die Briten geschah 1807, drei Jahre nach der Haitianischen Revolution, und sie war so wenig überzeugend, dass England 1832 die Sklaverei noch einmal verbieten musste.

Die Negierung Haitis ist nichts… weiter lesen

03.11.2009 von Hans-Ulrich Dillmann
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Haitianische Regierungschefin gestürzt

von Hans-Ulrich Dillmann

De facto ist Michelle Pierre-Louis ihre Effizienz im Regierungsgeschäft zum Verhängnis geworden. 13 Monate stand die 62-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin an der Spitze der haitianischen Regierung. International war sie zwar anerkannt wegen ihrer Zuverlässigkeit und ihrer kompromisslosen Haltung gegenüber Korruption, die Mitglieder des aus zwei Kammern bestehen haitianischen Parlaments verfolgten ihre Regierungspolitik jedoch mit zunehmender Ablehnung. Nach einer turbulenten Sitzung enthoben Senatoren bei einem Misstrauensvotum am Freitag 18 der 29 die Regierungschefin ihres Amtes und entließen auch die Regierungsmitglieder. Die Mehrzahl gehört der Regierungspartei Lespaw (Hoffnung) von Staatspräsident René Preval an.
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