Posts Tagged ‘tihuanaco’

23.01.2010 von Benjamin Kiersch
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Viel Erfolg, Evo!

von Benjamin Kiersch

Die Regierung hatte vorgesorgt, dass die Feierlichkeiten zur zweiten Amtseinführung von Evo Morales ein Volksfest werden würde: Zwei Tage vor dem Staatsakt wurde der 22. Januar als „Geburtstag des plurinationalen Staats“ per Dekret zum nationalen Feiertag erklärt, und allen Arbeitern und Angestellten wurde freigestellt, am 21. Januar zum Festakt nach Tihuanaco zu fahren, wo Evo Morales nach Tradition der Aymara zum Apu Mallku, dem „geistlichen Oberhaupt“ des sekulären Bolivien gekürt wurde.

Gestern legte Morales, der im Dezember mit 64 Prozent wiedergewählt worden war,  in einer zweistündigen Rede vor dem Parlament Rechenschaft über seine erste Amtszeit ab. Dabei stellte er die Erfolge seiner Regierung heraus, die er als „das beste Kabinett aller Zeiten“ bezeichnete: die Demokratisierung des Landes, die Integration der ländlichen Bevölkerung und Indígenas in politische Entscheidungsprozesse, den Ausbau des Gesundheitssystems, vor allem in ländlichen Gebieten, die Konsolidierung der Staatsfinanzen durch Verstaatlichung… weiter lesen

22.06.2009 von Benjamin Kiersch
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Die Rückkehr der Sonne

von Benjamin Kiersch

Pünktlich zum 21. Juni beschloss die Regierung unter Evo Morales vorgestern, ebendiesen Tag in Bolivien ab 2010 zum offiziellen Feiertag zu erklären. Vor 500 Jahren verboten die spanischen Besetzer den Aymara,  das Fest der Rückkehr der Sonne (Willakatuti) zu feiern, und oktroyierten den Bewohnern des Hochlands den gregorianischen Kalender auf, nach dem das Jahr am 1. Januar beginnt – das darf man sich so vorstellen, als würde die Regierung in Berlin erklären, in Deutschland sei Silvester ab sofort am 30. Juni abzuhalten.

Seit einiger Zeit wird Willakakuti, das Neujahrsfest der Aymará, das sich heute zum 5517sten Mal jährt, mit rituellen Zeremonien wieder begangen. Die wichtigste Feier findet in Tihuanaco statt: Tausende Menschen versammeln sich jedes Jahr in der eisigen Nacht in der antike Tempelstadt der Aymará auf knapp 4000 Meter Höhe, erwarten fröstelnd den Aufgang der Sonne, deren erste Strahlen genau in die obere… weiter lesen