Die Regierung hatte vorgesorgt, dass die Feierlichkeiten zur zweiten Amtseinführung von Evo Morales ein Volksfest werden würde: Zwei Tage vor dem Staatsakt wurde der 22. Januar als „Geburtstag des plurinationalen Staats“ per Dekret zum nationalen Feiertag erklärt, und allen Arbeitern und Angestellten wurde freigestellt, am 21. Januar zum Festakt nach Tihuanaco zu fahren, wo Evo Morales nach Tradition der Aymara zum Apu Mallku, dem „geistlichen Oberhaupt“ des sekulären Bolivien gekürt wurde.

Gestern legte Morales, der im Dezember mit 64 Prozent wiedergewählt worden war, in einer zweistündigen Rede vor dem Parlament Rechenschaft über seine erste Amtszeit ab. Dabei stellte er die Erfolge seiner Regierung heraus, die er als „das beste Kabinett aller Zeiten“ bezeichnete: die Demokratisierung des Landes, die Integration der ländlichen Bevölkerung und Indígenas in politische Entscheidungsprozesse, den Ausbau des Gesundheitssystems, vor allem in ländlichen Gebieten, die Konsolidierung der Staatsfinanzen durch Verstaatlichung… weiter lesen
