Posts Tagged ‘TV-Spots’

28.11.2009 von Claudius Prößer
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Eine linke Handbewegung

von Claudius Prößer
Alejandro Goic, Regisseur und Schauspieler sowie seit den Sieb­zi­ger­jah­ren be­ken­nen­der Sozialist, unterstützt im Wahlkampf Jorge Arrate. Vor­her hat­te er sich für die Kandidatur von Alejandro Navarro ins Zeug ge­legt, bis der Senator aufgab und Marco Enríquez-Ominami zur neuen lin­ken Hoff­nung kürte. Das hält Goic für einen schlechten Scherz: “MEO instrumentalisiert das Erbe derer, die sich unter der Diktatur aufgeopfert haben, solidarisch waren, sich für die Armen und die Würde der Arbeiter eingesetzt haben. Dieses Erbe, diese Tradition verunglimpft er. Er ist der Prototyp des Yuppie, des rechten Liberalen. Als Unternehmer gehorcht er diesem kulturellen Paradigma.”

Dass “MEO” von vielen Chilenen als De-facto-Rechter betrachtet wird, liegt auch an manch un­durch­sich­ti­ger Figur in dessen Wahl­kampf­kom­man­do: etwa Max Marambio, einst Mitglied der politischen Leibwache Allendes (der GAP), der später auf und mit Kuba äußerst lukrative Geschäfte machte und Carlos Cardoen dort einführte, einen Mann, der sich unter Pinochet mit… weiter lesen

14.11.2009 von Claudius Prößer
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Politik mit Streifen

von Claudius Prößer
Einen Monat vor den chilenischen Präsidenten- und Parlamentswahlen am 13. Dezember darf im Wahlkampf endlich geworben werden. Nach­dem verfrühte Plakate diesmal recht konsequent abgehängt wurden, ta­pe­zieren die Teams der Kandidaten und Parteien seit Freitagmorgen Straßen und Plätze. Mit echter Spannung dagegen haben die Chilenen die franja electoral erwartet, die epischen TV-Spots, die ab jetzt Tag für Tag aus­ge­strahlt werden, und in die die jeweiligen Teams viel Kreativität und noch mehr Geld investieren. Die Popularität der franja geht auf das Jahr 1988 zurück, als das Plebiszit über die Verlängerung der Pinochet-Herr­schaft den Chilenen zum ersten Mal in ihrer Geschichte politische Fern­seh­wer­bung bescherte – die im Fall des “No” so gut gemacht war, dass der Erfolg der Anti-Pinochet-Kampagne zum Teil auch auf ihr Konto ging.

Hier die ersten vier je fünfminütigen “Streifen” zur anstehenden Wahl: Oppositionskandidat Sebastián Piñera, der in den Umfragen mit knapp vierzig Prozent führt, hat sich kurzerhand… weiter lesen

06.06.2009 von Claudius Prößer
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Vergleichsweise daneben

von Claudius Prößer
Estoy pato heißt auf Chilenisch so viel wie “ich bin blank”. Was ein akuter Mangel an Liquidität mit einer Ente (pato) zu tun hat, kann niemand genau erklären, aber die BancoEstado, eine staatliche Bank mit Sparkassencharakter, warb vor ein paar Jahren im klammen Monat März mit einem Fernsehspot für Konsumkredite, in dem tausende niedliche Entchen durch das Zentrum von Santiago wackelten. Damit konnten sich die chronisch unterfinanzierten Chilenen nur zu gut identifizieren – die Kampagne war ein voller Erfolg.

Seitdem hat sich die Ente zum zentralen Werbe- und Sympathieträger für die BancoEstado gemausert – das heißt, gemausert hat sie sich eben nicht, sie ist immer noch klein und gelb, wie frisch geschlüpft. In einer langen Reihe populärer TV-Spots tritt sie in den verschiedensten Zusammenhängen computeranimiert auf, meistens in einem bekannten historischen Kontext, dem sie eine absurde Wendung gibt.

Erstaunlicherweise hat sich die katholische Kirche noch… weiter lesen

05.11.2008 von Claudius Prößer
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Kinder, lasst das Kiffen sein

von Claudius Prößer

Zu Cannabisprodukten haben viele Chilenen ein angenehm entspanntes Ver­hält­nis, was natürlich auch auf den vergleichsweise hohen Konsum zu­rück­zu­füh­ren sein könnte. An gutes Gras zu kommen, ist selten ein Pro­blem – in einem Land mit viel Platz und viel Sonne käme jedenfalls nie­mand auf die Idee, Zimmer-Plantagen unter künstlichem UV-Licht an­zu­le­gen. Keine Erleuchtung war dagegen die Entscheidung der Re­gie­rung von Anfang des Jahres, Marihuana auf eine Stufe mit Drogen wie Kokain und der zerstörerischen pasta base zu stellen, insbesondere was das Straf­maß für den Handel angeht.

Am meisten Sorgen aber macht der staatlichen Drogenkontrollbehörde Conace der verbreitete Cannabisgebrauch unter Jugendlichen und deren mangelndes Problembewusstsein. Einer im vergangenen Jahr durch­ge­führ­ten Erhebung zufolge haben fast 16 von 100 Schülern zwi­schen der 8. und der 12 Klasse mindestens einmal in den letzten zwölf Monaten Marihuana konsumiert – wobei es unter den Achtklässlern fünf und unter den Schulkameraden aus der Zwölften… weiter lesen