04.02.2012 von Peter Strack
„Derzeit ist nur wenig Andrang”, machte mir der schon von wiederholtem Anstehen bekannte Mitarbeiter der Migrationsbehoerde im bolivianischen Cochabamba Hoffnung, als ich ihn letztens zufaellig im Kleinbus traf. Auf dem Weg in seine Behoerde. Und in der Schlange, die an diesem Morgen recht schnell voranrueckte, standen auch kaum mehr als 20 Interessenten, brasilianische Studenten, Priester, Nonnen … Aber als ich nach einer halben Stunde dran war, hiess es nur: Um 14 Uhr 30 wiederkommen!
Die Wartenummern, mit denen man sich die Zeit ein wenig einteilen koennte, und von denen ein Hinweisschild anweist, sie sich zu besorgen, gaebe es nicht. Fast puenktlich stand ich nachmittags wieder vor dem Buero Nummer 3, das zum wiederholten Male die gleichen Angaben aufnehmen, in den Computer eingeben und ein Foto fuer den neuen Ausweis machen sollte. Die Zahl der Wartenden, die sich um vier Stuehle draengten und immer wieder von Polizisten gebeten wurden, doch… weiter lesen
08.11.2009 von Claudius Prößer

Michael Glos hält den “Bolivarismus” von Hugo Chávez für eine Bedrohung – nicht, weil Chávez gerade erklärt hat, dass er
nur drei Minuten zum Duschen braucht, sondern weil er “seine Ideen auch in anderen lateinamerikanischen Ländern finanziert”. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister ist gerade mit einer Delegation der
Hanns-Seidel-Stiftung zu Besuch in Chile. Dem
Mercurio hat er ein kleines Interview gegeben.
El Mercurio: Und wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in der Region?
Michael Glos: Was das betrifft, ist Chile ein vorbildliches Land. Ich weiß, dass die Generäle sich selbst in wirtschaftlichen Dingen für nicht allzu kompetent hielten und deshalb Experten ins Land geholt haben. Das hat dazu geführt, dass die Wirtschaft hier eine sehr positive Entwicklung durchgemacht hat, dass Chile in der Region führend ist. Natürlich entschuldigt das nicht, dass es in diesem Land Menschenrechtsverletzungen gegeben hat. Aber es ist auch eine Tatsache, dass hier die… weiter lesen
10.08.2009 von Claudius Prößer

Seit Jahren schon prägt die Wiphala, die regenbogenbunte Indigenen-Flagge, das Bild vieler bolivianischer Städte. Auf keiner Demonstration indigener und sozialer Bewegungen darf sie fehlen.
Ab heute weht die Wiphala, die die neue bolvianische Verfassung als nationales Symbol neben die rotgelbgrüne Trikolore
stellt, auch in allen Schulen von La Paz und El Alto.
Damit befolgt die Präfektur von La Paz einen Erlass der Regierung von vergangener Woche, der vorschreibt, die Wiphala in allen öffentlichen Einrichtungen neben der Trikolore zu hissen. Die oppositionellen Präfekturen des Tieflands haben bereits angekündigt, diesen Erlass zu missachten – was scharfe Kritik der regierenden MAS hervorgerufen hat.
Interessant an der quadratischen Flagge mit den 49 Feldern ist ihre reichlich ungeklärte Herkunft. Nach der Lesart vieler Indigenenvertreter geht sie direkt auf das Inkareich zurück und repräsentiert das Qulla Suyu, die südwestliche der vier inkaischen Provinzen. Andere halten sie für ein… weiter lesen
25.01.2009 von Benjamin Kiersch
Morgen ist in Bolivien wieder autofreier Wahlsonntag – allerdings wird der Unterschied zu einem normalen Sonntag nicht so deutlich sein wie sonst: der Autoverkehr hat in den letzten Monaten merklich abgenommen, erzählen Freunde aus Cochabamba – im öl- und gasreichen Bolivien herrscht seit ein paar Wochen chronischer Benzinmangel. Die staatliche Ölfirma YPFB hat Probleme, die Nachfrage nach dem Treibstoff zu decken, und so lassen viele Bolivianer, statt stundenlang an der Tankstelle anzustehen, ihr Auto in der Garage.
Auf die Popularität von Evo Morales, der YPFB im ersten Jahr seiner Regierungszeit verstaatlicht hatte, hat das keinen Einfluss: Die überwiegende Mehrheit wird morgen allen Prognosen nach für die Verfassung stimmen, die eine klare Handschrift des Movimiento al Socialismo (MAS) trägt und von der Opposition als inkohärent und nicht vereinbar mit der UN-Menschenrechtserklärung kritisiert wird. Spannend ist nur, ob Evo Morales das Ergebnis des Referendums vom August 2008 noch übertreffen… weiter lesen
22.10.2008 von Benjamin Kiersch
In Bolivien haben sich Regierung und Opposition auf einen Kompromiss über die neue Verfassung geeinigt. Der Kongress verabschiedete ein Gesetz, nach dem am 25. Januar 2009 eine Volksabstimmung in über den Verfassungsentwurf der MAS stattfinden wird. Tausende feierten auf der Plaza Murillo in La Paz.

Währenddessen trat in Ecuador am Montag die neue Verfassung in Kraft, für die fast 64 % der Wählerinnen bei einem Volksentscheid im September gestimmt hatten.

Fotos: ABI, El Comercio