Die Präsidentschafts-Kampagne von Sebastián Piñera hat einen neuen Unterstützer. Und nicht irgendeinen: Mit Fernando Flores Labra springt ein Mann auf den Zug der Rechten auf, der nicht nur Finanzminister unter Allende war, sondern auch von 1973 bis 1976 in verschiedenen Straflagern der Diktatur zubrachte, unter anderem auf der Isla Dawson.
Am Mittwoch ist Flores seinen ganz persönlichen Pakt mit den politischen Erben seiner Verfolger eingegangen. Der 66-jährige Unternehmensberater und Senator, dessen achtjähriges Mandat im kommenden Jahr endet, hat seine Bewegung Chile Primero einer “Coalición del Cambio” hinzugefügt, der vor allem Piñeras Partei Renovación Nacional und die ultrarechte UDI angehören. Er selbst, ursprünglich Sozialist, war vor zwei Jahren aus der sozialdemokratischen Demokratie-Partei (PPD) ausgetreten, die zusammen mit der sozialdemokatischen Radikalen Partei (PRSD), der sozialdemokratischen Sozialistischen Partei (PS) und der sozialdemokratischen Christdemokratischen Partei (PDC) das Regierungsbündnis Concertación bilden. Sein Vorwurf: In der Koalition… weiter lesen
Bis vor ein paar Wochen galt es nicht nur innerhalb der chilenischen Rechten als ausgemacht, dass der Geschäftsmann und Großaktionär Sebastián Piñera (LAN, Chilevision) die Präsidentschaftswahl im Dezember 2009 haushoch gewinnen würde. Die seit fast 20 Jahren regierende christdemokratisch-sozialistische Concertación gilt weiten Kreisen als ausgelaugt, selbstbezogen, wenn nicht gar korrupt. Piñera ist zwar ein Mann, dem Gier und Geltungssucht ins Gesicht geschrieben stehen, aber offenbar gilt für viele die Devise, dass einer, der sowieso im Geld schwimmt, nicht auch noch als Präsident die Bürger bestehlen muss.
Jetzt hat Piñera unverhofft Konkurrenz bekommen – eine, die für ihn mit unguten Erinnerungen behaftet ist. Weil Piñeras Partei Renovación Nacional ihren Verbündeten und ewigen Rivalen, die UDI, in einer wichtigen Personalie düpierte, hat letztere zurückgeschossen und Evelyn Matthei ins Rennen geschickt – wenn auch nicht offiziell. Die blonde Senatorin ist die Tochter des… weiter lesen
Nirgendwo kann man das Phänomen der sich selbst erfüllenden Prophezeiung derzeit besser nachvollziehen als bei Youtube-Hypes: Irgendwer lädt ein lustiges Filmchen ins Netz und jemand anderes schreibt eine Online-Meldung, dass alle ganz verrückt nach diesem Filmchen sind. Wer das liest, will natürlich wissen, was die anderen daran finden, und prompt explodiert die Klickrate. So geschieht es gerade in Chile mit diesem Clip:
Das Queen-Cover ist Teil der Kampagne, die Ricardo Jeldes, derzeit Leiter des Grünflächenamts von Quilpué und Kandidat der rechten Partei Renovación Nacional (RN), bei den Kommunalwahlen am 26. Oktober in den Bürgermeistersessel und den amtierenden Sozialisten hinauskatapultieren soll. Der neue Text ist leicht zu merken, im Refrain heißt es:
Ricardo Jeldes wird / der neue Bürgermeister von Quilpué. / Ricardo Jeldes, / Ricardo Jeldes, / dies ist die Zeit / von Ricardo Jeldes / in Quilpué.