Der neue NME produziert einen handfesten Skandal und man fragt sich, ob denn schon wieder 1992 ist.
Die Vorgeschichte
Als Morrissey in den 80ern als Sänger der Smiths Indiepop auf die britische Kulturkarte setze, war der NME einer seiner größten Unterstützer und Bewunderer. Nachdem – der sicher streitbare – Morrissey auf Solopfaden wandelte, ereigneten sich einige Zwischenfälle, die in einem berühmten Artikel des NME gipfelten, der Morrissey Nationalismus und/oder rassistische Tendenzen vorwarf. Gründe waren einerseits Morrisseys romantisierendes Englandbild verbunden mit fragwürdigen Songtiteln (National Front Disco, Bengali In Platforms) sowie als letztendlicher Auslöser ein Konzert als Support von Madness, die bekanntermaßen eine starke rechte Gefolgschaft hatten, während dem Morrissey sich in eine England-Flagge wickelte.
Morrissey beendete daraufhin jeglichen Kontakt mit dem NME und erst seit dem Comeback-Album „You’re The Quarry“ 2004, das vom NME begeistert aufgenommen wurde, schien sich das Verhältnis langsam zu entspannen und so fand nach über einem Jahrzehnt Pause sogar das erste Morrissey-Interview mit dem NME statt.
Rassismus-Vorwürfe, reloaded
