“Die Vorgruppe trägt den unschönen Namen „Fräulein Wunder“ und klingt auch so – als hätten sich Neue Deutsche Welle, Alternative Rock, der Deutschpop dieses Jahrzehnts und andere Schreckensstile zum gemeinsamen Breitlatschen ausgetretener Pfade verabredet. Die vier Musikerinnen aus dem hessischen Nidda wurden 2007 entdeckt und erinnern mit ihrer gebraucht abgestaubten Designer-Wildheit an jene spätpubertären Nichten, bei denen man nie weiß, was man ihnen zum Geburtstag schenken soll: ein Puzzle? Einen Gutschein für eine Tätowierung?
Die vier jungen Frauen wirken nicht unsympathisch, aber es tut weh, diese konfektionierte Musik zu hören und geliehene Posen zu sehen. Vielleicht hat der Produzent und Mitkomponist Uwe Fahrenkrog-Petersen (ehemals Keyboarder bei Nena und Juror bei „Popstars“) der Band zu gut erklärt, wie man sich in diesem Geschäft zu verhalten hat; vielleicht hat er gar zu „Authentizität“ geraten. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit sind bedrückend banaler Beamtenpunkrock mit Wildheit vorgaukelnder Attitüde und Songs, die auch einmal „Panzerboy“ heißen dürfen. … weiter lesen
