Posts Tagged ‘Love Is All’

13.10.2010 von Christian Ihle
blogavatar

Bhang Bhang, It’s Lo-Fi! The Summer Of Lo-Fi 2010

von Christian Ihle

Manche Geschichten können sich noch so lange andeuten und im Untergrund brodeln, letzten Endes überrascht es doch, wenn eine gewisse Massenwirkung einsetzt.

The Summer Of Lo-Fi 2010

So auch mit unserem liebsten Genre der letzten Jahre, dem hilflos bandübergreifend betitelten Lo-Fi- Sound. Zwar hatten wir schon in der Vergangenheit von Bands wie No Age und Girls geschwärmt (von Love Is All als skandinavischem Vertreter und Popblog Album des Jahres 2006 ganz zu schweigen) und in diesem Januar beinah ausschließlich Lo-Fi-Bands in der Gitarrenecke unserer „next big thing“ – Jahresvorausschau präsentiert, doch wie sehr dieser Sommer von krachigen Gitarren, schwächlicher Produktion und dahinter gut versteckten Hymnen beherrscht war, hat auch uns überrascht.

We’ve Got a Fuzzbox and We’re Gonna Use It

Dabei ist Lo-Fi auch noch ein bemerkenswert wenig konkreter Genrebegriff. Worauf kann man sich einigen? Die Bands bevorzugen es, ihre im Grunde an Melodien reichen Songs nicht auszustellen, sondern mehr hinter scheinbar schäbiger Produktion zu verstecken und das Gitarrengeschrammel gerne zu überdrehen bis die Regler am Mischpult dunkelrot ausschlagen.

Doch schon bei den Einflüssen treten Schwierigkeiten auf: die meisten der Lo-Fi-Bands scheinen sich auf die Idee der Ramones, Phil-Spector- und Girl-Group-Hymnen in zweiminütigen Krachattacken auf ihre Essenz zu reduzieren, einigen zu können.
Ein anderer Teil der Lo-Fi-Bands um die Pains Of Being Pure At Heart beruft sich eher auf die vorwiegend britischen Kollegen des C-86-Indiepops und auf Wedding Present (die Crocodiles dagegen auf Jesus & The Mary Chain), eine Band wie The Drums hat gar die Post-Punk-Basslinien aus der Factory Records – Zeit nach 2010 gerettet, ohne sich dabei dem vorherrschenden Post-Punk-Sound der letzten Jahre via Gang Of Four zu ergeben.

YouTube Preview Image
.

Daneben gelingt es den Minimalisten von Ty Segall zu Sleigh Bells hauptsächlich über Monsterriffs in größtmöglicher Verzerrung ihre Songs zu leiten und somit sich den DIY-Ursprüngen der White Stripes zu nähern, auch wenn das dort vorherrschende Blues-Songwriting-Ideal für die neuen Protagonisten kein Thema ist. Dass Jonathan Richman und seine Modern Lovers nicht fehlen dürfen, wenn über Lo-Fi gesprochen wird, daran haben spätestens The Soft Pack (formerly known as The Muslims) mit Nachdruck erinnert. Sogar noch ältere Vorbilder kann man in den Surf-Rock-Gitarren von Best Coast und den Crocodiles verorten, während der junge wilde Kiffer Nathan Williams aka Wavves im Grunde ein Nirvana-Grunge-Songwriting bevorzugt, seine Songs aber in beinah unanhörbarer Verzerrung aufnimmt, so dass Cobain’sche Feinheiten nur wie eine ferne Erinnerung durchklingen.

City On Drugs

Die Saat für die amerikanische Lo-Fi-Faszination wurde im „The Smell” Club in Los Angeles vor einigen Jahren gelegt. Insbesondere No Age mit ihrem Ambient-Punk dürfen als Könige der Smell-Szene gelten, haben sie doch auf ihrem ersten Album dem „The Smell” Club Referenz erwiesen, in dem sie sein trostloses Äußeres aufs Cover hoben. Dort spielten neben No Age auch Abe Vigoda, The Mae-Shi, Times New Viking oder Mika Miko, die allesamt zwar eine Lo-Fi-Ästhetik bevorzugen und den DIY-Gedanken hochhalten, aber im … weiter lesen

27.12.2008 von Christian Ihle
blogavatar

Die zehn besten Alben 2008

von Christian Ihle

10. Santogold: “Santogold” (Indiepedia)
YouTube Preview Image
Santogold war 2008 überall. Von Jay-Z zu N.E.R.D. und Julian Casablancas riss sich jeder um die New Yorkerin. Überall war sie auch auf ihrem Album unterwegs. Santi White streifte so viele Genres auf ihrem Debüt, dass man lediglich den Black Metal Knaller vermissen wollte. Aber auch so bekamen wir von M.I.A.-Stuff („Creator“) zu Indierock („Lights Out“), Pop-Punk („You’ll Find A Way“) und Hip-Hop-Reggae („Shove It“) alles was wir wollten – und mehr. Höhepunkt war natürlich der Besuch in den 80ern via „L.E.S. Artistes“, das auch nach gut 15 Monaten nichts von seiner Wucht und Würde verloren hat.
… weiter lesen

10.09.2008 von Christian Ihle
blogavatar

My Favourite Records… mit Love Is All

von Christian Ihle

Die schwedische Indie-Pop-Band, die unser Album des Jahres 2006 geschrieben hat, teilt uns ihre Lieblingssongs mit…

Love Is All Nothing
… weiter lesen

03.01.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Die zehn besten Songs 2006

von Christian Ihle & Horst Motor

Christian Ihle

5. Clap Your Hands Say Yeah – Upon This Tidal Wave Of Young Blood
… weiter lesen

30.12.2006 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Die zehn besten Alben 2006

von Christian Ihle & Horst Motor

Christian Ihle:

5. Die Goldenen Zitronen – Lenin

Dass das neue Goldene Zitronen Album nicht allerorten als Sensation des Jahres besprochen wurde, liegt am Fluch der guten Tat. … weiter lesen

28.12.2006 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Die zehn besten Live-Acts 2006

von Christian Ihle & Horst Motor

10. Wild Billy Childish

Billy Childish ist eine Legende des britischen Undergrounds. Unzählige Alben, Bands und Songs hat er unter den verschiedensten Namen (Thee Headcoats, Buff Medways, etc) in den letzten annähernd 30 Jahren veröffentlicht und immer noch marschiert er erhobenen Hauptes weiter. Kommerzieller Erfolg ist ihm dabei nicht wichtig und selbst wenn sich für eine kurze Zeit der Geschmack der Welt zufällig für die Art Musik interessiert, die Billy Chidish seit Jahrzehnten nun in erschreckender Regelmäßigkeit produziert, verhilft ihm das zu keinem Durchbruch. Im Gegensatz zu allen Garagen-Punk-Bands, die die ersten Jahre des neuen Jahrtausends beherrschten, bleibt Childish der kompromisslose Vater der Szene, der kein Jota von seinen Überzeugungen weicht. … weiter lesen

11.12.2006 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

9 Times That Same Song

von Christian Ihle & Horst Motor

20 Jahre ist es nun her, dass der New Musical Express eine Cassette (ja, sweet bygone days…) seinem Magazin beifügte, auf der die besten neuen Indie-Pop-Bands versammelt waren. Alle teilten eine Vorliebe für schrammelige Gitarren, die Ramones, 60s Girl-Group-Harmonien sowie die Beach Boys und praktizierten den aus den Punktagen gelernten Do It Yourself Stil bis zum Exzess. Von den Bands wurden Labels gegründet, die nach Ramones-Songs über homosexuelle Stricher benannt waren, Fanzines wurden geschrieben, gelesen, gepflegt, kurz: eine Szene pulsierte und hatte dank der Beigabe der Cassette des NME auch auf einmal einen neuen Namen bekommen: C 86.
… weiter lesen