Wiglaf Droste zum Zweiten

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in östlicher Richtung.

Hat denn wirklich jemand außer Kollege Helmut Höge geglaubt, daß wir als Busenfreunde von Wiglaf nicht die Gründe kannten, weshalb Wiglaf bei der Wahrheits-Seite der taz die Brocken hingeschmissen hat? Hat er noch immer nicht gelernt, daß es manchmal intelligent ist, eine dumme Frage zu stellen? Also Helmut, so kurz wie möglich und zum Mitschreiben: Wiglaf hat ein sonderbares Frauenhelfer-Syndrom. Er alimentierte seine verflossenen Freundinnen. Carola Rönneburg, Freundin Nummer eins, die wir das Mißvergnügen hatten, kennenzulernen, verschaffte er jahrelang eine saftig dotierte Redakteurin-Sinekure im ›Häuptling eigener Herd‹. Freundin Nummer zwei, darüber schweigt der SängerInnen Höflichkeit. Freundin Nummer drei, Ulrike Stöhring, seine letzte Verflossene animierte er im ›Häuptling‹ und für die Wahrheitsseite der taz unermüdlich zu Beiträgen – mit mäßigem Erfolg.

Wahrheits-Redakteur Michael Ringel ruderte mit den Opfern von Don-Giovanni-Droste in einem Boot als trauriger Don Ottavio. Nun aber, als Wiglaf und Vincent Klink Carola Rönneburg aus dem ›Häuptling‹ rausgeschmissen hatten, und Wiglaf in furioser Manier den ganzen Quatsch und Klatsch, der verbündeten, verlassenen Frauen in seiner Freitags-Kolumne erzählen wollte, machte Michael Ringel in Wagenburg-Mentalität zu. Er entblödete sich tatsächlich nicht, dem Kolumnisten, dem die Wahrheitsseite der taz neben Tom die höchste Leserakzeptanz schuldet, zu sagen: »Wiglaf mach mal Pause!« Darauf Wiglaf in seiner ostpreußisch-westfälischen Lakonie – wofür wir ihn alle lieben! –: »Michael, ich mache nicht Pause, ich höre auf.«

Das wäre ja alles noch im Normbereich einer redaktionsinternen Auseinandersetzung, doch jetzt hört’s auf! Von irgend einem Whisky-getränkten Quatschkopf erfuhr Michael Ringel, daß Wiglaf Droste während einer Studioaufnahme einen Kollaps hatte. Das soll vorkommen bei Künstlern, die sich bis zum Anschlag auspowern. Was macht dieser Ringel daraus? Er schreibt an sein Netzwerk eine stalinistische Rundmail und psychiatriert seinen Erfolgskolumnisten: »Wiglaf kann nicht mehr schreiben, ist durchgeknallt, ist am Ende …« Das, Herr Ringel, sind Bild-Zeitungs-Methoden! Das hat Gossenformat! Herr Ringel, Sie sind full of shit! Und jetzt wird auch nicht mehr rumgeeiert, sondern Tacheles geredet taz-Hilfshausmeister Helmut!

P.S.: Zu unserem obigen Eintrag wollen wir zur Vermeidung von Unstimmigkeiten einige Punkte klarstellen bzw. korrigieren:

1.) der im Zusammenhang mit Wiglaf Drostes “Frauenhelfer-Syndrom” verwendete Begriff “alimentierte” ist metaphorisch zu verstehen; “Alimente” im juristischen Sinne hat Droste seinen Verflossenen nie bezahlt.

2.) Das Michael Ringel in den Mund gelegte Zitat »Wiglaf kann nicht mehr schreiben, ist durchgeknallt, ist am Ende …« kommt so in seiner Rundmail nicht vor; sinngemäß wurde dort aber Ähnliches ausgedrückt.

3.) Da wir Wiglaf Droste nicht nur als Freund schätzen, sondern auch als einen der besten deutschsprachigen Autoren, haben wir uns über die ganze Sache sehr aufgeregt. Dass sich aber Michael Ringel unsere Beschimpfung “Herr Ringel, Sie sind full of shit!” als T-Shirt drucken lassen will, finden wir fast schon wieder gut.
(BK/JS)


40 Kommentare zu "Wiglaf Droste zum Zweiten"

  1. Ich kann, liebe Freunde Schröder & Kalender, das Ringel-Portrait ergänzen. Für die Wahrheit-Seite, für die ich schon mehrmals geschrieben hatte, schickte ich Ringel im Oktober 2003 einen Beitrag mit dem Titel “Mehr Arbeit für den Staatsanwalt”, mit dem Untertitel “Warum auf der Buchmesse Russland kein Thema war” und der Widmung “Für Maxim Biller”. Der damals Thema war. Ringel warf es in den Druck, ohne mich über irgendwas zu informieren, mit dem Titel “Ich habe sie alle gebillert”, dem Untertitel “Mach mir den Maxim: Warum auf der Buchmesse Russland kein Thema war”, und meine Widmung, die natürlich Solidarität mit Biller ausdrückte, hatte er gestrichen. Damit hatte Ringel den Sinn des Beitrags astrein komplett verdreht. Als ich mich beschwerte, meinte er, er habe die Widmung nicht als ernst gemeint verstanden. Sich zu entschuldigen fand er nicht nötig. Bevor man für solche Leute schreibt bzw. mit ihnen zu tun hat, sollte man Beton über seine Schreibgeräte kippen. Ach, ich bin ja nicht der einzige mit so Ringel-Kram. Dass er Wiglaf scheiße behandelt hat, fällt dann schon unter den Paragraph Geschäftsschädigung.
    Alles Gute für 07 – um Peckinpah zu zitieren: If they move, blog ‘em!

  2. Dem Herrn Ringel wäre es tatsächlich zu empfehlen, ganz ins T-Shirt Business überzuwechseln. Da kann man mit Gerüchten und fremden Ideen prima reüssieren.

  3. Lieber Wiglaf,
    falls es Dir schlecht geht, gute Besserung! Natürlich solltest Du nicht zu viel arbeiten. Aber wenn, dann für die Wahrheit! Für mich fast der einzige Text, de sich auf de Wahrheit lohnt.
    Ich mach mir ein T-shirt mit

    W I G L A F !

    Gruß

    Andreas

  4. Erst vor vier Jahren hat dieser Ringel, der Superarsch, mal meine ganze Überschrift “Wie die Weltrevolution besser funktioniert hätte, und warum ich der beste Revolutionsführer ever gewesen wäre, wenn nicht die Weiber sich gegen mich verschworen hätten” verändert, und noch dazu den ganzen Text abgelehnt! Dem Schurken sollte aber schleunigst das Handwerk gelegt werden!

  5. als langjähriger taz leser finde ich auch das wiglaf eine
    pause braucht…die letzten freitagskolumen waren tatsächlich schwach.
    ich habe mir schon sorgen gemacht…und nicht das er wie desiree
    nick irgendwann mal kängeruhhodeneier essen muss !!!

    eins sollte wiglaf aber nicht vergessen…die taz hat ihn mal gross
    gemacht…da war ringel noch n kleiner junge…auch wenn er jetzt mal
    recht hatte…wiglaf muss wieder für die taz schreiben !

    beste grüsse an alle !

    henry

  6. Henry, Henry, wenn alle, die mal eine Weile in der taz schwache Texte schreiben, eine längere Pause verordnet bekämen, hätte das Blatt ganz sicher keine 20 Seiten mehr.

    heiribido

  7. naja, die taz klicken ist ja fast wie bild klicken, aber diesmal hat es sich gelohnt … wird aber trotzdem nicht wieder vorkommen.

    KRIEG ist FRIEDEN! ich weiß ja …

  8. Dass Wiglaf Droste alle seine Freundschaften nur unter Erhalt von Zeilengeld beendet, sollte doch jedem klar sein, der regelmäßig seine Kolumnen gelesen hat. Das muss man aber nicht mögen. Aber dass Ringel jetzt von ein paar Furzkanonen angepupst wird, ist nicht so ganz korrekt, schließlich hat er Wiglaf über die Jahre gegen den Willen der Chefradaktion die Stange gehalten. Wenn man in einen Konflikt kommt, welchem Freund oder Kollegen oder freien Mitarbeiter gegenüber man loyal sein soll, dann muss man sich entscheiden. Und wenn Kalender/Schröder hier so unverschämt sind und die Namen der netsprechenden Fraune veröffentlichen, dann sollten sie auch die dritte im Bunde erwähnen. Gibt es da etwa etwas, was wir nicht wissen sollen? Was nicht ins Bild passt?

  9. Weiß hier eigentlich wirklich jemand etwas über die Hintergründe von Drostes Ausscheiden oder ist hier nur allgemeines Rumgeflenne mit eingestreuten kryptischen Andeutungen angesagt?

    Ich weiß nix, würde aber gern mehr wissen.

    Ich schätze Droste als Autor wirklich sehr, kann mir aber kaum vorstellen, dass er nicht mehr schreibt, weil Michael Ringel ihn mal falsch angeguckt hat.Schließlich war doch Droste derjenige, der in seinen Kolumnen jahrelang mit großem Kaliber auf Kollegen in der taz geschossen hat. Da wird er wohl auch ein wenig einstecken können.

  10. Eberhard, was soll »unverschämt« daran sein, die Namen von Autorinnen zu nennen, unter denen sie, z.B. auch in er taz, Texte veröffentlichen? Sollen Journalistinnen, die selbst gewohnt sind auszuteilen, Deiner Meinung nach unter Datenschutz fallen? Anders verhält es sich mit einer Person von nicht öffentlichem Interesse, diese kennen wir zwar, aber ihr Name geht Eberhard – der sich ja angeblich so gut in taz-Interna auskennt – nichts an. Und eine kleine Anmerkung zur Flatulenz: »Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther)

    (ML / BK /JS)

  11. Hmmm, wenn das Privatleben von Journalistinnen und Droste-Ex-Freundinnen nicht unter den Datenschutz fällt, wieso dann das des Chef-Austeilers?
    Mit anderen Worten: Davon ausgehend, dass die Details, die Ringel in einer Zeitung nicht abdrucken wollte, persönlich und den Betreffenden vielleicht peinlich gewesen wären, ist nicht so ganz zu verstehen, warum persönliche und vielleicht dem Betreffenden peinliche Details, die in einer semi-privaten EMail verschickt und hier von Drostes Freunden veröffentlicht wurden, nur wenn sie Wiglaf Droste betreffen die Privatspäre verletzen.
    Mit noch anderen Worten: Wer nach viel Austeilen plötzlich mal getroffen wird und das nicht wegstecken kann, ist ziemlich arm…

  12. Also, Noella, Wiglaf Droste hat in seinem Text für die Wahrheitskolumne keine Personen genannt und dementsprechend auch keine peinlichen Details. Das kann man nachprüfen, denn den Text, den der Wahrheitsredakteur Michael Ringel ablehnte, druckte die Junge Welt am 27.12.2006. Die Kontroverse zwischen Droste und Ringel entstand also nicht, weil Droste Personen nannte, sondern weil Ringel meinte, solche identifiziert zu haben. Das ist wiederum seine Privatsache. Weil Ringel sich weigerte, Wiglafs Text zu drucken, kündigte Droste die Zusammenarbeit mit Ringel auf.

    Nochmals: Bis zu diesem Zeitpunkt hätten wir über diese redaktionsinterne Auseinandersetzung kein Wort verloren! Was uns aufregte war, daß Michael Ringel einem Autor, der ihm gekündigte hatte, nachrief, er sei ein Fall für den Psychiater. Und nun Schluß damit! Jeder hat zwei Wurf wie beim Kegeln. Wer es jetzt immer noch nicht verstanden hat, dem können wir nicht helfen.

    (BK / JS)

  13. Schön, dass man als langjähriger Leser wenigstens aus diesem Blog erfährt, warum einer der besten taz-Schreiber kündigt.Merkwürdig, dass das der Redaktion keine Zeile wert ist. Wenn dieser Artikel aus der Jungen Welt der “Stein des Anstoßes” gewesen sein soll, den der Wahrheitsredakteur nicht drucken wollte, wird die Sache ziemlich grotesk, denn da steht ja nun wirklich überhaupt nichts Ehrenrühriges drin. D.h. wenn jemand eine “Pause” & einen “Psychiater” braucht, dann wohl eher der Redakteur, der Dinge halluziniert, die gar nicht da stehen und Allgemeines auf sich selbst bezieht.

  14. Danke, dann will ich mal meinen zweiten Wurf setzen. Zunächst einmal möchte ich das hermetische Kleingehäcksel mit den Blogautoren weiterführen und noch mehr angebliche Interna veröffentlichen. Zum Beispiel, dass die Biologin, also die dritte im Bunde der Verflossenen, auch für den Häuptling geschreiben und sich damit auch öffentlich gemacht hat.

    Zum zweiten finde ich es deshalb unverschämt, Namen zu nennen, gerade weil Wiglaf Droste in seiner Kolumne darauf verzichtet hat. Er weiß schon, wann er Namen nennt und wann nicht. Das macht unter vielem anderen seine Qualität als Schriftsteller aus. Auch draufhauen will gelernt sein. Aber das habt Ihr vielleicht schon selbst bemerkt.

    Ich verstehe aber zum dritten nicht, dass Ihr zum wiederholten Mal angebt, was Michael Ringel in seiner E-Mail geschrieben habe, und es zum wiederholten Mal falsch tut. Da nutzt die Einlassung zu Anfang nichts, dass “sinngemäß (…) dort aber Ähnliches ausgedrückt” wurde. Nein, es kommt kein Psychiater drin vor, es steht nichts von durchgeknallt drin, nicht einmal sinngemäß taucht darin auf, er könne nicht mehr schreiben. Stattdessen heißt es: “Er wurde ins Krankenhaus gebracht und dort untersucht. Es wurde ihm von ärztlicher Seite dringend geraten, mindestens eine Pause einzulegen.” Hört sich nicht gerade nach psychischem Verfall an. Möge man die Wertigkeit der zitierten Stellen betrachten und dann ein Urteil bilden. Unbenommen bleibt allerdings die Meinung, dass Michael Ringel nicht gut daran tat, eine Mail solchen Inhalts als Erklärung in die Welt zu pusten. Das war unbedacht und nicht gerade appetitlich.

    Auf der anderen Seite zeigt ja der Text und die Veröffentlichungsgeschichte schon an, was von dem Zwist zu halten ist. Ein internes Röhren ist’s, das außer ein paar wenigen niemanden interessiert. Ansonsten versteht doch der Leser, an den wir alle immer denken sollen, nicht, welcher Marsch hier geblasen wird. Dass Ringel jemanden, den er vielleicht schätzt, nicht auf seiner von ihm verantworteten Zeitungsseite als “Trittbrettficker” bezeichnet sehen will, kann ich verstehen. Schließlich gelten Drostes Kolumnen nicht immer nur dem genannten Leser, sondern haben oft kaum versteckte Botschaften für Insider wie Schröder und Kalender, die diese genüsslich als Zweitnutzen goutieren können. Wehe nur, jemand regt sich darüber auf oder verweigert gar die Mitarbeit, die Botschaften zu verbreiten. Da bleiben entweder die Methode Schneckenhaus oder der Rückgriff auf weitere Distributionswege. Interessanter wird das zugehörige Geplänkel dadurch aber nicht.

    Schön allerdings ist die Inaktualität der Website haeuptling-eigener-herd.de, findet man dort unter dem Eintrag Carola Rönneburg folgende Sätze: “Führt das hammerharte Regiment in der Häuptling-Redaktion. Autoren und Herausgeber fürchten sie und trauen sich gegen Abgabeschluss nur in Begleitung nach Hause. Das ist auch richtig so und muss so bleiben.” So vergeht der Welten Ruhm eben nur scheibchenweise.

  15. Okay, Eberhard, Dein zweiter Wurf ist aber auch kein Naturkranz. Also: In einer zweiten internen taz-Rundmail vom 12.01.2007 schreibt Michael Ringel wörtlich und nicht sinngemäß: »Ich werde mich allerdings nicht weiter in der Angelegenheit äußern, da ich nur der Angestellte eines Zeitungsunternehmens und kein Psychiater bin, den es in dem Fall benötigt.« Ende der Durchsage. BK / JS

  16. viereinhalb Tage, zwölf – mit mir 13 – verschiedene Nicks und wohl alles Schreiberlinge. Das ist großartig, zeigt es doch, wie wenige Leute der Abschied von Wiglaf wirklich interessiert, ob nun positiv oder negativ. Noch weniger Resonanz kann man ja selbst mutwillig kaum erzeugen, da ist kein Feiern, keine Trauer sondern nur pure Gleichgültigkeit, die einem da entgegen schlägt.

    Scheint doch gut zu sein, dass Wiglaf weg ist.

  17. Nur kurz zur von Eberhard angesprochenen »Inaktualität der Website haeuptling-eigener-herd.de«: Als deren ehrenamtlicher Webmaster bin ich (leider oder Gottseidank) nur zuständig für die Aktualität der Technik, des Designs, der Funktion usw., die inhaltliche Aktualisierung erfolgte stets nur im Auftrag und in Absprache mit – genau! – der Redakteurin des Häuplings. Eine weitere Funktion dieses »mühelosen einträglichen Amtes« – neben Redaktion, Lektorat, Satz & Layout und (alles andere als »sorglos für die Seelen«) der Betreuung der doch oft recht empfindsamen Autoren-Seelen…

    Wie »sine cura« dieses Amt aber wirklich ist bzw. war, lässt sich vielleicht daran erkennen, dass nun drei seiner Funktionen (Redaktion, Lektorat, Schlusskorrektur) auf drei Leute verteilt wurden. Für die Inhalte auf der Website fühlt sich dabei offenbar noch niemand zuständig ;)

    Für den Häuptling hoffe ich, dass die neuen Funktionsträger doch wenigstens genauso sorglos nix tun wie die bisherige Amtsinhaberin – man wird es u.a. daran erkennen, ob das nächste Heft wie früher »so vierteljährlich wie möglich« erscheint…

    Den Eintrag zu Carola Rönneburg aber werde ich jetzt doch ein wenig aktualisieren – eigenmächtig… (Danke Eberhard für den Hinweis :)

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  19. Mein Gott, da hat jemand Wiglaf Droste die Frau ausgespannt, und das muß dann gleich in die Zeitung? Und wenn der Redakteur der Seite es nicht drucken will, ist das Majestätsbeledigung? Wenn Wiglaf Droste daraufhin die Mitarbeit aufkündigt, ist das ja wohl sein Problem. ‘Droste vergessen’ wäre auch ein schöner T-Shirt-Aufdruck.

  20. Ach Mary, was haben Sie für ein Verständnis von Meinungsfreiheit? Gilt nur für die eigene Meinung, wie? “Droste vergessen” – bißchen totalitär, oder? Und ob das so einfach geht?
    Sie werden es nicht glauben, aber W.D. hat mehr für Beliebtheit und Profil der TAZ getan als all die ausgewogenen Bravschreiber, die Sie offenbar lieber lesen. Ein bedeutsamer Autor, jahrelang nicht eben erfolglos im Blatt tätig, stellt seine Arbeit für die TAZ ein – und die Redaktion nimmt nicht einmal Stellung dazu? Der Leser muss sich alles aus dunklen, tachelesfreien Blog-Andeutungen zusammenreimen? Ein schöner Service!
    Noch was: ja, Persönliches darf in eine Satire. Schade, dass Sie offenkundig so wenig davon verstehen, Mary, sonst könnte man an Heine/Platen erinnern und dergleichen.
    Lieber Herr Ringel, liebe Mary, woher nehmen Sie das Recht zu bestimmen, was mich zu interessieren hat? K.

  21. Das muß man erst einmal hinkriegen, Mary, den Droste-Fall nun so zu verdrehen, und die Tatsachen so auf den Kopf zu stellen, daß überhaupt niemand mehr durchsteigt! Deshalb eine Bitte an alle zukünftigen Bloggerinnen und Blogger: Bitte lest doch zur Vermeidung von Wiederholungen etwas genauer.

    Hier also noch einmal der Ablauf der Ereignisse: Wiglaf Droste lieferte Ende letzten Jahres wie üblich einen Text für seine Freitags-Kolumne. Der Warheit-Redakteur lehnte diesen Text ab, was sein gutes Recht ist. Daraufhin kündigte Wiglaf seine Mitarbeit bei der Wahrheit, was ebenfalls seine Sache ist. Den inkriminierten Text ›Trittbrettficker‹ druckte wenige Tage später die Junge Welt. Nun teilte der Warheit-Redakteur nicht etwa den taz-Lesern mit: »Droste schreibt nicht mehr für die taz«, vielmehr schrieb er in einer redaktionsinterne Mail an die taz-Kollegen: » Ich werde mich allerdings nicht weiter in der Angelegenheit äußern, da ich nur der Angestellte eines Zeitungsunternehmens und kein Psychiater bin, den es in dem Fall benötigt. Beste Grüße, Michael Ringel«

    Da wir Wiglaf Droste nicht nur als Freund schätzen, sondern auch als einen der besten deutschsprachigen Autoren, haben wir uns über diese Vorgehensweise des Warheit-Redakteurs in unserem Blog aufgeregt. Und wir waren es, die Roß und Reiter nannten, nach der bewährten ›Schröder erzählt‹-Methode: Warum denn gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht? So sind wir mit ›Siegfried‹ (1972) und ›Cosmic‹ (1980) angetreten, haben diese Manier in der frühen taz in drei vielgelesenen Bleiwüsten (›Soja-Bohnen‹, ›Maggi pur‹ und ›Gewissensbisse‹) fortgesetzt und machen es auch heute nicht anders.

    Unnötig zu betonen: Wiglaf Droste wußte bis vorgestern von unserer Bloggerei nichts. Wir sind die Agenten von niemand – noch nicht einmal die der besten Freunde.

    (MR / BK / JS)

  22. Na, endlich mal Kommentare im Blog. Weiter so!

  23. Auf der Suche nach den Gründen, warum keine Beiträge mehr von Herrn Droste in der Taz erscheinen, gelange ich in dieses Subzentrum der menschlichen Kommunikation. Vergleichbar der Schreckstarre, die einen befällt, wenn man beim Fernsehen versehentlich in die “volkstümliche Hitparade” reinzappt, lese ich alle zwanzig Beiträge. Einzelne davon zeugen von der agressiv-fäkalen Lust ihrer Autoren an dem Umstand, daß ein Besserer und deswegen Unbeliebter gebigbrothered wird.
    Wiglaf Droste hat die “Gewaltaprikose”, die
    “Schreibtischväter” und die “Trittbrettficker” bei deren Namen genannt, Claudia Roth als “gewohnheitsmäßig aufgepeitschte Betroffenheitsnudel” erkannt und gegen das entsetzliche Gesülze von Jan Feddersen angeschrieben. Nur das zählt. Alles andere ist background noise.

    shit happend his \
    name was ringel he \
    didn’t like the \
    trittbrettficker.

    AE

  24. Schon merkwürdig, dass die LeserInnenbriefe zu Ex-taz-Droste, von denen ich weiß, auf der entsprechenden Seite keinen Platz finden.

  25. Haltet hier alle mal eure halbintellektuelle Gusche salbadert nicht blöde rum wie Henscheid oder macht einen auf Titanic-Halbprofi, nehmt euch nen Buch vom Tucholsky für Arme und geht ab und an mal auf 1 Euro Konzerte!

  26. Was würde Tucholsky zu einem solchen Fan sagen? “nen Buch” sollen wir lesen? Will sagen: einen Buch?

  27. die taz antwortet nicht auf Fragen von Lesern nach den Günden für das Ausbleiben von W. Drostes Kolumne. Schade, aber bezeichnend!

  28. Warum die Aufregung? Der Vorgang des Verschwindens von Wiglaf Droste aus der taz ist doch hier genau beschrieben! Droste sagte, er will nicht mehr und komischerweise fiel niemand auf die Knie, um ihn umzustimmen. Ob das wohl Gründe hat? Wer so voyeristisch drauf ist, diese auch noch wissen zu wollen, wird doch von Herrn Schröder bestens bedient. Wobei man bei dem Eingangstext ja fast Mitleid mit Droste bekommen könnte. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!
    Herr Schröder, da Sie angeblich gut mit D. befreundet sind: Droste und ein Frauenhelfersyndrom? Alle, die ihn näher kennen, haben sicher herzlich gelacht…Frauenbenutzer trifft es wohl eher. Auch ein weit verbreitetes Syndrom und seine Privatsache. Aber ehemalige Freunde, Freundinnen und Autorinnen hier in ihrer Arbeit anzugreifen, nur weil ein landesweit bekannter Egomane beleidigt ist, naja, das ist ziemlich blöde und man kann nur hoffen, dass es stimmt, dass D. davon nichts wusste.

  29. Herr Wusch, ist Ihnen eigentlich als Freund schreibender Frauen schon einmal aufgefallen, daß unser Blog »Schröder & Kalender« heißt? So lange Sie nur Jörg Schröder ansprechen, wusche ich mir mit Ihrem Kommentar den Arsch ab. Barbara Kalender

  30. Oh, liebe Frau Kalender, das sieht online bestimmt SEHR lustig aus…

  31. Hallo, ich warte seit Monaten darauf, dass Wiglaf Droste wieder seine Kolumne schreibt, schaue jeden Freitag in die taz. Über diverse Umwege im INternet erfahre ich hier, was los ist. Erstaunlich, dass die taz ihren besten Autor einfach so ziehen lässt. Ebenso erstaunlich, dass es dem Leserr verheimlicht wird. Warum soll man denn eigentlich noch taz lesen? Die taz wird immer mehr zum Zentralorgan der Polical Correctness uind Spießigkeit. “Umweltschutz”, linkes Traditionsgejammer und gezwungene Praktikanten-Ironie bestimmen das Blatt. Den “anderen Blick” auf die Wirklichkeiut findet man derzeit am ehesten in Weltwoche oder FAZ. So weit ist es gekommen. Ich hoffe sehr, dass Herr Droste sich rasch eine neue Zeitung sucht. Seine neue Zeitung wird von Drostes Ansehen mit Sicherheit sehr profitieren. Jedenfalls danke, Frau Kalender, Herr Schröder, für die Aufklärung! Und beste Gesundheit für Wiglaf Droste! Ihr Josef F.

  32. Liebe Frau Kalender, lieber Herr Schröder, können Sie mir sagen, in welcher Zeitung Wiglaf Droste nun schreibt (ich hoffe, er ist wieder ganz gesund?!)? Ohne wöchentliche Droste-Kolumnen ist vieles kaum zu ertragen. herzliche Grüße, JF

  33. Lieber Josef,

    als wir Wiglaf zuletzt trafen, etwa vor einem Monat, sprach er von einer regelmäßigen Sendung im Radio. Wir können ihn gegenwärtig telefonisch nicht erreichen, wahrscheinlich ist er auf Wanderschaft und hat die Klingeltöne abgeschaltet. Wir melden uns, wenn wir mehr wissen.

    Herzliche Grüße
    Barbara und Jörg

  34. Liebe Barbara, lieber Jörg, vielen Dank für die Nachricht! Ohja, bitte gebt mir doch Bescheid, sobald Ihr Bescheid wisst! Ich wäre Euch sehrsehr dankbar.
    Viele Grüße
    Josef

  35. Lieber Josef,

    Wiglaf ist tatsächlich auf Wanderschaft. Im Norden von Rügen arbeitet er an neuen Büchern, und seit vorgestern schreibt er eine tägliche Kolumne in der ›jungen welt‹. Diese soll zunächst bis Ende August erscheinen.

    Also dann mal viel Vergnügen mit Wiglafs neuen Texten
    wünschen Barbara und Jörg

  36. Liebe Barbara, lieber Jörg, das ist ja eine schöne Nachricht! Vielen Dank dafür! Da werde ich mir dann wohl ein Sommer-Abo der “jungen welt” kaufen. Ich hatte gehofft, dass seine Radiosendungen nicht zu Lasten des Schreibens gehen würden. Täglich eine Droste-Kolumne, es könnte ein schöner Sommer werden.
    Einen schönen Sommer – das wünsche ich auch Euch!
    Viele Grüße
    Josef

  37. Du liebe Güte …

    Als taz-Leser, dessen Nachfragen nach dem Verbleiben der Droste-Kolumne nicht beantwortet wurden bin ich gerade mal auf diesen kryptischen Blog gestossen. Da tun sich ja Abgründe auf.

    Für eine professionell gemachte Zeitung hätte es sich gehört, zumindest die Fakten zur Kündigung von Wiglaf Droste im Blatt zu melden.
    Auf jeden Fall schade, dass man auf der Wahrheit nichts mehr von Wiglaf Droste lesen kann.

    AS

  38. Liebe Schröder & Kalender,
    vielen Dank, daß auch ich nichtbloggender Taz bzw. ab jetzt(nach Lektüre dieser Seite) nur noch ab und zu Taz Leser durch Wikipedia auf Euren Blog stosse und endlich erfahre, warum ich schon so lange vergeblich auf die Freitagskolummne des von mir seit langem zutiefst geschätzten und verehrten Wiglaf Droste warte. Da jetzt aber schon Dezember ist, hätte ich gerne gewusst, ob es noch eine Kolumne bei der Jungen Welt gibt oder vielleicht woanders.

    Grüsse

    Michael Belhadi

  39. Ich vermute, dass die Freundin von Droste mit Ringel fremd gegangen ist oder Ähnliches. So wie die Herren sich einen Psycho-Krieg geboten haben, scheint etwas sehr Persönliches der Grund für den Abschied Drostes von der taz gewesen zu sein. Sehr schade, dass die taz so belanglos geworden ist ohne Wiglaf Droste. Er war für mich das einzig wirklich Interessante und Spannende an dieser Zeitung.

  40. der text um den es damals ging strotzt vor beleidigter männlichkeit und stösst mir – der ich sonst seine texte sehr gerne lesen – ziemlich sauer auf (vor allem das patriarchalische besitzdenken). vielleicht sollte man manches nicht nur einseitig kommentieren.

    wen der text interessiert:
    http://web.archive.org/web/20070225043316/http://www.jungewelt.de/2006/12-27/030.php

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