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Es ist dunkel, wir sehen also nicht, wie der Bär flattert.
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Heute morgen – na, es war später Vormittag, denn wir hatten gesumpft, also gleich nach dem Aufstehen kramten wir in den Taschen nach den Nasenflöten, die uns Christoph Sippel, einer der Musiker, geschenkt hatte. Wir versuchten den Plastikdingern ein paar Töne zu entlocken, gar kein Kinderspiel. Aber schließlich piepste doch ein schiefes ›Hänschen klein‹ aus den Instrumenten.
Im Yorkschlösschen, der berühmten Kreuzberger Institution, gibt es Livemusik: Jazz, Blues, Soul, Dixieland und Funk. Gestern trat hier das ›Original Kreuzberger Nasenflötenorchester‹ auf.
Teaser: NOSE MUSIC BERLIN ein Dokumentarfilm (73 Min.) von Jean-Baptiste Filleau
Wir hatten die Formation – zehn Mannspersonen, ein Gitarrist, aber leider kein Frauenzimmer – schon einmal vor drei Jahren gehört, bei Thomas Kapielskis Ausstellung ›Emolumente‹ im Künstlerhaus Bethanien. Im großen Sendesaal des Künstlerhauses rockten die Nasenflöten, das Vernissagepublikum lächelte etwas gequält, einige lachten ein wenig »hö, hö, hö«. Gestern dagegen rockte auch das Publikum. Auf dem engen Podium, wo schon Jazzlegenden gespielt hatten, zogen die Männer ab und das Publikum sang mit, nicht nur im Geiste, sondern hörbar: »dam dam, da da!«, bei den Nasenflöten darf man das nämlich, was sonst unter Zivilisationsästheten auf strengste Mißbilligung stößt, das Unzulängliche, hier wird’s Ereignis. … weiter lesen
