Der Bär flattert immer noch auf halbmast in nördlicher Richtung.
Ab 10 Uhr wieder auf Topp.
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Und so geht’s weiter mit der schwierigen Suche nach Darstellern für den Pornofilm ›Colt & Köcher‹: Das Kopierwerk Atlantik-Film akzeptierte das Brocksche Gutachten, ›Die Schüler‹ waren bereits in Arbeit, ein Prospekt wurde gedruckt. Die Kameraleute Boldt und Hehn begannen über weitergehende Beteiligungen an den Verkaufserlösen nachzudenken, wollten in meinem Pornokonzern die erste Filmgeige spielen, aber keiner wollte sich natürlich namentlich nennen lassen. Es gab dann Versuche der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, die Produktion zu stoppen, es gab Strafanträge, dem allem entzogen wir uns mit List, ›Die Schüler‹ liefen blendend. ›Sexokratie‹, so bemüht das auch daherkam, wurde genauso gut verkauft. Es kam nur darauf an, daß alle Varianten darin vorkamen. Ich bemühte mich ständig, den Standard zu erhöhen, mein nächster Plan sah vor, einen Film außen zu drehen, ich wollte den Vogel abschießen mit diesem Film, der dann auch im Vogelsberg gedreht wurde. Uve Schmidt und ich entwickelten ein Szenario, das ›Colt und Köcher‹ hieß, die Message bestand darin, daß ein Trapperpärchen ein Indianerpärchen ausbeutet: ›Colt und Köcher oder Die Ausbeutung‹. Mit den einfachen dramaturgischen Mitteln des Stummfilms sollten höchste Handlungsdichte und erotische Faszination erreicht werden, der Trapper greift nach seinem Colt, der Indianer hebt den Schild vom Boden auf, die Indianerin schnürt das Mieder der Trapperin, wie es von Lessing im ›Laokoon‹ gewünscht ist.

Dazu mußten wir uns auf vier Spieler beschränken. Bazon Brock konnte noch aus dem vollen schöpfen mit drei Pärchen und einer Lehrerin. … weiter lesen
