“Mein Hörspiel ist krank!” “Dann bring es doch in die Klinik!” Zu Dr. Bohlen,…nein, nicht zum Dieter, sondern zu Herrmann, dem Heiler. Der beatmet malade Hörspiele, weiß die richtige Medizin gegen dramaturgische Dysfunktion (sagt er) und ist mit seiner “Hörspielklinik” eine der Attraktionen des vom 19. bis 21. März stattfindenden Leipziger Symposions “Attention, please! Das Hörspiel im Zeitalter der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne” – Ein nicht unbedingt griffiger Titel, irgendwie Benjamin, aber kein Angelus Novus. Trotzdem ist neben Bohlens Hörspiel-Klinikum einiges geboten: Vorträge, Diskussionen, Panels, Werkstätten, Performances und eine begleitende Ausstellung zur Hörspielgeschichte namens “GEHÖRgang”. Und es werden durchaus richtige Fragen gestellt:
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Archive for Februar, 2010

“Manche Regisseure sagen: Ich bin lieber beim Zahnarzt als beim Fotografen”….Noch stimmt das Licht nicht, außerdem ist die Stirn noch zu kraus, mehr Schatten bitte und kannst Du mal eben den Vorhang…..jedes seiner Porträts hat einen Anfang, braucht seine Weile, auch engagierte Kommunikation und Konzentration,…ehe sich jener nackte Moment der Wahrheit einstellt, in dem alles stimmt, auf den Punkt kommt, unspektakulär, aber mit absoluter Notwendigkeit – Christian Schulz eben. Bis Anfang April 2010 stellt er in der Galerie der Schwartzschen Villa (Berlin) “Gesichter des Kinos” aus: Juliette Binoche, Marcel Carné, Willem Dafoe,Johnny Depp, Stephen Frears, Samuel Fuller, Dennis Hopper,Elia Kazan, Susanne Lothar, Charlotte Rampling, Billy Wilder…Gesichter, die schwarzweiß sprechen, Erinnerungen produzieren…. … weiter lesen
Das Leben provoziert mit Fragen. Immer schon. Also wollen man oder auch frau die Welt erkennen, ihr denkend auf den Grund gehen. Gerade in der unübersichtlichen Postmoderne gibt es ein zunehmendes Bedürfnis nach Antworten. Der Erfolg der „Philosophischen Cafés“ belegt das. Seit Marc Sautet Anfang der 90er-Jahre begann, die Philosophie neu und praktisch zu verorten, ist sie zu einem frei verfügbarem „Basis-Vitamin“ gegen den alltäglichen Kältestrom geworden. Das häufig genug eingenommen wird. Bis es süchtig macht. Ganz ohne Rezept. Und gut so.
Philosophische Cafés pflegen den offenen Diskurs, animieren die anwesende kaffeetrinkende Assoziation freier Bürger zu Begegnungen mit Themen, die so keine TalkShow offerieren kann: berührend, erkundend, erkennend. Immerhin existiert bei Besuchern eines „Café Philo“ das vitale Bedürfnis nach entgrenztem Denken und jener Hunger nach Sinn, den vorgestanzte Medienformate oft genug nicht befriedigen können. Insofern sind die „Philosophischen Cafés“ ein Glücksfall. Öffentliche Orte für die Lust am folgenreichen Denken. Grund genug, von diesen Orten zu erzählen, selbst zum Animateur zu werden.

