Ich hoffe mal, Sie sehen das nicht anders. Gerade weil das Leder so verdammt rund ist und den ganzen Tag auf all den matten Scheiben dieses Landes rollt, ist es mal wieder Zeit. Zeit für ein Hörfunk-Feature. FeatureZeit. Wenn es dann noch ein Hörstück über die jungen und alten Wilden der “tageszeitung” (taz) ist, eine regelrechte “Spurensuche im taz-Gedächtnis”, eine akustische Wanderung von gestern nach heute und morgen und wieder retour, dann könnte es durchaus interessant werden, vielleicht sogar aufregend. Und wird es auch.
Archive for Juni, 2010
In das Schweigen.
Die Stille setzen. Und dann.
Die Stille durchschneiden: Ich bin so weit gelaufen.
Wir sind die Verlorengegangenen.
Die Verlustiggegangenen.
Sie sind ungehorsam, verweigern sich den Normen der Gesellschaftsmaschine, fliehen, suchen Schutz. Das alles in einer ehemaligen Stofffabrik (Pausa), im schwäbischen Mössingen – 50 junge Frauen gegen Gehorsam und Unterwerfung: „Die Schutzsuchenden“ von Aischylos. Das Melchinger Theater Lindenhof präsentiert sie im Offenen einer mächtigen Bogenhalle, installiert eine ehemalige Musicalbühne als Maschinenplastik mit Rädern, Flügeln, Armen, Treppen und Podesten. Bindet für das Spiel weit über 100 Laienddarsteller ein: Alte, Junge, Frauen, Männer. Und stellt die Frage nach Asyl, Schutz und Courage. Einmal mehr. Weil bitter. Und notwendig.
…ich bin/eventuell anders als die anderen die/unbeirrt ihren weg gehen/
zweifel wut entschlossenheit/was bleibt/ist/leben (Ike)
Schade. Ich weiß nicht mehr, wo ich das Ding hingelegt habe: Eine kleine Broschüre mit Gedichten von Obdachlosen. Und einige davon absolut tauglich. Hatte ich einer Frau nachts in der U-Bahn abgekauft. Die erzählte mir auch von diesem Homeless-Theater: “Ratten 07″. Nicht schlecht, was Regisseur Jeremy Weller vor 18 Jahren anschob, ist tatsächlich von Dauer: Arturo Ui, Nachtasyl, Leonce und Lena, Sezuan, Bezahlt wird nicht, Dienstagwelt….,”46 Produktionen, verschiedene Lesungen, teils eigener Gedichte und Texte!” Unterwegs nicht nur in Berlin, in ganz Europa. Und immer wieder preisverdächtig. Überzeugte TheaterRatten eben. … weiter lesen
Zeit für beruhigende Medikamente. Und schon wieder höhere Preise. Meine Apothekerin trägt Schatten unter den Augen: „Gruselig, diese Politiker“, murrt sie. … weiter lesen
“Wir sind alle GriechInnen” - also zu Hause im Tempel der Aphrodite, mit blinden Sehern vor den Toren und wohlfeilen Debatten auf der Agora. Prometheisch der Mut, das Feuer vom Himmel auf die Erde zu holen und all den Zeus-Verschnitten die Gefolgschaft aufzukündigen. Danach entspannt wandeln im Hain, leben wie ein Spartaner, auf Sandalen die Gebirge durchschreiten, täglich auf den Spuren des Hyperion und es angesichts der Statue des Apoll genau wissen: Du musst Dein Leben ändern!… … weiter lesen




