Sie suchen den sinnlichen Kontakt zu „Mutter Erde” und verweigern den „Gruppenzwang” der Schuhgesellschaft. Ihre Philosophie kommt barfuß daher, weil Zivilisation den Verlust von „Bodenhaftung” meint. Dabei stehen die „Barfußphilosophen” der Jetztzeit in einer langen Tradition. Der alte Sokrates, die mönchischen „Barfüßer” des Mittelalters, die reformfreudigen „Wandervögel”des Kaiserreichs oder die Hippies der 60er-Jahre, sie alle drückten ihren Eigensinn „unten ohne” aus.
Archive for August, 2010
„Im Januar 1971 fing ich an, mein Programm im Beltzverlag aufzubauen, u.a. mit Peter Härtling als Autor, mit Guggenmoos, Janosch und Christine Nöstlinger. Damals gab es diese Aufbruchstimmung, die uns heute so fehlt. Da war dieser Aufstand an den Universitäten, im bürgerlichen Milieu, auch in Sachen Kindererziehung. Man hatte neue Ideen, entwickelte Pläne und Utopien. Unsere Kinderliteratur griff genau diese Stimmung auf, ließ sich auf das Abenteuer der Veränderung ein, erschien in diesem verrückten Orange. Ich wußte nicht, ob ich damit durchkomme. Aber es hat geklappt.“ (Hans-Joachim Gelberg)
Ein “Think-Tank” wollen sie sein. Ein “Institut”. Für eine “Solidarische Moderne”. Haben sich im Januar dieses Jahres gegründet, ein wenig Trara gemacht, Halali geblasen und dann Schweigen. Mehr oder weniger. Doch jetzt will sich die Allianz aus “Linken”, “Grünen”, Ypsilantis und irgendwie vielleicht auch Unabhängigen mit einer “Summer-Factory” in Sachen “Bildung” in die lahmende Debatte einmischen. Mit einer “Fabrik” wohlgemerkt, keinem Laboratorium (“lab”), wie es beim Blochinstitut in Ludwigshafen oder bei der Berliner taz (s. Foto) so gern veranstaltet wird. Etwas für gestandene Werktätige also. Und das im ganz späten Sommer, Ende September, in Frankfurt am Main, an Goethes Universität.
Robert, so nenne ich ihn seit Jahren, hat ein rostiges Fahrrad. Einmal pro Woche schiebt er es in unseren Hof. Wühlt in den Mülltonnen. Findet immer mal wieder Pfandflaschen und verstaut sie in den mitgebrachten Plastiktüten. Duckt sich weg. Macht sich krumm. Ist eigentlich gar nicht da, nichts als ein blickloser Sammler. Und doch. … weiter lesen
“Der bundesweit prominente und bekannte Schauspieler Walter Sittler hat im Stuttgarter Schlossgarten eine Hainbuche auf dem geplanten Baufeld von Stuttgart 21 gepflanzt. Der in Stuttgart wohnhafte Sittler will damit ein Zeichen des Widerstand gegen das unsinnige Großprojekt setzen, das unter anderem das Abholzen von 250 Großbäumen im Mittleren Schlossgarten zur Folge hätte. Sittler ruft die Bevölkerung dazu auf, sich noch stärker gegen das immer teurer werdende Prestigeprojekt zu stemmen….”
Der Kommissar hält sich also nicht nur am Meer auf. Und hat eine Menge Unterstützer jeden Alters und jeder Couleur. Gut so. Wer sich dem Wahn einer unheiligen Allianz von Lobbyisten entgegenstellt, entwickelt im Grunde den Sinn für das Wesentliche. Und eben das braucht keine unterirdischen Bahnhöfe, sondern überirdische Anstrengungen für eine lebenswerte Zukunft – Kulturmittwoch, Montagsdemos, spontane Kundgebungen, phantasievolle Aktionen. Demokratischer Widerstand gegen vordemokratische Fürstentümer ist berechtigt. Also weiter! Und so!
Überall auf der Welt wurde gedreht. Amateure und Profis jeder Couleur wollten ihr Leben bebildern. An einem einzigen Tag – “Life in a day!”: 24. Juli 2010. Rund um die Uhr. Dann sichten, schneiden, vertonen, ausspielen, hochladen…und zwar flott. Einsendeschluß war schon. Kevin Mcdonald (britischer Regisseur und Produzent) verfügt nunmehr über “30.000 bis 40.000 Clips” aus Bielefeld, Ulan Bator, Kapstadt oder sonstwoher. Gemeinsam mit seinem Kollegen Ridley Scott hatte er sich vor Monaten auf den höchsten Gipfel des Youtube-Ödlands gestellt und alle Videoten zu den Kameras gerufen: “Zeigt uns, wie Ihr lebt, was Ihr liebt und wovor Ihr Angst habt!!” Zeigt es uns. Und zwar aus jeder Ecke dieser verdammten, wunderschönen Welt. Ein Experiment. Sie nennen es “historisch”. Auf alle Fälle ist es bunt genug.




