Archive for November, 2010

25.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (86): “Deutscher Boden duldet keine Knechtschaft!”

von Detlef Berentzen

SWR2
„Wissen“
Redaktion:Udo Zindel
Technik: Martin Kropp
Freitag, 26. November, 8.30 Uhr
Demokratie in der Krise
Strategien gegen die Verdrossenheit
Hörstück von Detlef Berentzen

Parteien verlieren Mitglieder, die Wahlbeteiligung sinkt bedrohlich, und viele Bürger haben das Vertrauen in die Politik verloren. Die Parteiendemokratie steckt in einer tiefen Legitimationskrise. Dabei hatte 1848 alles so gut angefangen, als noch der demokratische Aufbruch tobte, Jacob Grimm die Deutschen in der Paulskirche als ein “Volk von Freien” definierte und vehement postulierte: “Deutscher Boden duldet keine Knechtschaft!”. … weiter lesen

22.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (85): Ein gebrauchter Dichter!

von Detlef Berentzen

Foto: Joern Schlund

…und die doch noch auf Morgen hoffen
ohne Wissen von Heute und Gestern
allen Lügen und Täuschungen offen
die sind meine Brüder und Schwestern

Zorngedichte. Angstgedichte. Liebesgedichte. Mancher wird sich noch an den kleinen Mann mit dem geschnitzten Krückstock erinnern, an den Liebhaber mit den dicken Brillengläsern und der ewigen Plastiktüte. An den knorrigen Dichter im schwarzen Shirt, der von Applaus umtost auf die Bühne geht, seine Manuskripte aus der Tüte kramt und umstandslos vorzulesen beginnt. Unverwechselbar. Nie ohne Bedeutung. Heute ist sein Todestag.

Erich Fried. Der wiengeborene deutsche Dichter. Der unbequeme, widerborstige, der zornige und liebevolle. Erich ist kein toter Dichter, nicht abgelegt und altes Eisen. Fried ist ein „gebrauchter Dichter“. Man liest ihn, nach wie vor. Auch die Jungen. Denn Frieds Worte  berühren. Selbst zweiundzwanzig Jahre nach seinem Tod, heute, erst recht heute, sind es seine Worte, die bleiben.… weiter lesen

19.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(84): …und sprühte Funken!

von Detlef Berentzen

“Aber hier war es nun still…!” Als Tucholskys Wolfgang längst unter Dampf in Rheinsberg angekommen ist und mit der jungen Claire durch Tuchos quicklebendiges “Bilderbuch für Verliebte” spaziert, erreichen die beiden irgendwann das Schloß, dessen Park, öffnen die Pforte, lauschen der Stille und betreten die Landschaft ihrer Liebe – leuchtend, kichernd und mit verrücktem Mut.

“Rheinsberg” (erschienen 1912), ein Buch, das mich schon immer begleitet. Das zu mir gehört. Wie Theobald Tiger. Und nun auch “Else Weil”. Sie gab einst das Vorbild für die Claire.  Sprühte Funken. So sehr, daß Kurt T. sie später heiratete. Und ein paar Jahre bei ihr blieb. Womit eigentlich alles gesagt sein könnte.  Doch auch Else Weil hat eine Geschichte, die erzählt werden will, die über das muntere Buch “Rheinsberg” weit hinausgeht. Das Tucholsky-Museum im Schloß Rheinsberg erzählt sie. Belebt die Figur. Macht sie zur Frau, zur Ärztin, zur Jüdin. … weiter lesen

17.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(83): LoRa rockt!

von Detlef Berentzen

“Als alternatives Lokalradio ist es LoRa ein Anliegen, die unabhängige Musikszene zu fördern und Zürcher MusikerInnen ein Forum zu bieten. Im Vorfeld werden die Bands im Sendeprogramm von Radio LoRa mit Interviews und Musik vorgestellt, der Konzertanlass wird live übertragen auf Radio LoRa 97,5 MHz”

Zur Krippe her kommet. Also auf geht’s Richtung “Stall 6″ (Gessnerallee 8, 8001 Zürich), wo zwar noch kein Erlöser auf Stroh gebettet liegt, aber übermorgen schon mal die nötigen Klangteppiche gewebt werden! “LoRa A-Live Stage” mit speedigen Indie-Helden, sphärischen Trouble-Sounds und danach zwei DJ’s, deren Namen mir das Auge netzen: “Pistol Pete”, ein Art dirty young “Fuzzy”  (wer kennt die TV-Serie noch?) an den Tables und  vor allem auch DJ “Du Lait”, der jedem schwarzen Sound die rechte Mélange verpasst.

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15.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(82): Alles schwer verdichtet!

von Detlef Berentzen

“Shakespeares sämtliche Werke”  – in nicht mehr als 90 Minuten – habe ich bereits hinter mir. Die short version wurde auf Schloß Erbach (bei Ulm) präsentiert, in Schweiß gebadet (auf der Sommerbühne) und man kam aus dem Staunen darüber nicht mehr heraus, was Kürzung und Montage mit Altbekanntem anrichten,…Neues war entstanden und das Publikum amüsierte sich köstlich. Und warum nicht, in der Kürze liegt angeblich so manche Würze und im Radio sind es ja inzwischen auch Hörspiele im holländischen “one-minute”-Format, die schwer getuned zum Download angeboten werden. Die Zeit der großen Verdichtung ist angebrochen und eben das hat auch der Leipziger Hörspielautor Tom Peuckert begriffen, die “Berühmtesten Dramen der Welt” mit den nötigen Kürzungen versehen und Faust, Godot, Ödipus und andere Räuber zeitgemäß auf jeweils sechs Minuten eingedampft und damit neu erzählt.Gesendet wurde das Ganze bereits vom RBB, doch sind die Dramen auf ihren kurzen Beinen noch immer unterwegs. … weiter lesen

12.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(81): Endlich! Wieder leicht geworden!

von Detlef Berentzen

am morgen
zwischen den zeilen
neuen atem finden

Er schreibt am Fenster. Draußen Gingko, Froschkönig, der Butt vom Grass im frischen Laub. Und lebt zwischen den Zeilen. Immer und noch. In den letzten Jahren stürzte er des Öfteren aus seinen Texten heraus ins Bodenlose, doch war da immer etwas, das ihn auffing. Liebe meistens. Liebe, die er immer noch versucht zu buchstabieren, um ihr “Alphabet” zu lernen,…notiert er. In seinem neuen Buch behauptet Peter Härtling gar, er sei “Leicht geworden, für Gedankenflüge” – 77 Tagebucheintragungen veröffentlicht zum 77. Geburtstag (13. November 2010). Dem Stuttgarter Radius-Verlag fällt immer etwas ein. Ist der doch lange schon Heimat für “Fundevögel” und “Notenschriften”, für Erinnerungsstationen, für Miniaturen, in denen Härtling sich selbst nachspürt, aber auch manche Winterreise in deutsche Lande unternimmt.

Liest man die 77 Zettel (die keine sind), dann kommt der alte Härtling unverblümt daher, bekennt sich zu “Müdigkeit und… weiter lesen

10.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(80): Birding Babylon!

von Detlef Berentzen

“Die kontinuierliche Naturbeobachtung wird als zivilisatorischer Akt erkennbar, während ringsum die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei verwischt.« (Marcel Beyer)

Mein Vater war auch Sanitäter. Und ist im Grunde nie mehr aus Russland zurückgekommen. Hat sich dort verloren. Und zu Hause keine Worte mehr gefunden….Jonathan Trouern-Trend gehörte zu einer US-Sanitätseinheit im Irak. Ein leidenschaftlicher Vogelbeobachter, der ein Internettagebuch über die fremde Tier- und Pflanzenwelt des Landes geführt hat. In Uniform. Immer das Grauen vor der Stirn. Absurd möchte man meinen. Voller Widersprüche. Und doch und gerade deshalb:  Marcel Beyer hat das Tagebuch in ein Hörspiel transponiert. Und stellt es bei den aktuellen “Hörspieltagen” vor. In Karlsruhe.Titel: “Birding Babylon”.
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09.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(79): Rilke Plus!

von Detlef Berentzen


Blätter schweben leis zu Boden
eins streift schweigend mir die Stirn
selbst der Nachbar trägt schon Loden
spür den Herbst in meinem Hirn

Such die alten Farben wieder
fang den letzten Sonnenstrahl
und von ferne klingen Lieder
niemand hat jetzt mehr die Wahl

Merkel, Mappus, Westerwelle
fahrn uns alle vor die Wand
laßt sie ziehn, jetzt auf der Stelle
neuen Atem braucht das Land

Kein dumpfbackiges Gelichter
das bei Herbst nur Rilke stöhnt
brauchen offene Gesichter
hab’n uns viel zu sehr gewöhnt

An den Talk der Immergleichen
ihre dumme Arroganz
an die Ignoranz der Reichen
an den ganzen Totentanz

Noch ein Blatt fällt nun hernieder
alles muß zu Ende gehen
doch die Farben kehren wieder
wenn im Kopf die Stürme wehn!

(db)

05.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(78): Mehrspurige Kooperation!

von Detlef Berentzen

Der Spiegel hat erhebliche Probleme in Sachen Auflage und Anzeigen. Insofern wurde es dringend Zeit, eine Welt einzurichten, die zuverlässig Interesse erzeugt. Wozu sonst sind Medien denn da? Deshalb berichtet der Spiegel seit geraumer Zeit von der deutschen Innenpolitik wie von einer endlosen Familiensoap, in der mal Westerwelle der Fiese ist, mal Merkel zickt, mal der Freiherr nebst Gattin mit feindlicher Übernahme droht und die SPD dauerhaft den doofen Nachbarn mimt…” (Walter von Rossum)

Das also wäre die eine “Spur”: Die hilflose Soap des augsteinlosen “Spiegel” und damit verbunden die Verbreitung der “Identitätsformeln” eines gewissen Herrn Wulff, den sie wohl den “Präsidenten” oder gern auch den großen “Integrator” nennen. Wie auch immer, Walter von Rossum legt diese Spur ganz im Sinne fröhlicher Aufklärung, aber es gibt noch anderes aufzuspüren. Immerhin trägt das neue sonntägliche Medienmagazin von SWR2 den Namen “Mehrspur”, also kann man als HörerIn auch mehrere Spuren verfolgen. … weiter lesen

04.11.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(77): Blanker Wahn!

von Detlef Berentzen

Berlin. Nach Mitternacht. Eben noch Party. Da kommt sie uns entgegen. Fährt direkt auf unseren Wagen zu. Mit dem Fahrrad. … weiter lesen