Archive for Dezember, 2010

30.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(93): Philosophie des Radios!

von Detlef Berentzen

“Es kommt nicht alle Tage vor, daß im Radio vom Radio geredet wird,- man möchte im Gegenteil behaupten, daß solche Momente Ausnahmezuständen des Radios gleichkommen – sie sind gewissermaßen Programmstörungen, die wie ein Kabelbrand im Studio das Sendegeschehen trüben.” (Peter Sloterdijk)

Na also, endlich mal wieder ein Kabelbrand! Inszeniert von Sloterdijk persönlich! Es war demnach wirklich keine schlechte Idee von Feature-Redakteur Wolfram Wessels im September d.J. das Magazin “Mehrspur” auf SWR2 ins akustische Leben zu rufen,um im Radio über’s Radio zu reden,… von wegen “Radio reflektiert” und dem eigenen Medium den Spiegel vorhalten – nicht ohne dabei mit der taz zu kooperieren!

Zwar wird bislang nur einmal im Monat gesendet, doch auch die taz-Medienseite “spurt” inzwischen radiophon – ein Anfang ist also gemacht, gegen den Trend des Banalen: “Video kills the Radio-Star” und überall nur noch Shrinkheads mit Werbepausen im Hirn und diesem verdammten Flimmern in den trüben Augen.… weiter lesen

27.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(92): Alles muß raus!

von Detlef Berentzen

Eben noch der Tanz um die Krippe und das „urbi et orbi“ der alten Männer mit den komischen Hüten, schon  machen sich alle auf, bunten Sprengstoff  zu kaufen, um jene heiligen Geister zu verjagen, denen sie sonst nicht einmal des Nachts auf der Straße begegnen wollen. So neigt sich das Jahr. Und keiner weiß wohin.

23.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (91): Adveniat!

von Detlef Berentzen

Flügel rauschen am Krähenhimmel.
Unrasierte Engel setzen erdenschwer zur Landung an.
Blasse Kinder pflücken Zukunft vom Asphalt.
Sturm weht vom Paradiese her.
Irgendwo auch Hoffnung.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.


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17.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(90): CrossKultur & NomadenSound

von Detlef Berentzen

“Die Bösen Mädchen” – so nennt sich eine ziemlich ungewöhnliche musikalische Truppe von Girlz, die u.a. sogar Fried-Gedichte vertont und sie mit jeder Menge Enthusiasmus vorträgt. Oder vorgetragen hat. Jedenfalls fielen die Mädchen mir einst im “Charlottchen” auf, dann arbeiteten wir gemeinsam an einem Hörfunk-Feature über Erich Fried und irgendwie gingen sie mir danach verloren. Genau wie Gabriele Gün-Tank. Sie war die Frontfrau der “Bösen Mädchen”, rund um die Uhr engagiert, gerade auch in Sachen Anti-Rassismus. … weiter lesen

14.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(89): Chrischtkindle. Ralau.

von Detlef Berentzen

Sie binden das Christkind an ein Seil. Und lassen es vom Dach herunter. Alle singen. Dann gibt’s Lebkuchen. Ziemlich harte…..

Kein Wunder, daß die Exilbiberacher leiden. Die heißen Weinhachtstraditionen ihres Fürstentums sind mit der Kälte des Berliner “Anything goes” nicht zu vergleichen. Sie kennen doch Biberach? Eine schmucke barocke Stadt, traditionell vordemokratisch, mit einer skandalösen Eselskulptur von Peter Lenk (der die Penisverlängerung des Kai Diekmann am taz-Gebäude realisierte) auf dem Marktplatz und einem “dirty dozen” mittelalterlicher Rebellen, die in der Stadt immer mal wieder für Provokationen sorgen, indem sie beispielsweise einen unabhängigen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl aufstellen – ganz unerwartet für die Fürsten und ihre Tümer. Nach all der APO dann wieder Pastorale, “Chrischtkindle Ralau” und Happy-Xmas-Hour im Café Weichardt. Bis zum Abwinken.

Wie gesagt, die Exilbiberacher in Berlin vermissen ihr Kind am Seil. Also lassen sie auch in Spreenähe eines herunter. Seit ein paar Jahren schon – z.B. in… weiter lesen

07.12.2010 von Detlef Berentzen
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Den Bruder suchen. Und finden.

von Detlef Berentzen

Immer hat er gelacht, war fröhlich. Bis er starb, drei Jahre alt. Verschwand in einem weißen Sarg. Und war doch mein kleiner Bruder. Den die Eltern mir solange vorhielten, bis ich ihn vergaß – sein Grab, sein Lachen, seinen Teddybären – alles. Vor ein paar Jahren habe ich angefangen ihn zu suchen. Bin uns nachgelaufen und bin dabei anderen Verwaisten, Tröstern und immer wieder auch ihm begegnet. Manchmal spricht er zu mir. Und wir haben eine verdammt gute Zeit miteinander.

Habe uns recherchiert in Tagebüchern, Fotoalben, in den Bildern meiner Erinnerung. Und habe festen Grund für meine Sehnsucht gefunden – in Literatur und Lyrik, in Filmen, Theaterstücken, aber auch und gerade bei heutigen Betroffenen und deren Helfern. Ihnen habe ich zugehört, dabei gelernt und meinen Bruder neu erfunden.

Von all dem Suchen und Finden habe ich in meinem Hörfunk-Feature “Ich rief ihm nach” (SWR2) erzählt, das ich jetzt anläßlich… weiter lesen

03.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz (88): Radio goes Future!

von Detlef Berentzen

“Wie sich das Medienhaus M.DuMont-Schauberg gerade selbst zerlegt, ist großes Theater. Das Ganze ist trotz virtuellen Vatermords allerdings beileibe nicht Shakespeare. Sondern eher großbürgerliches Melodram mit Hang zur Operette”.(Steffen Grimberg)

Na also, sie klappt doch, die Kooperation zwischen der taz und dem Medienmagazin “Mehrspur”(SWR2). Am nächsten sonntäglichen Sendetermin (5.12., 19.30 Uhr) ist es deshalb auch taz-Medienredakteur Steffen Grimberg himself, der qua Rubrik akustisch die “Sau durchs Dorf” treibt und sich dabei der “melodramatischen” Posse der DuMonts annimmt, die, gesteht er, “auch gestandene Beobachter des Medienzirkusses vor Vergnügen quieken lässt.” Jetzt wissen wir also, welche Töne Steffen G. beim Schreiben so von sich gibt, doch egal, …was das mehrspurige Resultat betrifft: Weiter so!

Das gilt übrigens auch für den Schweizer Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger. Er nimmt am Sonntag jene Debatte auf, die “Mehrspur” seit der ersten Ausgabe führt: Das Ende des Programmradios. Wichtig genug. Doch Schönberger sieht dies Ende… weiter lesen

02.12.2010 von Detlef Berentzen
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GoodNewz(87): Bloch 2.0 Revisited

von Detlef Berentzen

ORF 1
“Hörbilder”
Samstag, 4. Dezember 2010
09:05 Uhr
Renaissance der Utopien
Zur Aktualität von Ernst Bloch.
Feature von Detlef Berentzen

“Hoffnung hat als einen Boden, der sie besonders gut gedeihen lässt: Unzufriedenheit! Und aktiv werdende Unzufriedenheit kann rebellisch sein, mit einer Hoffnung auf etwas und gegen etwas, in dem man sich jetzt durch eigene Schuld, eigene Unmündigkeit, oder durch Unterdrückung befindet.”

In Büchern, Vorlesungen, Radiogesprächen formulierte der Philosoph Ernst Bloch Sätze, die ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren haben. “Denken heißt Überschreiten!”, “Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen” – Sein antizipierendes Denken von Utopie und Hoffnung animiert bis heute all jene, denen das vorgefundene Leben nicht genug ist. Blochs Schriften sind ihnen Begründung der Sehnsucht nach einer anderen, einer besseren Welt. … weiter lesen