31.03.2011 von Detlef Berentzen

Ich habe sie immer so liebgehabt,
Die lieben, guten Westfalen,
Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,
Ganz ohne Gleißen und Prahlen.
Im Namen des wahren Heine! Die „lieben guten Westfalen“ sollen auch im Exil ihre Tage haben, „Westfalentage“ á la mode Henri also. Gerne am Abend. Ganz ohne Gleißen und Prahlen. Und allemal “alternativlos”. In Berlin. Im taz-Cafè. … weiter lesen
15.10.2010 von Detlef Berentzen

“Diese jungen Leute hier haben Bielefeld nicht nur von einer großen Gefahr befreit. Sie haben zugleich gezeigt, daß Bielefeld für Bielefelder mehr ist als nur der Ort, an dem wir alle zufällig zusammen wohnen…” (Jubel!!!!)

Sie waren in Berlin. Studenten der Medienpädagogik. Im taz-Café. Allesamt frei, jung, aus dem rätselhaften Bielefeld oder sonstwoher. Ihre wunderbar muntere szenische Inszenierung (samt Soundtrack und Comicstrip) von Thomas Waldens (ebenfalls anwesend) Roman: “Die Bielefeld-Verschwörung” (Pendragon-Verlag) machte die zahlreich anwesenden ZuschauerInnen ziemlich heiß,…obwohl (!) die Mehrzahl davon (laut Handzeichen) Westfalen waren, “sentimentale Eichen” (Heine) also, die in Berlin bislang ohne den Atem westfälischer OFF-Kultur auskommen mussten. Doch das wird sich ändern, mehr noch: es hat sich bereits geändert.

Die Bielefeld-Befreier waren erst ein Anfang, markierten den ersten “Westfalentag” neuer Zeitrechnung, dem im taz-Café ( inspiriert von Sigrid Renner und mir) noch weitere folgen werden. Mit westfälischen Attraktionen,…zum Beispiel aus Hagen, Dortmund, Münster… weiter lesen
12.03.2010 von Detlef Berentzen

Es stimmt schon. In meiner alten Gaskesselheimat gab es nicht viel zu lachen, …damals. Die Nazi-Lehrer am Gymnasium waren schwer gewalttätig, mein Fahrrad hatte ständig einen Platten, überall Trümmergrundstücke, uniformierte Tommies, BFBS, Ernte 23 und jeden Tag Herforder Pils. Das änderte sich erst, als auf der Bielefelder Johannislust die ersten Kiffer einzogen und ostwestfälische Hippies nackt im Leineweberbrunnen badeten.
Damals kaufte ich mein erstes Black-Panther-T-Shirt, schrieb Gedichte über den Vietnamkrieg und war irgendein Teil der Bielefelder Opposition – doch, die gab es! Ein wilder Haufen, in dem keiner vom anderen wusste. Wir trugen grüne Parkas, drehten Schwarzen Krausen, verlachten Oetker, demonstierten gegen die NPD, druckten linke Postillen und zogen irgendwann nach Berlin. Weil der Mariannenplatz so blau war. Auf die Idee, daß wir die ganze Zeit wohlfeile Zombies in einem Potemkinschen Dorf gewesen sein könnten, kamen wir damals noch nicht. Doch das ist seit ein paar Jahren anders: Wir haben verstanden!
… weiter lesen