Archive for Juli, 2009

27.07.2009 von ernst volland
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Ernst Volland – Eingebrannte Bilder

von ernst volland

1. August – 23. September 2009 (Mo-Sa 11-19 Uhr)
Haus der Katholischen Kirche, Königstraße 7, Stuttgart
Ernst Volland arbeitet mit historischem Bildmaterial,
das sich in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat.
Mittels gezielt eingesetzter Unschärfen erweitert Ernst
Volland die Bildinhalte um eine neue Bedeutungsebene, die
auf andauernde Aktualität verweist.

Vernissage
Ernst Volland – Eingebrannte Bilder
Donnerstag, 30. Juli 2009, 18 Uhr
Haus der Katholischen Kirche, Königstraße 7, Stuttgart

Begrüßung:
Stadtdekan Prälat Michael H.F. Brock
Heike Schiller – Vorsitzende Heinrich Böll Stiftung
Baden-Württemberg

Es spricht zur Ausstellung:
Prof. Bernd Hüppauf – New York University

27.07.2009 von ernst volland
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Rapper

von ernst volland

Der Rapper

Die Tür wird aufgezogen und ein schlanker junger Mann, das halbe Gesicht mit einer Sonnenbrille verdeckt, fragt höflich, ob im Abteil noch ein Platz frei sei.

Ich sitze mit einer Freundin und einem mir unbekannten älteren Herrn im Abteil und alle bejahen wir gleichzeitig diese Frage. Der junge Mann verstaut seinen Trolli auf der Gepäckablage, dann macht er es sich in seinem Sitz, direkt an der Tür, bequem.

Sein Outfit ist sehr auffällig. Der signalrote und bequeme Trainingsanzug ist auf der Brust mit silberner Schrift bestickt, um den Hals hängen mehrere goldene Ketten. Auf dem Kopf trägt er ein Base cap, den Schirm nach hinten gedreht. Den Spann seiner Schuhe bedeckt ein Stück Brokatteppich. Ich habe dieses Schuhmodell noch nie gesehen.

Der Schaffner kommt nach einigen Minuten und ich höre, wie der junge Mann, der aussieht wie ein Rapper,… weiter lesen

24.07.2009 von ernst volland
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Witwe

von ernst volland

Die russische Witwe

Eine zierliche Dame öffnete uns die Tür. Wir traten in das kleine Zimmer.

Die Witwe eines in der Sowjetunion sehr bekannten Fotografen wünschte sich unseren Besuch und jetzt saß ich mit einer befreundeten Dolmetscherin auf einem abgewetzten Sofa im inneren Ring der Stadt Moskau. Wir überreichten unser Gastgeschenk und ich betrachtete die Wohnung, die lange schon nicht renoviert worden war. Die Witwe hatte in besseren Zeiten gelebt, wie sie sofort erklärte, ihre ganze Leidenschaft war das Tennisspielen, aber jetzt sei sie zu alt dafür. Sie hatte uns zu einem Besuch gebeten, da sie hörte, dass ich mit einem ebenso bekannten Kollegen ihres verstorbenen Mannes zusammen arbeitete und mit diesem Kollegen eine Ausstellung in Deutschland zeigen konnte und ein Buch veröffentlichte.

Sein berühmtestes Foto war die Hissung der sowjetischen Flagge auf dem Berliner Reichstag von 1945.

Ich war aber… weiter lesen

13.07.2009 von ernst volland
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Wir sollten mal ne Pause machen.

von ernst volland

Sag ich Zeh

Sagt sie Reh

Sag ich zäh

Sagt sie bäh

Sag ich hui

Sagt sie pfui

Wir sollten mal ne Pause machen

Geh ich raus

Geht sie rein

Lach ich aus

Lässt sies’ sein

Komm ich spät

Geht sie früh

Wir sollten mal ne Pause machen

Wir sollten mal ne Pause machen

Seh ich dich

Siehst du mich

Seh ich rot

Sieht sie blau

Seh ich Tod

Sieht sie flau

Wir sollten mal ne Pause machen

Wir sollten mal ne Pause machen

Wir sollten Mal ne Pause machen

Bin ich müd

Ist sie keck

Bin ich blau

Ist sie weg

Bin ich tot

Hat sie Not

Pause

09.07.2009 von ernst volland
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Zahnärtzinnentick

von ernst volland

Zahnärztinnentick

Als sie mich zum ersten Mal heftig küsste, zeigte sie mir ihre medizinischen Fähigkeiten.

„Du musst da oben etwas unternehmen, der 3er und die ganze anschließende Reihe bis zum 11er werden dir in ein paar Jahren echte Probleme machen. Das ist eine Kleinigkeit, ich erledige das, keine Sorge, das haben wir gleich.“

Ich runzelte die Stirn und streichelte sie sanft mit den Fingern, die ich langsam auf dem linken Arm auf und abgleiten ließ. Sofort erhoben sich leicht die winzigen Haare ihrer Haut.

„Ist das wirklich notwendig und ich merke nichts?“

Sie küsste mich noch einmal etwas heftiger und bestätigte danach ihre Diagnose.

„Das ist sehr wohl notwendig, aber ich zwinge dich nicht.“

Diese Frau war mir erst vor ein paar Tagen begegnet und es lief ganz gut mit unserer noch kurzen Beziehung. Dennoch machte ich mir Sorgen, mich… weiter lesen

07.07.2009 von ernst volland
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Hut ab

von ernst volland

Hut ab

H. wohnte in der Nähe eines Tennisplatzes. Dort verkehrten die Boulevardgrößen Berlins.

Die einzelnen Tennisplätze waren fast immer ausgebucht, so dass H. schon um sieben Uhr morgens für eine Stunde mit einem Tennispartner spielte. Wir arbeiteten an einem gemeinsamen Projekt, für das ich H. als Co- Autor zu gewinnen konnte.

Eine Zusammenarbeit bedeutete, Geduld zu bewahren in Sachen Pünktlichkeit und Termineinhaltung. Diesmal bat mich H. ihn nach dem Tennis abzuholen und ein gemeinsames Frühstück in einem Restaurant einzunehmen. Bei einem solchen Treffen war es nicht sicher, ob es ein Arbeitstermin war oder nur eine vergnügliche Begegnung, bei der er nie auf das eigentliche Thema des Projektes kam, sondern über Gott und die Welt redete.

Als ich am Ausgang des Tennisplatzes stand, hatte er wie immer sommers eine kurze Hose an, jedoch einen Hut auf dem Kopf. Es war ein… weiter lesen