Ich las, vor einigen Tagen in der FAZ irgendwo, das 2,5 Mill. Pfund teure Bild von Kippenberger, gerade in einer Auktion in London verkauft, sei ein Schlüsselbild der Moderne. Heute lese ich, im Spiegel bei einer Tasse Schokolade und einem Rosinenbrocken (so heißen die dreieckigen Brötchen offiziell), dass Kippenberger das Bild nicht selbst malte, sondern bei einem Kinoplakatmaler 1991 in Auftrag gegeben hat, der dafür 1000 DM bekam. Da das Centre Pompidou das Bild seinerzeit kaufen wollte und auch gekauft hat, bestellte Kippenberger beim gleichen Plakatmaler ein Identisches. Doppeltes Geld, warum nicht. Westerwelle wollte ich eigentlich nicht erwähnen. Wallraff schon eher, da ich sein schwarzes Kostümfest angesehen habe. Ich bin eher dafür als dagegen, aber wohl ist mir nicht. Gewundert habe ich mich über den Leiter der Kulturabteilung der TAZ, der in seinem Buchmessenbericht drei Titel erwähnt und dabei meinen lieben Jean Ziegler so zur Sau macht, dass ich denke,… weiter lesen
Archive for Oktober, 2009
No piss
Wir fahren mit dem Auto von Berlin nach Lissabon, A., W. und ich, drei Männer. Das Haus an der Küste in der Nähe von Lissabon, ist für drei Wochen gemietet, und der Weg dorthin länger als wir dachten, trotzt geräumigen und schnellen Mercedes haben wir uns in der langen Entfernung, die durch vier Länder führt, und der Zeit, die wir dafür benötigen, total verschätzt, so dass wir einen Tage später als erwartet im Haus des malerischen Ortes ankommen. Dort werden Frau und Kinder schon ungeduldig, ihre Flugzeit von Berlin Lissabon beträgt nur knapp vier Stunden und der Pilot hatte sich nicht verflogen. Insgesamt wohnen jetzt für drei Wochen zehn Personen im Haus, alle finden ein Bett, Tagesregeln werden aufgestellt und Aufgaben verteilt, die ersten Sonnenbrände verarztet. Fast jeder meckert über das Wetter, aber die Atlantikküste ist nicht das Mittelmeer und spätestens… weiter lesen
Auf dem Tisch standen zwei riesige Schalen mit Shrimps aus Mozambique. Aszenso war eigens in den nächsten Ort gefahren, um dort in einem speziellen Geschäft diese besonders großen und frischen Meerestiere zu kaufen. Die Panzer der Shrimps glänzten im matten Schein der Deckenlampe. Wein und Bier standen auf dem Tisch. Jeder benutzte seine Hände zum Essen.
Aszenso hatte eingeladen. Er lebte seit einigen Jahren in Angola, in der Hauptstadt Luanda, um dort sein „business „zu machen. Angola war lange Zeit eine portugiesische Kolonie und Aszenso, der aus einer reichen aristokratischen Familie in Portugal stammte, hatte vor drei Jahren geheiratet, eine dunkelhäutige Schönheit aus Lissabon, deren Eltern aus Angola stammten. Ihre Zwillinge waren gerade ein Jahr alt, und die Projekte in Angola liefen gut für Aszenso. Er war für einen kurzen Aufenthalt nach Portugal allein zurückgekehrt. Seine Frau hatte sich vor kurzem von… weiter lesen
Ein Mal im Jahr öffnet in Basel die, wie allgemein berichtet wird, wichtigste Kunstmesse der Welt, ihre Tore. Ich fahre von Freiburg nach Basel zu einem Bekannten, der uns erfreulicher Weise Freikarten für die Messe besorgen kann, und somit nehme ich die Gelegenheit wahr, diese Messe, die sich fast ausschließlich mit zeitgenössischer Kunst beschäftigt, aber auch klassische Moderne anbietet, (alles ist käuflich) für ein paar Stunden zu besuchen.
Etwa zweihundert ausgesuchte Galerien, die sich einem schwierigen Auswahlkriterium stellen müssen, bieten ihre derzeitigen Spitzenwerke zum Verkauf an, vornehmlich Galerien aus den USA und Europa. Die Presse schreibt schon Tage vorher über die größten Galerien, die in Basel erwartet werden. Natürlich darf die Erwähnung des teuersten Objektes nicht fehlen, das eine New Yorker Galerie anbietet. Dieses Jahr ist es ein Bild von Mark Rothko und soll 40 Mill. Dollar kosten. Für wichtige Besucher ist eine Preview vorgesehen… weiter lesen
Waden
Eine Wade aus Wadenbeck
wollte ganz schnell am Morgen weg.
Suchte eine zweite Wade
zog dafür die Mütze grade
und auch die grüne Socke straff
gar nichts war an der Wade schlaff.
Drei Tage war die Wade fort
an einem unbekannten Ort
den auch nicht die Augen kannten
und die Lippen stumm nicht nannten.
Als der vierte Tag vorüber war,
war doch die Wade wieder da,
neben ihr ne pralle Wade,
gleich gings auf die Promenade,
dem schönsten Fleck von Wadenbeck,
nie wieder will die Wade weg.
