Archive for Juli, 2010

14.07.2010 von ernst volland
blogavatar

Fahrradfahrer, du, höre.

von ernst volland

Fahrradfahrer, kommst du auf die Straße,
dann sage ich dir, fahre wie ein Mensch
und nicht wie eine Bestie,
denn die Autofahrer sind aggressiv,
und es ist bekannt, sie haben mehr PS.
Sie sind geschützt, hinter
ihrem Blech, vorn, unten, oben, hinten.
Doch wir sind frei, fahren auf zwei
dünnen Reifen und sehen nur mit unseren
Augen die Gefahr. Was schützt uns?
Vielleicht ein Helm und Material,
das funktioniert. Bremse, Licht, Kette.
Höre!
Fahrradfahrer, fährst du auf der Straße,
wie eine wilde Sau, dann beklage
dich nicht, wenn sie schlecht über
dich reden und und schreien
„Du Sau!“ Ich bin immer auf deiner
Seite, aber manchmal fehlt mir
die Solidarität und, wenn ich,
selbst auf dem Fahrrad, sehe,
und mir stockt der Atem, wie du
quer, bei Rot,… weiter lesen

12.07.2010 von ernst volland
blogavatar

RAF im Haus

von ernst volland

Von einer Reise zurück, nahm ich den Hörer ab und erschrak.
„Du gemeine rote Ratte, wir kriegen dich!“.
Eine mir unbekannte männliche Stimme sprach mich an. Nach fünf Anrufen, von unterschiedlichen Stimmen gesprochen, nahm ich Kontakt mit meinen Anwalt auf. Wir vereinbarten kurzfristig für den nächsten Tag einen Termin. Dem Anwalt machte es Spaß, mich in meinen künstlerischen Aktivitäten zu vertreten und er nahm daher kein Honorar von mir. Oft handelte es sich um Zensurfälle, Ermittlungsverfahren und Beschlagnahmungen.
Einen von FJ Strauss angestrengten Prozess konnte der Anwalt im Vorfeld klären, allerdings durch Zahlung einer hohen Summe meinerseits an den Anwalt von Strauss. Aber diese Summe war wesentlich weniger als das, was mich eine Auseinandersetzung in einem gerichtlichen Prozess gekostet hätte. Der Anwalt freute sich diebisch, wie er mir erklärte, zwischen seinen alltäglichen Fällen so einen prominenten Gegner wie Strauss zu haben.
Am nächsten Tag, bevor ich… weiter lesen

05.07.2010 von ernst volland
blogavatar

Strumpfhosenperformance

von ernst volland

In italienischen Museen endet der Rundgang meist in einem Bookshop. Seit einiger Zeit liegt ein auffällig dickes Buch einer jungen Künstlerin neben verschiedenen Publikationen von
Michelangelo und Caneletto, Raphael oder Hieronymus Bosch. Die Künstlerin ist Italienerin, um die vierzig und lebt seit Jahren in New York. Flächendeckend in ganz Italien vertrieben, findet man den voluminösen Band sofort. Das etwa zehn Zentimeter dicke und großformatige Buch ist oft auf Augenhöhe platziert, liegt mehrfach aus, man kann es nicht übersehen.
Das Profil der Künstlerin erscheint auch im Internet. Sie hat in allen wichtigen Museen der Welt ausgestellt oder eine Performance veranstaltet, von Rom bis Sydney, von Tokio bis New York. Allein im Jahr 2001 performte sie in den ersten Häusern der Städte Athen, Houston Texas, London, Mexico City, Montreal, New York (drei Mal), Oslo, Tel -Aviv, Venedig…
Ihre künstlerische Arbeit besteht, verkürzt dargestellt, darin, zwischen zehn und fünfzig schlanke… weiter lesen