27.01.2011 von ernst volland
Peter Paul Zahl.
Jamaica, im Haus von PP Zahl, mit Blick aufs Meer.
Unveröffentliches Gespräch aus dem Frühjahr 1994. Erster Teil.
V.: Peter, du lebst nicht mehr in Deutschland. Hast dich zurückgezogen von Europa, auch von der politischen Arbeit?
Z. : Ich bin nicht da ausgestiegen, ich bin hier eingestiegen. Schnauze voll von Deutschland, wieso? Ich möchte mich hier einmischen.
V.: Wie sieht diese Einmischung aus?
Z.: Ich mache jetzt eine Bürgerinitiative, dann einen Umweltverband. Es gibt eine Theatergruppe, die wir hier aufgebaut haben.
V.: Kannst du das etwas konkreter ausführen, deine Einmischung in Deutschland sah doch ganz anders aus.
Z.: Ich hatte die Faxen dicke, sowohl von Deutschland als auch von der ehemaligen politischen Linken, weil die meiner Ansicht nach niveaulos geworden ist, mittelständlerisch, langweilig, pazifistisch. Bis auf ein paar Autonome, die mir nicht autonom genug sind. Als ich aus dem Knast raus kam, habe ich gesehen, dass… weiter lesen
18.01.2011 von ernst volland

Stéphane Hessel empört sich über die gesellschaftlichen Zustände in Frankreich. Seine Äußerungen, festgehalten in einem schmalen Pamphlet, interessiert die Franzosen. Sie kaufen ihm seine Argumente millionenfach ab. Noch ist sein Text nicht in deutscher Sprache zu bekommen. Er richtet sich unter anderem gegen Fremdenhass und soziale Ungerechtigkeit. In Deutschland kann man jedoch ein weiteres französisches Elaborat erwerben, das über die Empörung des 93 jährigen Stéphane Hessel noch einen Schritt hinaus geht.
„Der kommende Aufstand“, nennt sich die Schrift, die von einem „Unsichtbaren Komitee“ herausgegeben worden ist. Hier sprechen junge 30jährige. Sie bleiben nicht bei der Empörung stehen, sondern greifen aktiv in den „maroden Zustand“ der französischen Gesellschaft ein. Noch zu warten ist Wahnsinn, so ihr Motto, da wir uns in einer „Untergangsbewegung der Zivilisation befinden“ (Klappentext des Buches in der Edition Nautilus).