Warum freut man sich über ein gutes Buch? Vielleicht, weil es so viele schlechte Bücher gibt.
Vielleicht auch, weil man den Autor mag.

Im vorliegenden Fall kommen einige Positiva zusammen:
Eine unspektakuläre Landschaft am Rande Deutschlands, gute Fotografie und ein angenehmer Zeitgenosse, der Fotograf und Journalist, Gerhard Kromschröder.
In der kreativsten Phase der Satirezeitschrift „Pardon“, arbeitete Kromschröder als führender Redakteur (Stellvertreter der Chefredaktion) und ging anschließend zum „Stern“.
„Expeditionen ins Emsland- ein deutscher Bilderbogen“, nennt Kromschröder seinen fast durchgehend farbigen Prachtband aus der Edition Temmen. Vorwort: Gerhard Henschel.
In der Tradition sachlicher veristischer Fotografie (August Sander, Renger Partsch) fährt der Fotograf ganz nüchtern durch das platte Land und registriert: Häuserfassaden, Kleintiere, Zuchttiere, Landschaften, Menschen und Bräuche. Einige Emsländer sind von seinen Arbeiten nicht begeistert. Sie sehen ihr Land anders. Sollen sie. Mit Kromschröder hätten sie keinen genaueren Beobachter finden können.








Archive for März, 2012
Walter Vogel
Vor einigen Tagen erhielt der fast 80 jährige Fotograf Walter Vogel während der Eröffnung der Kunstausstellung „Die Große“, NRW Düsseldorf 2012 den Preis der bildenden Künstler. Für einen Fotograf ist dieses eine besondere Ehrung.
Vogel ist einer der besten Nachkriegsfotografen. Seit sechzig Jahren fotografiert Vogel jenseits vom Mainstream vorwiegend auf eigene Faust dokumentarische s/w Serien. Deutschland, Italien, Paris, Afrika und Asien sind seine geografischen Schwerpunkte. Immer wieder wird er nach Pina Bausch und Joseph Beuys gefragt, doch seine Bildwelten sind wesentlich vielfältiger. So fotografiert er seit Jahren Cafes und Kaffee, Röstereien und Geschirr, Barmänner und Interieurs. Er selbst ist einer der wenigen, die Ahnung von einem guten Espresso haben. Sein mit der Stoppuhr gemahlener privater Doppio zergeht auf der Zunge und macht hellwach.
Aus der Dunkelkammer gelangt kein Print, der nicht sorgfältigst abgezogen worden ist. Manchmal dauert ein Abzug einen halben Tag. Walter Vogel ist einer… weiter lesen
Die schöne Quelle
Zwischen zwei Klinkerbacksteinhäusern liegen seit Wochen Wasserpfützen im Gras. Der Wind drückt gegen die Scheiben, und es wird früh dunkel. Ich stehe am Fenster und blinke mit meiner Taschenlampe drei mal kurz und drei mal lang zu einem Fenster im Nachbarhaus. Peter antwortet mit drei langen Blinkzeichen und drei kurzen. Sofort greife ich nach meiner Jacke, Mütze und Schal und renne die 27 Stufen der Treppe hinunter, springe sicher über alle Pfützen und stehe vor der Haustür meines Freundes. Dort erwartet mich Peter, der die schwere Haustür aufgeschlossen hat und mich jetzt in seine Wohnung führt. Peter hat ein eigenes Zimmer, ich muss mit meinem Bruder ein Zimmer teilen. Obwohl meine Eltern seit ein paar Wochen ein eigenes Telefon besitzen, darf ich selbst nicht telefonieren. Ich muss vorher meine Eltern fragen. Einfach nur mit irgendwelchen Klassenkameraden zu schwatzen, ist nicht erlaubt. Deshalb benutze ich die Blinkzeichen mit… weiter lesen
Horst Rudolph nennt seine Ausstellung neuer Cartoons „Billige Witze“.
Recht hat er.
Ich habe mir gleich mehrere Arbeiten gesichert. Es sind alles signierte Drucke. Die farbigen Zeichnungen kosten 10 (!) Euro, schwarz/weiß 5 (!!). Das Ganze ist noch bis zum 28. April 2012 in der Bibliothek, Luisenbad, Travemünder Straße 2/Ecke Badstraße, in 13357 Berlin zu sehen.
Der Weg in den Norden der Stadt lohnt sich, denn die feinen Karikaturen von Horst Rudolph sind nicht nur äußerst preiswert. Man kommt an dem einen oder anderen Schmunzler nicht vorbei und wundert sich. Horst Rudolph Who? Hallo Titanic, hallo Eulenspiegel! Der sehr gute Mann geht gerade in Rente und ist noch zu entdecken.






























