ROBERT PFALLER. Kunstphilosoph im Bannkreis von Freud, Althusser und Richard Sennet (»Tyrannei der Initimität«). Der Žižek-Schüler und Suhrkamp-Autor lehrt in Linz und Wien. Seine Auftritte wenden sich mit viel Verve gegen alles Betuliche. Pfaller beschäftigt sich vorzugsweise mit Fragen politischer Ästhetik und des privaten Lebens. Er entwickelte als Echo auf den Begriff der »Interaktivität« den Begriff der »Interpassivität«. Pfaller vertritt die These einer infamen Sentimentalisierung der Gegenwart durch mediale Kommunikation. Feindbilder: das Authentische, die
Selbstverwirklichung, die Ichzentriertheit. Pfaller plädiert im Sinn der klassischen Avantgarden des Futurismus und des Surrealismus für mehr Sarkasmus in der Kunst: »Her mit den grausamen Worten! Nur böse Kunst führt zu guter Politik«.
CHRISTIAN REDER. Sozial- und Strukturknobler, behauptet die Wissenschaftsähnlichkeit der Kunst. Das ist die spezifische Bedeutung, die Reder von anderen absetzt. Dieser Selbstdenker deliriert nie über epistemologischen Veränderungen, die zu Begriffsungetümen führen. Bei ihm dominiert vielmehr die Vorstellung, Kunst habe mit unseren Gefühlen… weiter lesen