27.09.2007 von Wolfgang Koch
Am 29. und 30. September 2007 veranstalten Café Critique und Scholars for Peace in the Middle East/Austria ein gemeinsames Symposion am Campus der Universität Wien, Altes AKH. Thema: Die islamische Republik Iran– Analyse einer Diktatur.
Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13
Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2 (Alserstrasse/Spitalgasse, Strassenbahn 5, 33, 43, 44)
Das Programm:
SAMSTAG
19.00 Eröffnung und Einleitung (Stephan Grigat)
19.30 Gerhard Scheit: Der neue Vernichtungswahn und seine internationalen Voraussetzungen – Wodurch sich Ahmadinejads Islamische Republik von Hitlerdeutschland unterscheidet
Die Formen des neuen Vernichtungsprogramms erscheinen vielfältig und zerstreut wie die verschiedenen Projekte in den letzten Tagen des Dritten Reichs – von der bald geschaffenen „Wunderwaffe“ des Iran, die auf Israel gerichtet werden soll, bis zu den seit langem aktiven »Werwolf«-Banden an den Grenzen des verhassten Staats der Juden. Nur werden sie im Unterschied zu jenem letzten Aufgebot der Deutschen (und Österreicher) weltweit und auf lange Sicht kreditiert. Die Renditen… weiter lesen
24.09.2007 von Wolfgang Koch
Kundgebung gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und europäischen Förderer
Sonntag, 30. September 2007
18 Uhr, Stephansplatz in Wien
Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde
Mit Beiträgen von Café Critique, Raimund Fastenbauer (B’nai B’rith), Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East), Kazem Moussavi (Green Party of Iran), Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a.
Nachstehend der Kundgebungsaufruf von Café Critique (www.cafecritique.priv.at):
Der Anführer der vom Iran finanzierten und ausgerüsteten Hisbollah im Libanon, Hassan Nasrallah, erklärt öffentlich: »Wenn sich die Juden alle in Israel versammeln, erspart uns das den Ärger, sie weltweit zu verfolgen.« Ahmadinejad fordert regelmässig die Vernichtung Israels. Der im Westen als moderat gehandelte iranische Expräsidenten Rafsandschani liess verlautbaren, dass bereits der Einsatz einer Atombombe, gezündet in der Nähe von Tel Aviv, ausreichen werde, um Israel zu… weiter lesen
17.09.2007 von Wolfgang Koch
Wir stehen vor der Wende in der Epoche des Weissen Wien. Zur stärksten Kraft innerhalb des antiliberalen Eisernen Ringes wird die Christlichsoziale Partei.
Was hält diesen Ring denn zusammen? Auch die Stadt selbst wird bekanntlich von breiten Bändern zusammengehalten: dem Ring, der Zweierlinie, dem Gürtel. Über jedes dieser Verkehrsrelais wachen Kasernen und Gefängnisse. Als 1865 die Ringstrasse eröffnet wird, sind die meisten Bauvorhaben noch nicht einmal begonnen. Die erste Pferdetramway Europas trabt vom Schottentor nach Hernals.
Wir lesen in heutigen Reiseführern: »Die Via triumphalis entstand im Spannungsfeld von habsburgischer Restauration und grossbürgerlichem Liberalismus«. Wir hören von City Guides: »Die Wiener Ringstrasse ist die vielleicht grösste städtebauliche Leistung, die neben der Umgestaltung von Paris in einheitlicher und planmässiger Weise durchgeführt wurde«.
Grosse Worte, mon ami! Monsieur HAUSSMANN hat das mittalterliche Paris beseitigt, er hat die Dominante der Alleen und die Mietskasernen in die Stadt eingeführt: gradlinige Strassenzüge mit mehrgeschossigen Wohn-… weiter lesen
10.09.2007 von Wolfgang Koch
Wir halten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, der berühmten liberalen Ära Wiens. Die Liberalen sind fraktionell dreifach in sich gespalten: in Mitte, Linke und Äusserste Linke.
Was heisst unter diesen Bedingungen überhaupt liberal? Grundsätzlich heisst es: Befreiung der Gemeinden von der Bevormundung durch landesherrliche und grundherrliche Obrigkeit; Aufhebung der Patrimonalherrschaft heisst es; Trennung der Verwaltung von der Justiz – lauter grundvernünftige Verlangen, die schon die Revoluzzer 1848 hinausgebrüllt haben.
Doch die in der Märzverfassung von ’48 vorgesehene Volksvertreung ist ja nie einberufen worden. Selbst der Konstitutionalismus besteht eher als Fiktion denn als reale Teilhabe an der Macht. In dieser Situation sind die Liberalen vor allem die legitime Erben des Josephinismus. Achselzuckend (»Was soll ma machen?«) verfolgen sie zwei widersprüchliche Grundprinzipien: a) Zentralismus und Oligarchie innerhalb der Stadt – aber b) Autonomie und Freiheit von Machteinflüssen nach aussen.
1862 sehen die Liberalen in der Wiedereinführung der Gemeindeautonomie eine eindrucksvolle Leistung… weiter lesen
03.09.2007 von Wolfgang Koch
1861 tritt die bis heute gültige Wiener Bezirksnummerierung in Kraft tritt. Das ist auch bitter nötig, der Häuser- und Menschenhaufen wächst dramatisch. Die Bevölkerungszahl steigt zwischen 1850 und 1910 von rund 440.000 auf zwei Millionen Einwohner, die Wiener Bevölkerung explodiert um das Vierfache.
Zum Vergleich: Die Einwohnerzahl von St. Petersburg ist von 1750 bis 1837 von 80.000 auf 470.000 gestiegen. Und für die heutigen Maghrebstaaten, Anrainer der Europäischen Union, wird bis 2025 fast eine Verdoppelung von heute 70 auf 130 Millionen Menschen prognostiziert.
Wiens Wachtum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist enorm. Aber selbst als die Einwohnerschaft vor dem ersten Weltkrieg auf 2,2 Millionen Einwohner steigt, ist das keineswegs einmalig. Das industrielle Zeitalter lässt viele Städte zu Konglomeraten anschwellen.
In Wien freilich entwickelt sich eine besonders effektive Assimilationskultur, so dass es trotz der grossen Einwanderungswellen zu keinen Ghettobildungen kommt.
1862 wird die Eingemeindung der Vorstädte abgeschlossen,… weiter lesen