TEIL I
[ß = ss] Der Donnertag dieser Woche ist in Wien kein x-beliebiger Tag, dieser Donnerstag erscheint Sozialdemokraten wie Ostern und Weihnachten in einem. 1. Mai: das ist in Wien die jährliche Wiederkehr eines politischen Rituals, d.h. einer scheinbar entscheidenden Handlung. Der Aufmarsch sozialdemokratischer Parteiorganisationen am Wiener Rathausplatz dient der Gruppenintegration. Alle entschlossenen SPÖler erheben sich zur Abwehr von etwas übermächtig ineinander Verschlungenen aus ihren Betten.
Um das Ritual verstehen zu können, gebe ich im Teil II das diesjährige Schreiben der Grossen Sozialdemokartischen Partei an alle ihre Mitglieder wieder. Aus dem Inhalt geht sternenklar hervor, worum es bei der Machtdemonstration der Bewegung diemal geht: um die Feier ihrer eigenen Musealität nämlich. Zweitens geht klar daraus hervor, dass der Rummel, wie jedes Jahr, mit einem kämpferischen Feuerfeuerwerk für die alkoholisierten Massen im Prater enden wird.
Der Prater ist insofern pikant, als Vizebürgermeisterin Grete LASKA nicht auf der Liste der Hauptredner… weiter lesen