Arbeiten von Österreichs radikalstem Vertreter der Zweiten Moderne, dem Kärntner Nachkriegsavantgardisten Viktor ROGY [1924-2004], sind derzeit in der Wiener Galerie Magnet zu sehen. Das ist gut so, denn Rogy-Präsentationen sind in Österreichs kulturkonservativer Hauptstadt seltener als mystische Hochzeiten unter Saunabrüdern.
Dabei hat der markant glatzköpfige Autodidakt, der in den Sechzigerjahren gemeinsam mit Hans BISCHOFFSHAUSEN ins Kunstmekka Paris pilgerte, eine ganze Generation von heute in Wien lebenden Kollegen mit inspiriert – von Wolfgang WALKENSTEINER über Heimo ZOBERNIG und Reimo WUKONIG bis hin zum Fotokünstler Paul Albert LEITNER. Sie alle haben von der Begegnung mit dem phänomenalen Mann in Kärnten profitiert, ohne seinen Einfluss auf das eigene Werk gebührend zu würdigen.
Der »Alpen-Beuys« Rogy knüpfte, besonders in seinen Konzeptarbeiten mit Schere und Kopierer, an die purifizierende Strenge des Wiener Architekturtheoretikers und Architekten Adolf LOOS an; doch er verband seine eigenen Interventionen im Raum (Villacher Rondell, Löwenzungen, Musil-Denkmal) stets mit der augenzwinkernden… weiter lesen