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27.03.2010 von Wolfgang Koch
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DIE 10 GEBOTE NACH HERMANN NITSCH

von Wolfgang Koch

»Für mich« schreibt der österreichische Künstler und Dramatiker Hermann Nitsch in seinem voluminösen Seins-Opus, »werden die 10 Gebote immer relevanter, gerade wegen ihrer archaischen Wahrheit«.

Das sind nach den häufig von kirchlicher Seite als Blasphemie ausgelegten Wortdichtungen und unspielbaren Partituren dieses Autors recht erstaunliche Töne. Bei näherer Betrachtung ist allerdings von der moralischen Welt der Juden und Christen kaum noch die Rede. Hermann Nitsch verschiebt, transformiert oder widerruft eine Reihe von tradierten Interpretationen der berühmten mosaiischen Regeln (2. Mose 20 u. 5. Mose 5).

Die Seitenzahlen in den Klammern der folgenden Aufstellung beziehen sich auf Sätze im 2. Band der Philo-Kasette DAS SEIN, Wien/ Graz/ Klagenfurt: Styria 2009.

1. GEBOT

Es gibt kein Außerhalb des Seins (457).  Im Original: Ich bin dein Gott; unpersönliche Götter sollst du nicht haben.

2. GEBOT

Du sollst über das Wesen des Seins nichts aussagen (398). Im Original: Mache dir kein Bild von Gott, missbrauche… weiter lesen