Archive for Oktober, 2011

22.10.2011 von Wolfgang Koch
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ÖSTERREICH BRAUCHT KEINE ARMEE

von Wolfgang Koch

21.10.2011 | Von Wolfgang Koch (Die Presse)

Die öffentliche Debatte rund um Österreichs Bundesheer greift zu kurz. Die Frage lautet nicht: Allgemeine Wehrpflicht oder Hightech-Berufsheer?, sondern: Wozu überhaupt ein Heer?

Drei Tage vor seiner dritten und finalen Herzattacke, am Dreikönigsabend 1920, stellte der große österreichische Völkerrechtsgelehrte Heinrich Lammasch eine Schrift fertig, die sich als weitblickender erweisen sollte als alles, was die Gründerväter der Ersten Republik zur Zukunft zu sagen wussten. Die einzige Alternative zu einem neuerlichen Völkermord, schrieb Lammasch, sei die Verpflichtung der Staaten „zu einer wechselseitigen Versicherungsanstalt“, zu einer Dachgesellschaft der Nationen, die jedem einzelnen Staat das Recht gibt, von den anderen zu verlangen, dass sie, ebenso wie er selbst, auf das bisher ausgeübte Souveränitätsrecht verzichten.

Die allen Pariser Friedensverträgen vorangestellte Satzung des tatsächlich realisierten Völkerbundes verpflichtete ihre Mitglieder erstens zu gegenseitiger Hilfe bei Angriffen, zweitens zu einer Reduzierung der Rüstung und drittens zu offener Diplomatie. Lammasch ging einen kühnen… weiter lesen

18.10.2011 von Wolfgang Koch
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ZEHN JAHRE »ALLIANZ FÜR DEN BLAUEN MONTAG« IN ÖSTERREICH

von Wolfgang Koch

Seit nunmehr zehn Jahren bringt die »Allianz für den blauen Montag«, der über 50 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Kirchen, Gewerkschaften und Wirtschaft angehören, den gesellschaftlichen Wert individueller freier Zeit, wie sie der blaue Montag ermöglicht, ins öffentliche Bewusstsein. In einem Festakt, zu dem anlässlich dieses Jubiläums der Zweite Nationalratspräsident Fritz Neugebauer ins Parlament eingeladen hatte, wurde heute Bilanz gezogen: Worin besteht der Gewinn des blauen Montags für Ober- und Unterklassen? Was wurde bereits erreicht? Was sind die aktuellen Herausforderungen?

Fritz Neugebauer, der die zahlreichen Gäste aus Mali, Burkina-Faso, Osttirol, Großpolen und USA begrüßte, meinte, die Allianz sei zwar noch jung, sie baue aber auf einer sehr, sehr alten Idee auf, sei der blaue Montag doch das älteste Sozialgesetz der christlich-jüdischen Zivilisation überhaupt.

Der blaue Montag schaffe Ruhe für das Erleben von Nichtstun. Die aus dem Arbeitsprozess abgezweigte Zeit und die Pflege sozialer Netzwerke könne nicht hoch genug geschätzt werde, betonte Neugebauer… weiter lesen

13.10.2011 von Wolfgang Koch
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GENIALER ERFOLG DER WIENER GRÜNEN: 100-EURO-TARIF BEI ÖFFIS DURCHGESETZT

von Wolfgang Koch

Die Wiener Presse feiert dieser Tage einen politischen Verrat der Sonderklasse. Von der »Neuen Kronenzeitung« bis zum Qualitätsblatt »Der Standard«, von der Wochenzeitung »Falter« bis zum sozialdemokratischen U-Bahnverdrecksblatt »Heute« – alle sind sich darüber einig: Mit der rot-grünen Tarifreform der öffentlichen Verkehrsmittel ab Mai 2012 haben die Grünen ihre sozial- und verkehrspolitischen Ideale verraten.

Es stimmt, dass die neuen Koalitionspartner der Ratshaus-SPÖ im Oktober 2010 das mutige Wahlversprechen abgegeben haben, den Preis einer Jahreskarte der Wiener Linien auf 100,- Euro abzusenken. Und genau das ist nun auch herausragend kreativ umgesetzt worden. Deshalb schäumen die Autofahrerparteien und die ihnen hörigen Medien.

Die Jahreskarte für die Wiener Linien wird es ab 1. Mai 2012 um 365,- Euro geben (bisher kostete das Jahresticket 449,-), und die Gebühr für Schwarzfahren wird auf die außergewöhnlich sympathischen 100,- Euro angehoben. Um also in den zeitlosen Genuss der neuen Öffi-Tarife zu kommen, brauchen die rund 240.000 Jahreskartenbesitzerinnen in Hinkunft… weiter lesen