Archive for Februar, 2012

16.02.2012 von Wolfgang Koch
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EINE ROSE FÜR CHRISTIAN IDE HINTZE

von Wolfgang Koch

Ein Geisteskrankheit hat unsere Welt befallen: die Herrschaft der bunten Gratisnichtigkeiten, aufgestapelt in jeder U-Bahn-Station, ausgehängt auf der Straße zur freien Entnahme an Sonn- und Feiertagen, stündlich, ja minütlich online aktualisiert, … und man muss sich erst stundenlang müde laufen, um noch geheimnisvolle Namen auf den Straßenschildern Wiens zu entdecken.

 

Diesen historischen Tiefstand des Humors und der Fantasie, diese Färbung und Formung der Welt mit geräuschvollen Sendungen von Nichts immer schwerer an seiner Schreibtischkante ertragend verstarb letzte Woche der österreichische Lyriker und Begründer der ersten europäischen Poetenschule Christian Ide Hintze im 59. Lebensjahr.

 

Als mir Ide zum ersten Mal begegnete, überrasche er mich mit dem ehrlichen Wunsch, die Sätze eines seiner Manuskripte verbessert sehen zu wollen. Das war in der linksintellektuellen Redaktion, der ich Ende der 1980er-Jahre angehörte, alles andere als selbstverständlich. Jeder noch so kleine Autor und jede noch so kleine Autorin der Wochenzeitschrift Falter schien die… weiter lesen

14.02.2012 von Wolfgang Koch
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AUFRUF ZUR GRÜNDUNG DER MAOISTISCHEN TIBETISCHEN PARTEI

von Wolfgang Koch

Arbeiter/innen, Mönche und Jugendliche!

 

Alle, die ihr nur eure Arbeitskraft besitzt, welche ihr täglich an die Welt verkaufen müsst, vereinigt euch zur Gründung einer marxistisch-leninistisch-maoistischen Kommunistischen Partei Tibets (MLM-KPT). Nur mit ihr als Hammer und Spaten werden die tibetischen Volksmassen ihre Interessen konsequent durchsetzen und den Sieg über die sinokapitalistische Ausbeuterordnung erringen können!

 

Die Weltwirtschaftskrise führt in besonderem Maße zur Verschärfung der Lage in Tibet, denn die Ausbeuter leben nur vom Profit, den sie aus der Mehrhändigkeit der Werktätigen, Bauern und Hirten herauspressen. Die Volksrepublik China sieht sich gezwungen, immer weitere Programme zur Arbeitsverdichtung einzuführen, verteilt die vorhandene Arbeit auf immer weniger Sklavenköpfe und holt sich einen Großteil unserer Brosamen wieder durch Steuererhöhungen und Preissteigerungen zurück.

 

Immer mehr Profit soll unsere Arbeit für die Ungeheuer der Unternehmen und Maschinen abwerfen, immer öfter reicht unser Lohn jedoch nicht mal mehr für die Heizung, Schulbedarf und Buttertee… Jede politische Entscheidung… weiter lesen

09.02.2012 von Wolfgang Koch
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EIN AUFSCHREI GEGEN DIE NEOLIBERALE STADT (6)

von Wolfgang Koch

Die Aufgabe ist brutal groß: in dieser behäbigen Stadt des Weltkulturerbes und der Kebabstände, der Ballfröhlichkeit und der Notschlafstellen, der Holocaustleugner und der Szenefriseure Institutionen und zugleich die Ideologie, auf die sie sich gründen, radikal umzustülpen.

 

Die Pensionisten wollen die SPÖ haben, wie sie ist: ohne die Gewalt der Vernunft, die die Arbeiterinnenbewegung in den Kämpfen der 1920er-Jahre für sich reklamieren konnte. Die Masse der heutigen Alten und der Zuwanderer wollen die SPÖ, wie sie ist, um ihren Anteil am Wohlstand zu sichern, um Großgeräte in Spitälern anzuschaffen, die Pflichtschule abzuschließen, den TV-Müll störungsfrei im Möbelhaussofa konsumieren zu können.

 

Es sind diese Verfinsterungen des Politischen durch die Schwerkraft der Verhältnisse, die einen Intellektuellen des Unterproletariats wie Robert Sommer nach dem Einverständnis mit der Revolte rufen lassen. Die SPÖ wird heute regiert von Gestalten, die keinen Zweifel kennen über die Art, wie man Mensch ist, wie man ein menschliches… weiter lesen