vonDetlef Guertler 08.02.2011

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Wenn Sie Schweizer sind, wissen Sie natürlich, was das ist, ein Ärztebesucher – da ist das nämlich die offizielle Berufsbezeichnung für das, was in Deutschland und Österreich „Pharmaberater“ genannt wird, oder noch vernebelnder „Pharmareferent“. In allen drei Ländern macht dieser Personenkreis das gleiche: im Auftrag einer Pharmafirma Ärzte besuchen, um denen die Vorteile der Produkte eben jener Firma näherzubringen. Das Beratung zu nennen ist grober Unfug: Es handelt sich um Verkäufer. Die zwar auch beraten mögen, aber ein Autoverkäufer, der mich beim Autokauf berät, wird damit noch lange kein Autoberater, sondern bleibt Autoverkäufer.

Ärztebesucher ist direkter, verständlicher, ehrlicher als Pharmaberater und wird ganz offensichtlich auch nicht als minderwertig verstanden – in der Schweiz geht’s ja auch. Zudem lassen sich unter diesen Begriff noch eine ganze Reihe anderer Personen mit drunter packen, zum Beispiel die Vertreter von Medizintechnik-Firmen, die auch nichts anderes machen als Pharmaberater, nur dass sie keine Pillen verkaufen, sondern Tomographen. Zumindest in diesem Fall sollte sich das deutsche Deutsch das schweizerische zum Vorbild nehmen.

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