https://blogs.taz.de/drogerie/wp-content/blogs.dir/1/files/2018/09/Pixabay_steel_CC0.jpg

vonHans Cousto 11.03.2011

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

Mehr über diesen Blog

Bündnis 90/Die Grünen haben am vergangenen Sonntag, 6. März 2011, als erste Berliner Partei ein Wahlprogramm für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 18. September 2011 beschlossen. Im Vorfeld wurde heftig diskutiert und um die richtigen Formulierungen gekämpft. Besonders die Landesarbeitsgemeinschaft Drogenpolitik (LAG-Drogenpolitik) von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin musste innerhalb der Partei eine aufreibende Lobbyarbeit betreiben und hart für eine vernünftige Textpassage kämpfen. Vergleicht man den Abschnitt »Drogen« auf Seite 20 der vorläufigen Fassung des Wahlprogramms zur Abgeordnetenhauswahl 2011 mit dem entsprechenden Text im Entwurf des Wahlprogramms, dann kann man der LAG-Drogenpolitik für ihr Engagement und Erfolg wahrlich nur herzlich gratulieren.

Die Grünen wollen offenbar die Kiffer wieder bezirzen: »Wir halten es für wirksamer, weiche Drogen wie Cannabis kontrolliert an Erwachsene abzugeben. Zum Schutz von KonsumentInnen muss die Qualitätskontrolle von Drogen mittels Drugchecking möglich gemacht werden.« Das heißt, auf Qualität kontroliiertes schmackhaftes Gras und edles Haschisch aus dem Drogenfachgeschäft beziehen zu können. Jetzt müssen die Grünen nur noch die Kiffer davon überzeugen, dass dies kein hohles Wahlversprechen ist, zum Beispiel durch einen prominenten Auftritt auf der Hanfparade am Samstag, den 6. August 2011, in Berlin. Man kann gespannt sein, ob Renate Künast bereit ist, den Abschnitt »Drogen«, der hier im folgenden Absatz wiedergegeben ist, dort überzeugend zu erklären und zu vertreten.

»Wir wollen den gesundheitsschädlichen Konsum von Drogen vermeiden und Abhängigkeiten verhindern. Das wird – und das hat die Vergangenheit gezeigt – nicht mit Strafverfolgung, sondern vor allem durch eine Stärkung der Suchtprävention gelingen. Übermäßigem Alkoholkonsum unter Jugendlichen wollen wir durch Programme begegnen, die auf das Erlernen von bewusstem und risikoarmem Konsum abzielen. Wir setzen uns für eine Beschränkung der Alkohol- und Tabakwerbung ein. Wir wollen den kriminellen Drogenhändlern das Handwerk legen, ihre Märkte austrocknen und nicht die DrogenkonsumentInnen bestrafen. Wir halten es für wirksamer, weiche Drogen wie Cannabis kontrolliert an Erwachsene abzugeben. Zum Schutz von KonsumentInnen muss die Qualitätskontrolle von Drogen mittels Drugchecking möglich gemacht werden. Beides wollen wir in einem Modellversuch erproben. Die ärztliche Verschreibung von Drogen an Schwerstabhängige wollen wir ermöglichen. Der Staatsanwaltschaft wollen wir es ermöglichen, sinnlose Strafverfahren schneller einzustellen.«

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/drogerie/2011/03/11/gruene_wollen_kiffer_bezirzen/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • währ mal ne vernünftige maßnahme, da jährlich weitaus mehr tote/abhänige/sonstige gestrandete durch alkoholkonsum entstehen, als durchs kiffen. und von wegen „gras ist ja so gesundheitsschädlich“: kippen sind ja auch legal, oder nich? ausserdem machen besäufnisse und rauchen(ich hab ncihts dagegen, ich mach beides gern 😉 den körper weit mehr kaputt, ein(oder auch zwei 😉 joint(s) nach feierabend vor dem fernseher!
    mfg, der goofy =)

  • ganz subjektiv gesehen hoffe ich mal das dready das nächste mal erst kommentiert und anschließend einen raucht der wirklich viel klatscht und nicht umgekehrt.
    allgemein will ich noch sagen das dies hier ein sehr interessanter blog ist und ich es honorieren würde (auch wenn es nur durch häufige besuche dieses blogs und virtuelle karmapunkte geschehen würde) wenn die anderen autoren auch soviel energie, bzw texte in diesen blog stecken würden wie hans.
    cheers!

  • wenn ich dort was zusagen hätte und das dann auch gemacht werden würde, würde ich sagen das Cannabis nicht hart ist und auch keine einstiegsdroge (spreche aus erfahrung) solang schon aber ich bin noch kein crack oder Herion Junkie … die ganzen politiker haben keine ahnung weil sie

    1. entweder nie gekifft haben oder
    2. weil sie es übertrieben haben!

    wenn sie mal eine woche hier wären und alles mitmachen würden, würden sie merken das sie vielen zulange schon unrechtgetan haben …

    die SPD haben ähnliche sachen gesagt (weed legalisieren und so) und was ist passiert NICHTS und wenn mir nun einer kommt mit geringe menge HAHAHA bei uns in BW sind es nur 0.2g und da man eig als kiffer wenn man was dabei hat mehr ist oder garnichts ist es echt mies!! … das ist ein joint der nicht wirklich viel klatscht ….

    MFG

    Dready

    PS: ach wenn sie es echt machen würden meine stimme hätten sie …

  • @Kämpfer: Dir kann ich mich nur anschließen!
    Aber Vorsicht betreffs der Grünen. Hohle Verspreungen gingen denen bisher immer sehr leicht über die Lippen…

  • Und wer entscheidet welche Substanz „hart“ oder „weich“ ist?
    Warum hört man nicht damit auf über einzelne Substanzen zu reden, sondern fängt damit an über vernünftige ideologiefreie Drogenpolitik zu sprechen?
    Immer mehr Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, erkennen, dass der Kaiser nackt ist. Das soll heißen: Es gibt faktisch keine logisch nachvollziehbare Begründung für die derzeitige deutsche Drogenpolitk, wenn man über das Thema gut informiert ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.