vonBlogwart 13.08.2014

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

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Der Titel des vor 21 Jahren erschienen Buchs „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ von Jack Herer und Mathias Bröckers wurde Programm – Cannabis erfuhr eine Renaissance als Nutzpflanze, Lebensmittel und Medizin. Als Genuß,- und Rauschmittel ist es aber nach wie vor illegal, obwohl zweifelsfrei erwiesen ist, dass die Prohibition nicht zu einem wirksamen Jugend,-und Gesundheitsschutz beiträgt. In den Niederlanden, wo es seit Jahrzehnten in Coffeshops verkauft werden darf, wird weniger gekifft als in Deutschland. Nachdem im Mutterland der Prohibition, den Vereinigten Staaten, die ersten Bundesländer per Volksabstimmung eine vollständige Legalisierung beschlossen und Länder wie Portugal mit einer vollständigen Entkriminalisierung sehr gute Erfahrungen gemacht haben, wird eine Reform der Cannabis-Gesetzgebeung auch in Deutschland überfällig. In seiner jetzt im Westend-Verlag erschienenen Streitschrift „Keine Angst vor Hanf – Warum Cannabis legalsiiert werden muß“ hat Mathias Bröckers die Argumente für ein sofortiges Ende der Prohibition zusammengefaßt. Im Folgenden ein erster Auszug aus dem Buch – ein weiterer folgt morgen.

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Es reicht! Mehr als 80 Jahre Prohibition, mehr als 130000 Strafverfahren pro Jahr in Deutschland, Milliarden in einem unwirksamen »Krieg gegen Drogen« verschwendete D- Mark und Euro sind genug. Dass der Kollateralschaden dieses Kriegs sehr viel größer ist als sein Nutzen, dass Strafrecht und Kriminalisierung das »Drogenproblem« nicht lösen können und die Politik der Prohibition auf der ganzen Linie gescheitert ist, diese Erkenntnis ist mittlerweile von Gremien der Vereinten Nationen bis in die Bezirksparlamente deutscher Großstädte durchgedrungen. Sie wird von Vertretern der Ärzteschaft ebenso geteilt wie von Polizeipräsidenten, von Studenten ebenso wie von Professoren. So appellierten 120 Strafrechtslehrer im Herbst 2013 mit einer Resolution an die Bundesregierung, das Betäubungsmittelgesetz zu reformieren. Auch vielen Politikern, Entscheidungsträgern, Medienleuten quer durch alle Parteien und weltanschauliche Lager ist das fatale Scheitern des »war on drugs« sehr wohl bewusst, doch in der Regel fordern sie sein Ende erst dann, wenn sie ihre Ämter als Präsidenten oder Minister bereits aufgegeben haben.

12.08.14 20:39-Bildschirmkopie-2Das Dogma der Prohibition anzugreifen scheint noch immer Gift für politische Karrieren zu sein. Dieses Tabu muss fallen. Statt irrational weiter auf einem destruktiven Irrweg zu beharren, muss eine schadensmindernde Vernunft die Perspektive der Drogenpolitik bestimmen. Statt Durchhalteparolen eines nicht zu gewinnenden Drogenkriegs – »Was verboten, ist bleibt verboten«, verkündete die neue bestallte Bundesdrogenbeauftragte im Februar 2014 ganz in diesem Sinne bei ihrem Antrittsinterview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – müssen wissenschaftlich fundierte Abwägungen über Kosten und Nutzen, über Gefahrenpotential und Regulierungsbedarf in den Diskurs und in die Gesetzgebung einfließen. Statt dem Wildwuchs des Schwarzmarkts und der organisierten Kriminalität das Feld zu überlassen, müssen Jugend- und Verbraucherschutz endlich ernst genommen und durch einen regulierten Markt garantiert werden. Und der Anfang muss mit der am weitesten verbreiteten illegalisierten Substanz gemacht werden: mit Hanf/Cannabis/Marihuana. Dies ist nicht ein »falsches Signal«, wie es die neue Drogenbeauftragte in dem oben erwähnten Interview verkündet, es ist das einzig Richtige, denn es signalisiert den Abschied von einer definitiv gescheiterten Politik und dem fatalen Irrglauben, mit Hilfe von Strafrecht, Polizei und Gefängnis eine drogenfreie Gesellschaft schaffen zu können.

Die Einsicht, dass die Prügelstrafe keine geeignete Methode ist, um die Befähigung zum Rechnen, Lesen und Schreiben zu befördern, ist noch nicht sehr lange selbstverständlich. In Bayern wurden als letztem Bundesland erst 1980 körperliche Züchtigungen im Klassenzimmer gesetzlich abgeschafft. Dass für die Erziehung einer Gesellschaft (und jedes einzelnen) mit berauschenden Substanzen dasselbe gilt und dass Kriminalisierung und Prohibition keine geeigneten Mittel sind – auch diese Einsichten müssen zu einer Selbstverständlichkeit werden. Und an keinem Punkt lässt sich diese Notwendigkeit klarer verdeutlichen als am Verbot des Hanfs und den nach wie vor weitreichenden Widerständen und tiefsitzenden Ängsten vor der Legalisierung einer Pflanze, die seit tausenden von Jahren auch in Deutschland heimisch ist und mit der es bis zur Erfindung der Prohibition nie irgendein Problem gab.

Im Gegenteil: »Mancher Schad’ ist nicht zu heilen durch die Kräuter dieser Welt, Hanf hat viel verzweifelt Böses gut gemacht und abgestellt«, lautet ein altes Sprichwort, das die Brüder Grimm in ihr Deutsches Wörterbuch aufnahmen und das die bedeutende Rolle des Hanfs als Heilpflanze unterstreicht. Von den großen Heilkundigen des Mittelalters wie Paracelsus oder Hildegard von Bingen bis in die Arzneibücher und Apotheken zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Cannabis als Arzneimittel ebenso unverzichtbar wie in der Landwirtschaft als universeller Rohstoff für Textilien, Papier, Seile, Segel und hunderte anderer Produkte. Aus Hanfsamen, einem der proteinreichsten Nahrungsmittel überhaupt, wurden Brot, Suppe und zahlreiche Lebensmittel gemacht. Und die Hanfblüten landeten als »Knaster« in der Pfeife der Bauern, die sich teuren Tabak nicht leisten konnten. Die entspannende Wirkung – es macht »a wengerl rauschig« sagte man in Bayern – war sehr wohl bekannt, doch niemand sah darin etwas Verwerfliches oder gar eine gefährliche Droge, deren Konsum verfolgt und bestraft werden müsste.
Dass freilich Kinder und Jugendliche die Finger davon lassen sollten, macht schon der Pionier des Comicstrips, Wilhelm Busch, in seiner Geschichte von »Krischan mit der Piepe« (1864) deutlich, in der sich ein Junge über das Verbot des Vaters hinwegsetzt und dann aus dem Rauch der Pfeife Gespenster aufsteigen sieht. Der heimkehrende Vater erlöst den berauschten Krischan dann von seinem »Horrortrip« – mit einer Tasse starken Kaffee.
Bis vor 100 Jahren waren Haschischzigaretten eine Normalität in deutschen Tabakläden, und ihr Verschwinden nach dem Ersten Weltkrieg war nicht einem Verbot, sondern einem einsetzenden Trend zum »Leichtrauchen« geschuldet: »Starker Tobak« – als Redewendung für unglaubliche, verrückte Geschichten immer noch ein Begriff – war nicht mehr so gefragt.
Dass der »indische Hanf« 1929 überhaupt ins deutsche Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, verdankte sich einem Kuhhandel: In der Kampfabstimmung um das von Ägypten beantragte Cannabisverbot auf der internationalen Opiumkonferenz 1925 hatte Deutschlands Stimme am Ende den Ausschlag gegeben, nachdem die Ägypter im Gegenzug 243836_0zugesichert hatten, keine Importverbote für die deutschen Pharma-Bestseller »Heroin« (Bayer) und »Kokain« (Merck) zu erlassen. Auch wenn Cannabis also seit 1929 im deutschen »Opiumgesetz« zumindest auf dem Papier der Prohibition unterworfen war, spielte der Stoff für Polizei und Justiz keinerlei Rolle.
Das erste Strafverfahren in Sachen Hanf in Deutschland wurde erst 1948 aktenkundig; es betraf einen amerikanischen Soldaten, der mit einem Sack Hanfblüten erwischt worden war. Diese wurden dann auch hier als »Marihuana« bezeichnet. Den exotischen Begriff aus dem Mexikanischen hatte der erste Drogenzar der USA, Harry Anslinger, in den 1930er Jahren importiert und mit Unterstützung des Zeitungsmagnaten Hearst eine Kampagne gestartet, die eine der folgenreichsten Propagandaoperationen aller Zeiten wurde.

 

„Keine Angst vor Hanf – Warum Cannabis legalisiert werden muß“  ist  im taz-Shop erhältlich.

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https://blogs.taz.de/drogerie/2014/08/13/keine-angst-vor-hanf-warum-cannabis-legalisiert-werden-mus/

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kommentare

  • Die Legalisierung hat nicht nur vorteil in der Kontrolle und besteuerung durch den Staat, sonder auch für jeden Konsumenten, denn ein vergessen alle, schwarz besorgtes Cannabis ist in 99 % der Fälle nicht rein, bedeutet es wird schwerer Gemacht, damit ein größerer Gewinn erziehlt werden kann. Genau dies „erschweren“ bringt die meinsten Nebenwirkungen, wenn mann einen vergleich zum reinen Cannabis zieht.

  • Ich leide seit meinem 16. Lebensjahr an Depressionen und habe seit 03.2013 chronische Gastritis.

    Aufgrund meiner täglichen Brech- und Würganfälle die anfangs nur morgens nach dem aufstehen vorkamen, sich in kurzer zeit aber über den ganzen tag bis in die nacht gezogen hatten suchte ich mehrmals meinen Hausarzt auf der mich jedoch am Ende von der Rettung holen lies.

    Nach meinem Krankenhausaufenthalt im März und zahlreichen untersuchungen wurden eine chronisch erosive gastritis (schwere Magenschleimhautentzündung), eine refluxoesophagitis (störung der Schliessmuskel von Speiseröhre und Dünndarm) und ein Zwerchfell Riss diagnostiziert.

    Mir wurden haufenweise Tabletten verschrieben, ich wurde zu spezialisten weitergeleitet, denn eine ursache des ganzen konnte bis heute nicht festgestellt werden.

    Nach dem ich 2 Wochen Tabletten vertillgt hatte und die ganze Sache offensichtlich noch schlimmer wurde, beschlossen ich und mein Arzt die Therapie zu ändern, doch auch 2 Wochen darauf wurde eher ein negatives als positives Ergebnisse vernommen.
    Ich verbleibe weiterhin auf meiner Meinung das Tabletten und der dazu gehörige Pharmakonzern reine Geldmacherei, Kopfwäsche und korrupte Politik ist.

    Aber was tun mit solch einer Krankheit und auf Tabletten verzichten wollen…gelobet sei der Herr es gibt die NATUR!!!!

    Ich habe bereits in meiner Jugend gerne einen Joint geraucht, aber hald nur ab und an und selbst was zuhause haben war nie der fall.

    Meine Eigentherapie startete mit der Suche nach einem wirksamen Mittel der übelkeit entgegen zu wirken. Relativ schnell wurde ich auf Cannabis aufmerksam und begann damit meinen Wissensdurst zu stillen.

    Nach intensiver Recherche startete ich mein Projekt „Heal through Weed“!

    Also besorgte ich mir mein Wunderkraut, heutzutage wohl so einfach wie ins Geschäft gehen und ne Flasche Schnaps kaufen. (legal, illegal, scheißegal)

    Da ich ein inkompetenter nichtsnutz im Bezug auf Zigaretten drehen war beschloss ich mich dazu den einfacheren Weg der Wasserpfeife zu gehen.(Anfangs ist das Wasserpfeife rauchen sehr unangenehm und kratzt heftig, man gewohnt sich aber schnell daran)

    Ständig gequält von bauchkrämpfen, übelkeit und extrem starken stechdrückschmerzen im oberbauch (zwerchfell) stopfte ich mir meinen ersten Kopf.

    Von dem angenehm dumpfen gefühl des stoned sein und der gute Laune abgesehen konnte ich etwas vernehmen das mich im ersten moment erschütterte und erstaunte zugleich.

    Ich übertreibe nicht wenn ich sage das dieser effekt sofort nach dem ersten Kopf einsetzt und die Wirkung immer die gleiche bleibt egal ob beim ersten oder 20 oder 100 mal.
    Bei Joints reicht meine Erfahrung leider nicht für die öffentlichkeit.

    Dieses unerträgliche Drücken des Magens gegen die Speiseröhre bei einem Zwerchfell Riss verschwindet innerhalb von sekunden. Jegliches Übelkeit und Brechreizgefühl ist verschwunden.
    An manchen Tagen konnte ich nicht mal ein Glas Wasser trinken ohne brechen zu müssen und plötzlich kann ich ohne bedenken feste nahrung zu mir nehmen, es schmeckt, man fühlt sich wohl und satt, ein traum!
    Ich war geplagt von schlaflosen nächten und ich fühlte mich schwach und hilflos.

    Doch bereits nach dem allerersten Zug wirkt Cannabis in voller Pracht und heilt durch die Kraft der Selbstheilung des Körpers.(abhängig von der Qualität und der Sorte)

    Was will mir ein Arzt, Experte, Psychologe, Exekutive oder Politiker erklären oder ein-ausreden?

    Was wollen mir die Leute sagen? Das ich ein Drogenabhängiger Kranker Mensch bin? asozialer Abschaum? ein Schwerverbrecher? Kriminaliesiert, verfolgt und gleichgestellt mit Mörder und Schänder?

    Bitte sollen sie kommen, ich habe nichts zu verbergen. Ich rauche mein Gras jeden tag und werde es weiterhin tun! Sollte ich deshalb ein schwerverbrecher sein dann warte ich auf meine Gerechte strafe und nenne mich frohen Herzens einen Schwerverbrecher den ICH RAUCHE GRAS!!!!!!

    PS: verzeiht meine ignoranz der Groß- und Kleinschreibung, auf dem Handy achte ich ungern darauf. 🙂

  • Hopfen (Grundbestandteil unseres Bieres) ist ebenso ein Hanfgewächs. Nachzulesen bei Wikipedia.

    Interessant, oder? Daran erkennt man unbestreitbar die Doppelmoral der Prohibitionsbefürworter.

  • Die aktuellen Verhältnisse sind nur in Hinsicht auf Führerscheinentzug ein echtes Ärgernis. Das StVG wird ganz eindeutig missbraucht. Es dürfte nicht sein das man ohne den Wirkstoff im Blut gespeichert und verfolgt werden darf. Wie bekannt sind Rückstände des abgebauten Wirkstoffs sehr lange nachweisbar. So kann die Führerscheinstelle Idiotentests oder ähnliches anordnen. Die Willkür dieser Veranstaltung ist ja so berühmt wie berüchtigt. Und jeder Konsument mit Auto sieht sich da schon vor so einem Typ stehen der einem den Lappen wegnimmt weil man sagt das man gerne mal was konsumiert. Mit solchem Terror, ich schreibe bewusst Terror, versucht der Staat die Leute einzuschüchtern und man hat nicht ohne Grund Angst.

    Ansonsten, also Leute mal ehrlich, wer was möchte kann sich zuhause ein paar Pflanzen großziehen. Ist doch kein Problem und man weiß was man hat. Die Samen gibt’s doch im Netz. Das ist auch eine gute Regulation der ganzen Sache. Wer sich die Arbeit nicht macht oder machen will für den ist es dann vielleicht auch besser nichts zu nehmen. Diese Arbeit dafür die man sich machen muss ist gesund und sortiert diejenigen aus die nur den schnellen Rausch suchen ohne nachzudenken.

  • Depressionen hab ich auch schon mehr als 20 Jahre. Damals hab ich auch Cannabis probiert mit dem Ergebnis, dass ich ganz heftige Panikattacken bekam. Jahre später hab ich’s aber nochmal probiert, ganz niedrig dosiert und siehe da: Es hat mir tatsächlich geholfen. Ich konnte wieder schlafen, einige andere Probleme verschwanden auch. Ich musste zu der Zeit auch keine Psychopharmaka mehr einnehmen.

    Warum ich es aber schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr konsumiere? Aus Angst! Angst vor Kriminalisierung, vor Ausgrenzung, vor dem Führerscheinentzug, und, und, und….

    Stattdessen nehme ich wieder brav meine Psychopharmaka, stehe neben mir, bin unkreativ, und weiterhin einfach traurig… Es wäre so einfach.

  • Was würden denn die Bürger sagen, wenn man ihnen ihren Alkohl wegnehmen würde? Das Geschrei wäre riesig, der Schwarzmarkt würde aufblühen und es würden Menschen durch gepanschten Fusel zu Schaden kommen. So, wie in den USA schonmal geschehen.

    Nach 15 Jahren Erfahrung mit „Haschgift“ (welches man sich in den Vorstellungen so mancher Realitätsverweigerer ja bekanntlich spritzt) kann ich nur sagen, dass ich lebe, selbstständig bin, mich nicht mit einem Zellgift (Alkohol) kaputtsaufe und insgesamt ein glücklicher Mensch bin.

    Genau liebe Spießbürger, Erfahrung! Und wer diese nicht hat, der sollte frei nach Dieter Nuhr einfach mal die Fr…. halten und nicht alles nachplappern, was Medien, Ärzte und Staat erzählen. Die Deutschen sind doch so selbstständig und aufgeklärt. Wo bitte sind denn die ach so aufgeklärten Bürger?

    Wo ist denn der Cannabis-Supergau in den USA, Niederlanden, Portugal, Spanien oder Tschechien ausgebrochen? Wo sind nur die ganzen Irren, die im „Cannabiswahn“ austicken und zuckend sowie sabbernd in der Ecke liegen? Wo sind die riesen Probleme, die ständig beschworen werden? Im Moment werden von den Medien nur Einzelfälle aufgeblasen, da Cannabis gerade als Thema „in“ ist und die Medien in einer Krise stecken.

    Die Mär von der Einstiegsdroge wurde schon in den 90ern höchst richterlich als nicht Existent angesehen, da das Gegenteil nachgewiesen ist. Ein Kontakt zu anderen Drogen ist nur möglich, weil viele Dealer auch andere Dinge im Gepäck haben.

    Die Mär von bekifften Kids ist ebenso Propaganda. Sicherlich gibt es diese auch. Warum? Weil kein Dealer sich um Jugendschutz schert. Es ist ihm egal, wem er was verkauft – Hauptsache die Kasse stimmt. Aber hier wird das letzte Argument, nämlich der Jugendschutz, missbraucht, um sich als Gutmenschen darzustellen.

    Wirkliche Gutmenschen würden endlich mal umdenken und der lächerlichen Prohibition ein Ende setzen. Das würde a) den Dealern den Boden unter den Füßen wegreißen, b) eine ordentliche Drogenberatung (z.B. direkt in der Schule) möglich machen und c) wirklichen Jugendschutz bedeuten.

    Das Argument des Jugendschutzes lässt sich wie folgt widerlegen:

    – die Wenigsten Deutschen würden ihr Gras mal eben so an Minderjährige weitergeben. Es wird einfach behauptet, dass Erwachsene den Stoff wie Bonbons unter Jugendlichen verteilen würden. Eine Unverschämtheit!

    – Mit einer regulierten Abgabe (z.B. 5-10 Gramm in der Woche) wäre eine Ausweiskontrolle Pflicht – wie kann man damit ein falsches Signal setzen? Ein Dealer fragt nicht nach dem Ausweis!

    – Jeder Kiffer teilt gerne, aber verteilt sein Gras bestimmt nicht freiwillig und aus Lust an der Freude an irgendwelche Kids, wenn er nur 5 Gramm auf der Tasche hat. Er will es selbst rauchen, oder oral konsumieren.

    – Es werden stets Einzelfälle aufgeblasen, um noch Argumente gegen die längst überfällige Legalisierung zu haben. Hier nun die ach so bekiffte Jugend. Was können andere Bürger dafür, wenn Eltern ihrer Pflicht nicht nachkommen, ihr Kind falsch erziehen/vernachlässigen und genügend Gründe zum Drogenkonsum liefern?

    Heute läuft es doch oft so: Ein Kind kriegt ein Smartphone, eine Playstation und ein Konto eingerichtet und soll selbst klarkommen. Liebe? Fehlanzeige! Da fehlt die Zeit für, weil gearbeitet werden muss. Aufklärung über Sex, Drogen und Sozialverhalten? Holen sie sich aus dem Internet…

    Ist es da ein Wunder, dass sich unsere Kids falsch orientieren? Im Prinzip werden Kiffer dafür verantworlich gemacht, dass der Staat eine völlig absurde Familienpolitik betreibt.

    Fazit:

    Wer kiffen will, der kifft eh. Die Gefahr an gestrecktes Gras zu kommen ist auf einem nicht regulierten Markt aber sehr hoch. Der Staat faselt was vom Schutz der Volksgesundheit, agiert aber genau umgekehrt. Wo ist da der Sinn? Auf einem regulierten Markt wären 3 Dinge auf einmal eingedämmt:

    1. Dealer verschwinden
    2. Aufklärung (gerade der Jugend) ist endlich LEGAL möglich
    3. Die Volksgesundheit wird wirklich geschützt, da Blei, Brix, Haarspray und sonstige Streckmittel auf einem regulierten Markt nicht bzw kaum mehr vorkommen würden

    Zu guter Letzt:

    Niemand möchte, dass Cannabis für Jugendliche freigegeben wird. Hier werden einfach Tatsachen verdreht und es wird behauptet, dass Deutsche nicht verantwortungsbewusst sind – sprich, ihr Gras an Minderjährige weitergeben würden.

    Niemand behauptet, dass der exessive Dauerkonsum unschädlich ist. Natürlich ist das schädlich. Aber auch hier werden bekannte Fälle zur Universalwahrheit aufgeblasen, welche einfach nicht der Realität entspricht. Im Übrigen ist der exessive Dauerkonsum von Alkohol, Koffein, Zucker, TV, Internet etc ebenso schädlich. Wenn es also nach dieser Logik ginge (und das tut es nicht), dann wäre das alles auch verboten.

    Es ist an der Zeit, liebe Politik! Ihr sitzt doch eh auf verlorenem Posten und werdet dem Druck auf kurz oder lang nachgeben müssen. Warum? Weil die Menschen nach und nach erkennen werden, dass die USA und andere Länder komischerweise weiter existieren, obwohl dort gekifft wird. Die Menschen werden erkennen, dass das Abendland nicht untergeht und die Menschen klären sich eh selbst auf.

    In spätestens 10 Jahren wird man über die Argumente der Prohibtionsbefürworter lachen.

    Wer zuletzt lacht, der lacht immernoch am besten. 😉

  • Also ich hab Colitis und würde es schon gerne mal testen als Medikament. Früher, vor 20 Jahren, hab ich auch Cannabis geraucht, aber seit dem nicht mehr. Mir ist das heute zu riskant wegen Auto und Führerschein, denn das wird dringend benötigt. Die Abbauprodukte sind Wochen im Blut und Urin und ist mal was kommt man in eine Liste und muss womöglich zur MPU, dazu hab ich keinen Nerv. Nur blöd wegen der Krankheit, die gängigen Medikamente helfen nicht so gut, eine Zwickmühle.

  • Ich habe einen weiteren Grund:
    Mit 17 wurde ich an der Deutsch/Holländischen Grenze mit 100g Gras erwischt. Für den Eigenkonsum, Vorrat für ca. 3 Monate.
    Gleichzeitig wurden zwei weitere kleine Kiffer erwischt und eine Person, die entkommen konnte. Ein paar Haltestellen nach der Grenze, mussten wir mit den BGS-Beamten aussteigen. Diese nahmen unsere Personalien auf und schauten in den Rucksack des Flüchtigen. Der durchsuchende Beamte hob seinen Arm aus dem Rucksack und hielt in der Hand: EINE HANDGRANATE!!!
    Drei kleine Kiffer erwischt, den Terroristen laufen lassen! Vielen Dank Prohibition! Als wäre da nicht genug:
    Ich war zu dem Zeitpunkt 17. Ein knappes Jahr nach dieser Geschichte bekam ich einen Brief: Verstoß gegen das BtmG. Ca. 6 Wochen später, kurz vor meinem 18ten Geburtstag beging meine Mutter Suizid, weil ihr alles zu viel wurde, und sie es nicht ertragen konnte, dass ihr Sohn drogensüchtig ist!
    Vielen Dank, lieber Staat!
    Und da sitze ich nun! Selber schuld, werden viele von Ihnen denken!
    Danke! Ich war 17, auf dem Gymnasium, aber anscheinend trotzdem zu dumm für diese Welt. Oder einfach zu nett. Womit habe ich dieses Schicksal verdient? Weil ich eine Pflanze rauchte???

    P.S.: Ich bin übrigens mittlerweile kein Kiffer mehr und habe meinen Master mit 1,3 abgeschlossen… Ich habe aber nicht wegen dieser Geschichte aufgehört zu kiffen, sondern Jahre später… Bin ich also ein schlechter Mensch? Ich bitte Sie, denken Sie einmal nach, was diese Prohibition anrichtet!!! Ich bin zwar vielleicht ein Extremfall, aber sicher kein EINZELFALL!!!

  • Als Harry J. Anslinger die Cannabis-Wüste erschuf
    und eine sehr lange wie ausnehmend wirre
    Hanfblüten-Dürre
    folgte auf diesen teuflischen Ruf,
    fiel damit auch Volkes Gesundheit sehr tief.
    Die Wüste ward Bevölkerungs-Regulativ.

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