vonHans Cousto 13.12.2020

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

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Am 9. Dezember 2020 hat die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) ihren jährlichen Bericht „DBDD-Jahresbericht 2020 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland“ veröffentlicht. Im „Workbook Drogenmärkte und Kriminalität“ findet man Angaben zur Reinheit und zum Wirkstoffgehalt diverser Drogen, die auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind, wie auch zu den Preisen, die dafür bezahlt werden. Es sei hier angemerkt, dass andere Staaten in Europa für die Aufarbeitung und Publikation solcher Daten viel weniger Zeit brauchen, um solche Daten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und solche Daten bereits im April oder im Mai veröffentlichen.

Wirkstoffgehalte in Haschisch und Marihuana

Die Wirkstoffgehalte werden in Deutschland für jede Cannabiszubereitung (Kraut, Blüten und Haschisch) getrennt erfasst und jährlich ausgewertet. Die Bestimmung des THC-Gehalts erfolgt auf der Basis der Beschlagnahmungen von Tausenden von Proben Marihuana (Kraut und Blütenstände) und Haschisch durch die Labore von Bundeskriminalamt, Landeskriminalämter und Zollbehörden. Bei den gemeldeten Wirkstoffgehalten wird das bei thermischer Belastung zusätzlich entstehende Tetrahydrocannabinol (THC) mit berücksichtigt.

Der Wirkstoffgehalt (THC-Gehalt) von Haschisch war während langer Zeit relativ konstant respektive bewegte sich in einer relativen engen Bandbreite zwischen 6,7 Prozent und 8,4 Prozent. Im Jahr 1997 – seit diesem Jahr werden die Statistiken für Cannabiszubereitungen veröffentlicht – lag der durchschnittliche THC-Gehalt von Haschisch in Deutschland bei 7,2 Prozent, im Jahr 2011 lag dieser bei 6,9 Prozent. In den folgenden Jahren stieg der THC-Gehalt von Haschisch in Deutschland nahezu kontinuierlich an. Im Jahr 2019 war dieser mit 22,6 Prozent weit mehr als dreimal so hoch wie im Jahr 2011. Dies entspricht einer Zunahme des THC-Gehaltes in Haschischproben um knapp 230 Prozent innerhalb von einem Zeitraum von etwas weniger als einem Jahrzehnt.

Seit dem Jahr 2006 werden die THC-Gehalte von Kraut und Blütenstände separat in den Statistiken aufgelistet. Von Interesse sind hier die Blütenstände, da diese vornehmlich zu Entspannungs- und zu Rauschzwecken genutzt werden. Im Schnitt enthielten die Blüten im Jahr 2006 ein THC-Gehalt von 10,6 Prozent. Im Jahr 2019 enthielten diese nach einer langsamen kontinuierlichen Zunahme in den letzten Jahren 13,7 Prozent. Dies entspricht einer Zunahme des THC-Gehaltes in Proben von Blütenständen von knapp 30 Prozent innerhalb von etwas mehr als einem Jahrzehnt. Die Dynamik der Steigerung des THC-Gehaltes war in den letzten Jahren bei Haschisch viel stärker ausgeprägt als bei Marihuana. Bis zum Jahr 2014 enthielten die Blütenstände deutlich mehr THC als Haschisch, im Jahr 2015 waren die THC-Gehalte etwa auf gleichem Niveau und in den Folgejahren waren die THC-Gehalte von Haschisch immer und zunehmend höher als die von Marihuana. Im Jahr 2019 machte der Unterschied 8,9 Prozentpunkte aus.

Die Grafik zeigt den durchschnittlichen THC-Gehalt von Haschisch (blaue Linie) und Marihuana (grüne Linie) in Deutschland als Zeitreihe von 1997 bis 2019. Ab dem Jahr 2006 werden die Daten für Marihuana aufgeschlüsselt nach Blüten (rote Linie) und Kraut (violette Linie) dargestellt. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität.
Die Grafik zeigt den durchschnittlichen THC-Gehalt von Haschisch (blaue Linie) und Marihuana (grüne Linie) in Deutschland als Zeitreihe von 1997 bis 2019. Ab dem Jahr 2006 werden die Daten für Marihuana aufgeschlüsselt nach Blüten (rote Linie) und Kraut (violette Linie) dargestellt. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität.

Die grüne Linie in der oben stehenden Grafik zeigt den durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von Marihuana. Der Ausreißer nach oben im Jahr 2004 ist vorwiegend auf einer Veränderung der statistischen Methode zurückzuführen, die in den Jahren 2004 bis 2006 stattfand. In die Berechnung des Wirkstoffgehalts von Marihuana fließen ab dem Jahr 2006 (teilweise schon ab dem Jahr 2004) die Werte von Cannabiskraut und Blütenständen im Verhältnis zur jeweiligen Anzahl der Proben ein. Von 2004 (10,8 Prozent) bis 2007 (7,4 Prozent) sank der mittlere THC-Gehalt im Marihuana kontinuierlich. Zwischen 2007 und 2008 gab es allerdings keine Veränderung, in den folgenden zwei Jahren wurde eine leicht Erhöhung festgestellt. Ab dem Jahr 2011 werden nur noch die Werte von Blüten und Kraut mitgeteilt.

Die Situation in den Niederlanden

Das Trimbos Institut in den Niederlanden untersucht jedes Jahr den THC-Gehalt des in den Coffeeshops verkauften Cannabis. Hierzu werden 50 zufällig ausgewählte Coffeeshops besucht und deren Umsatz durch diese Kaufaktion gesteigert. Getestet werden die jeweils stärksten und populärsten Sorten niederländischen Grases wie auch Gras aus dem Ausland (Importware) und von Haschisch aus dem In- und Ausland. Dann werden aus diesen Werten Durchschnittswerte ermittelt. Dieses Jahr ist der Wert der populärsten Sorten mal wieder merklich gesunken. Im Winter 2019/2020 lag der durchschnittliche Gehalt an THC mit 14,6 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahr, wo es noch 16,7 Prozent waren. Im Jahre 2004 – also vor etwas mehr als fünfzehn Jahren – erreichte der Wert einen Höchststand von 20,4%. Innerhalb von gut fünfzehn Jahren sank somit der durchschnittliche THC-Gehalt der populärsten Cannabissorten in den Niederlanden um um 5,8 Prozentpunkte. Die zahlen gelten für das sogenannte „Nederwiet“. Der Name „Nederwiet“ ist abgeleitet von dem niederländischen Wort „Nederland“ und dem niederländischen Wort „wiet“, was soviel heißt wie Gras (engl. weed).

In der folgenden Grafik ist Entwicklung des THC-Gehaltes von 2000 bis 2019 für niederländisches Gras (Nederwiet), importiertes Gras, niederländisches Haschisch und importiertes Haschisch dargestellt. Da nur wenige Coffeeshops niederländisches Haschisch zum Verkauf anbieten, ist die Zahl der untersuchten Proben viel kleiner als beim Nederwiet, was Ursache der großen Schwankungen des THC-Gehaltes beim niederländischen Haschisch in einigen Jahren ist. Beim niederländischen Haschisch ist im letzten Jahr der THC-Gehalt etwas gestiegen, beim importierten Haschisch jedoch leicht gesunken.

Die Grafik zeigt den jährlich ermittelten Duchschnittswert des THC-Gehaltes der populärsten Sorten von „Nederwiet“, der importierten Grassorten sowie der inländischen und importierten Haschischsorten in den Niederlanden als Zeitreihe von 2000 bis 2020. Datenquellen: Trimbos Instituut: Rapport THC-concentraties in wiet, nederwiet en hasj in Nederlandse coffeeshops 2019/2020; Jellinek Instituut.
Die Grafik zeigt den jährlich ermittelten Durchschnittswert des THC-Gehaltes der populärsten Sorten von „Nederwiet“, der importierten Grassorten sowie der inländischen und importierten Haschischsorten in den Niederlanden als Zeitreihe von 2000 bis 2020. Datenquellen: Trimbos Instituut: Rapport THC-concentraties in wiet, nederwiet en hasj in Nederlandse coffeeshops 2019/2020; Jellinek Instituut.

Die Situation in der Schweiz

Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) gibt jährlich Statistiken heraus über die THC-Gehalte diverser Cannabisprodukte. In der Schweiz ist der THC-Gehalt von Haschischproben seit Jahren höher als jener von den Blüten. Der THC-Gehalt von Haschischproben stieg im letzten Jahrzehnt massiv von 10,8 im Jahr 2009 auf 22,0 Prozent im Jahr 2019, jener der Blüten hingegen nur leicht von 9,9 auf 11,2 Prozent.

THC-Gehalte von Cannabisblüten und von Haschisch in der Schweiz. Zeitreihe 2005 bis 2018 – Mittelwerte, Angaben in Prozent. Datenquelle SGRM.
THC-Gehalte von Cannabisblüten und von Haschisch in der Schweiz. Zeitreihe 2005 bis 2018 – Mittelwerte, Angaben in Prozent. Datenquelle SGRM.

Auch in Frankreich wurde ein massiver Anstieg des THC-Gehaltes von Haschisch festgestellt. Dieser lag in den 90er Jahren im Schnitt bei 6,9 Prozent, zwischen 2001 und 2010 bei 9,2 Prozent und zwischen 2011 und 2016 bei 18,2 Prozent. Anzumerken ist hier, dass die klassischen Sorten in der letztgenannten Periode durchschnittlich einen THC-Gehalt von 13 Prozent enthielten, neu gezüchtete Sorten (vor allem aus Marokko) einen durchschnittlichen THC-Gehalt von weit mehr als 20 Prozent enthielten. Durch die Entwicklung von Sinsemilla-Saatgut erlebte der Cannabisanbau eine wahre Revolution.

Preise von Haschisch und Marihuana

Die Preise, die im Straßenhandel in Deutschland für ein Gramm Haschisch bezahlt wurden, haben sich im Zeitraum von 2002 bis 2019 um etwas über 50 Prozent erhöht. Bei Marihuana lag der Preisanstieg im gleichen Zeitraum lediglich bei knapp 40 Prozent. Die jährliche Entwicklung der Preise sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Der Grafik zeigt die Straßenhandelspreise in Euro pro Gramm Haschisch und pro Gramm Marihuana in Deutschland als Zeitreihe von 2002 bis 2019. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität.
Der Grafik zeigt die Straßenhandelspreise in Euro pro Gramm Haschisch und pro Gramm Marihuana in Deutschland als Zeitreihe von 2002 bis 2019. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität.

Zum Vergleich: In den niederländischen Coffeeshops koste im Jahr 2020 ein Gramm niederländisches Gras im Schnitt 10,65 Euro, ein Gramm importiertes Haschisch im Schnitt 9,65 Euro. Im Jahr 2019 lagen die Preise für niederländisches Gras bei 9,90 Euro und für importiertes Haschisch bei 9,97 Euro. Die Preise in den niederländischen Coffeeshops unterscheiden sich kaum von den Preisen auf dem deutschen Schwarzmarkt.

Wert des THC-Gehaltes

Der THC-Gehalt von Haschisch ist seit 2002 stärker gestiegen als der Preis, den man für dieses Cannabisprodukt im Straßenhandel zahlen musste. Erhielt man im Jahr 2002 pro bezahlten Euro für Haschisch im Schnitt 11,9 Milligramm THC, so waren es im Jahr 2019 ganze 24,6 Milligramm. In den Jahren 2010 und 2011 gab es pro bezahlten Euro für Haschisch nur 9,6 Milligramm THC, im Jahr 2016 waren es schon 16,3 Milligramm und inzwischen (nur drei Jahre später) sind es 50 Prozent mehr. Gemessen am THC-Gehalt und den bezahlten Preise für Haschisch ist in Deutschland der „Haschischrausch“ seit 2010 deutlich günstiger geworden, wie man der unten stehenden Grafik entnehmen kann.

Die Grafik zeigt die THC-Menge in Milligramm, die man pro bezahlten Euro in Straßenhandel in Deutschland für Haschisch und Marihuana erhält. Zeitreihe von 2002 bis 2019. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität, eigene Berechnungen.
Die Grafik zeigt die THC-Menge in Milligramm, die man pro bezahlten Euro in Straßenhandel in Deutschland für Haschisch und Marihuana erhält. Zeitreihe von 2002 bis 2019. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität, eigene Berechnungen.

Bei Marihuana kann kein eindeutiger Trend festgestellt werden. Die erhaltene Menge an THC pendelte in den letzten Jahren innerhalb der Bandbreite zwischen 11,4 Milligramm und 15,0 Milligramm THC pro bezahlten Euro und lag 2019 bei 13,8 Milligramm. Zum Vergleich: In den Niederlanden erhält man im Schnitt pro Euro 13,9 Milligramm THC beim Kauf der populärsten Grassorte (de meest populaire nederwiet), beim Kauf von importierten Haschischsorten erhält man im Schnitt 26,8 Milligramm THC pro Euro. Beim Kauf der neuen Haschischarten (neue Züchtungen) aus Marokko erhielten die Menschen durchschnittlich mehr THC pro Euro (32,8 mg) als mit herkömmlichem marokkanischem Haschisch (24,5 mg). Quelle: Sander Rigter, Pieter Oomen: THC-concentraties in wiet, nederwiet en hasj in Nederlandse coffeeshops (2019-2020).

Gefahr durch synthetische Cannabinoide

Die Hamburger Morgenpost warnte am 3. Dezember 2020 unter dem Titel „Sofort Notarzt rufen – Polizei warnt vor neuem Psycho-Cannabis“ die Öffentlichkeit vor mit synthetischen Cannabinoide angereicherten Marihuana. Wie die Polizei in Kiel mitteilte, werden Cannabis-Produkte immer häufiger mit neuen psychoaktiven Substanzen (NPS, wie z.B. synthetische Cannabinoide) versetzt. Das könne schlimme Folgen für Konsumenten haben. Demnach drohen durch den Konsum schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Das Risiko, nach dem Konsum von synthetischen Cannabinoiden, schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen erleben zu müssen, ist um ein Vielfaches größer als dies nach dem Konsum von natürlichen Cannabisprodukten der Fall ist. Nach dem Konsum von synthetischen Cannabinoiden ist es auch schon zu Todesfällen gekommen. Im Europäischen Drogenbericht 2019 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) kann man zum Beispiel auf Seite 83 (PDF S. 85) lesen:

Auch in der Türkei stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden stark an: von 137 im Jahr 2015 auf 563 im Jahr 2017. Synthetische Cannabinoide wurden in 60 % aller drogenbedingten Todesfälle in diesem Land nachgewiesen. Bei den meisten dieser Fälle handelte es sich um junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren.

Da diese Gefahren bekannt sind, werden in der Schweiz immer wieder Proben von Marihuana und Haschisch chemisch analysiert um festzustellen, ob die Proben mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt wurden. Dies geschieht im Rahmen von Drug-Checking-Programmen. In diesem Jahr wurden bis dato in der Schweiz über 80 Proben von Cannabisprodukten gefunden, die synthetische Cannabinoide enthielten. Saferparty in Zürich warnt in seinem Drug-Checking-Newsletter, der jeden Freitag erscheint, vor hochdosierten Pillen und falsch deklarierten Drogen, so unter anderem auch vor Cannabisprodukten, die synthetische Cannabinoide enthalten. Die folgende Grafik zeigt, wie viele Meldungen von Saferparty in jedem Monat diesbezüglich in Form von Warnungen veröffentlicht wurden.

Die Grafik zeigt die Anzahl von Warnungen pro Monat betreffend synthetische Cannabinoide in Cannabisproben in der Schweiz. Im April wurde aufgrund des Lockdowns kein Cannabis-Drug-Checking durchgeführt, Wert für Dezember betrifft nur die ersten zwei Wochen des Monats. Quelle Saferparty 2020
Die Grafik zeigt die Anzahl von Warnungen pro Monat betreffend synthetische Cannabinoide in Cannabisproben in der Schweiz. Im April wurde aufgrund des Lockdowns kein Cannabis-Drug-Checking durchgeführt. * Wert für Dezember betrifft nur die ersten zwei Wochen des Monats. Quelle Saferparty 2020

Die Grafik zeigt die Anzahl von Warnungen pro Monat betreffend synthetische Cannabinoide in Cannabisproben in der Schweiz. Im April wurde aufgrund des Lockdowns kein Cannabis-Drug-Checking durchgeführt, Wert für Dezember betrifft nur die ersten zwei Wochen des Monats. Quelle Saferparty 2020.

Vergleiche hierzu in diesem Blog

[06.03.2020] Immer mehr synthetische Cannabinoide im Umlauf
[01.02.2020] Hohe THC-Werte von Haschisch in der Schweiz
[17.12.2019] Haschisch und Marihuana im Vergleich

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https://blogs.taz.de/drogerie/2020/12/13/haschisch-mit-hohem-thc-gehalt/

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kommentare

  • Sie wollen sich vergiften?
    Wir haben das giftigere Gift im Angebot, greifen Sie zu!
    Sie wollen sich nicht vergiften?
    Unsere Gifte sind ungiftig!

  • Mit dieser hirntoten Gesellschaft wird es keine Entkriminalisierung geben. Die Bevölkerung wählt die Union auch deshalb, damit weiter das Betäubungsmittelgesetz missbraucht werden kann. Von Anfang an eine Schande und seit wissenschaftlich bewiesen wurde, welche Vorteile Cannabinoide dem Körper verschaffen, ist diese Schande zum mutwilligen Missbrauch avanciert. Ich verstehe jeden der wegen dieser nicht enden wollenden Zumutung ausratet wie der junge Erwachsene in Stuttgart. Jeder, der gegen Cannabis ist, wird argumentativ zerstört. Es gibt also keine Argumente für den Status quo. Interessiert in dieser Gesellschaft aber niemanden. Schön leiden sollen die Kiffer. jaja ihr mich auch

  • Danke für diesen aufschlussreichen Bericht.
    Es hieß ja immer, dass man von Gras und Hasch nicht sterben könne, Cannabinoide seien eher psychisch als körperlich gefährlich. Nun aber, mit den synthetischen Cannabinoiden ist dies nicht mehr so. Über 500 tote junge Männer in der Türkei sind doch ein schlimmes Alarmzeichen!
    Chemisch gesehen unterscheidet sich ja das THC- Molekül von natürlichen vs. synthetischen Produkten nicht. Ist es also die unreine Herstellung? Die Beimengung von anderen Stoffen? Oder warum ist das synthetische Cannabis so gefährlich? Denn in der heutigen Zeit versucht ja die Pharmaindustrie Medikamente möglichst vollständig synthetisch im Labor darzustellen. Das hat immerhin den Vorteil, dann genaue Inhaltsangaben machen und Reinheitsgrade feststellen zu können, die bei natürlichen Produkten naturgemäß schwanken. Technisch gesehen sollten professionelle Labors also in der Lage sein, reines THC herzustellen, das auch nicht gefährlicher als natürliches THC sein dürfte.
    Man sollte also chemische Analysen durchführen, um die verhängnisvollen Verunreinigungen des synthetischen THCs beziffern zu können und diesen Bericht (mit Adressat an die illegalen Hersteller) veröffentlichen. Saubere Darstellungsmethoden könnten publiziert werden. Und grundsätzlich ist synthetisches THC ja nicht nötig, wo die Cannabispflanze doch so großzügig ungefährliches THC produziert. Konsumenten sollten zum eigenen Schutz nur natürliche Produkte nachfragen und kaufen.

    [Anmerkung der Redaktion]

    Synthetische Cannabinoide sind nicht gleich zu setzen mit synthetisch hergestelltem THC. Anders als THC, das die Cannabinoidrezeptoren nur teilweise aktiviert, sorgen einige synthetische Cannabinoide für eine vollständige Aktivierung. Außerdem können sie bekanntermaßen bis zu 200 mal potenter als THC sein. Siehe hierzu:
    Eve & Rave Münster
    https://www.eve-rave.org/drogen-abc/neue-psychoaktive-substanzen/synthetische-cannabinoide-gruppe/
    Wikipedia
    https://en.wikipedia.org/wiki/Synthetic_cannabinoids
    EMCDDA
    https://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cannabinoids_de

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